
Eine regelrechte Linkarmut greift im Web um sich. Noch im Sommer letzten Jahres waren rund 270 Links nötig, um im die deutschen Topcharts der Blogs zu gelangen. Heutzutage sind es nur noch 167. Mittlerweile befinden wir uns in dem Bereich, der zu Beginn 2007 Bestand hatte. Tendenz weiterhin langsam fallend. Es dauert nicht mehr lange und wir haben wieder ähnliche Verhältnisse wie vor 2,5 Jahren.
Mögliche Ursachen sind die sinkende Bedeutung der TopBlogs oder aber, dass genauso viel abgeschrieben wird wie immer. Nur das man dies heute seltener preisgibt als früher. Die Entwicklung der Hits und RSS-Feedabonennten verläuft aber gegenteilig. Vielerorts wird darüber berichtet, dass diese sogar langsam aber kontinuierlich ansteigen. Die Leser werden des Lesens nicht müde, manche Blogger des Schreibens aber sehr wohl. Möglich wäre auch, dass die Autoren innerhalb eines gewissen Interessengebietes weiterhin aufeinander verweisen, aber trotzdem seltener Links auf Blogs aus anderen Themenbereichen gesetzt werden.
Viele Medien tun ihr Übriges, indem sie über die angeblich so üble Qualität der Blogs herziehen. Die Analysten des Internets haben längst erkannt, dass viele neue Trends und Erkenntnisse 24 Stunden und länger brauchen, bis sie vom Blog eines Experten in den üblichen Kanälen der Medien landen. Natürlich ist damals wie heute vieles in der wunderbaren Welt der Blogs nichts weiter als chit chat, also oberflächliches Geplänkel. Deswegen sollte man diesem Medium aber nicht grundsätzlich seine Fähigkeiten aberkennen. Wie sagt Robert Basic so schön in einem anderen Zusammenhang: "sehen und verstehen sind zweierlei Dinge. 99 Prozent sehen sich selbst". Manche Vertreter der großen Medien neigen leider dazu zu glauben, jenseits von ihrem Tellerrand gäbe es eh nichts mehr zu entdecken.
Sascha Schoppengerd von der Agentur MountainGrafix erläutert das Problem auf eine nicht weniger unterhaltsame aber gleichzeitig sehr hurmorvolle Weise. Er erklärt seinen Lesern den Aufbau des WWW anhand einer mittelalterlichen Geschichte, in der die angesehenen Lords Brin und Page eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Der dunkle Orden der Googleianer, auch bekannt als the "big G", benutzte ihre Waffen NoFollow, Pagerank, Duplicate Content und Bad Neighbourhood, um die eigene Macht zu mehren und ihre Feinde des Landes zu verweisen. Und doch verwirkten manche der Werkzeuge im Laufe der Zeit ihren Dienst und drehten sich gegen die Herren der Finsternis. Die Google Guidelines sind zum Leitfaden der Suchmaschinenoptimierung geworden. Und sie haben gleichzeitig eine paradoxe Situation bewirkt. Auch the big G ist von jeglichen Hyperlinks abhängig, um den eigenen Informationsdurst stillen zu können. Doch wo keine Links gesetzt werden, weil die Autoren befürchten ihre Leser zu verlieren, greifen die Mechanismen der Suchmaschinen nicht mehr wie zuvor. Natürlich können die Ursachen auch ganz woanders liegen. All dies sind Thesen und diese beinhalten auch viele Spekulationen.
S. Schoppengerd von MountainGrafix weiter: "Wovor habt Ihr eigentlich Angst? Das eure Leser vielleicht einen besseren Blog finden und dann nicht mehr bei euch lesen?". Er erinnert auch daran, dass Blogger in der Regel sehr faire Menschen sind, die es honorieren, wenn jemand ausführlich Links auf Webseiten Dritter setzt. Die deutschen Blogger - sind sie sozial oder doch eher antisozial eingestellt? Ist das vielleicht am Ende gar die Gretchenfrage, die wir uns stellen sollten? (Ghandy)
(via Basic Thinking Blog & MountainGrafix, thx!)
(Bildquelle: Annyyas MMF3 Blog, thx!)
News Redaktion am Freitag, 03.10.2008 17:23 Uhr
vieleicht liegt die "verringerung der verlinkungsdichte" auch einfach daran das immer mehr bloggern klar wird das sich unique-content nicht durch das "kopieren und umschreiben"-prinzip (was hier netter weise mit "inspiration" gleichgesetzt wurde) generieren lässt. Ich blogge selbst seit ein paar ja ...
Dazu fällt mir das Buch: "Generation Doof - Sind wir wirklich so blöd?" ein. Dazu passend ist auch der Comic. ...
Wer hosted schon in DE? Ist doch grausam hier ;) Mit USA meinte ich eher Englischsprachige, die meisten die ich lese sind von Amerikanern. Meinst du lawblog.de? Bin gerade mal drübergeflogen, ist nicht so meine Sparte. Den lawblog von Udo Vetter meinte ich... de ...
Genau da sind auch sehr viele deutsche Blog's Wer hosted schon in DE? Ist doch grausam hier ;) Mit USA meinte ich eher Englischsprachige, die meisten die ich lese sind von Amerikanern. Meinst du lawblog.de? Bin gerade mal drübergeflogen, ist nicht so meine Sparte. ...
Ich z.B finde Warezseiten uninteresannt. Na, merkste was? Und ein guten Deutschen Blog hab ich noch nicht gefunden, soll nicht heissen das es die nicht gibt, mein Lesebereich ist eher in den USA. mein Lesebereich ist eher in den USA Genau da sind auch sehr ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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