Wissenschaftliche Studien sind ja bekannt dafür, je nach Fragestellung und Zielgruppe so ziemlich alles auszusagen. Trotzdem müssen wir natürlich dankbar sein für soviel Weisheit und geballtes Wissen, wie sie uns in derartigen Werken vermittelt werden. So kam jüngst eine Studie zu dem Ergebnis, Computerspieler seien fett, aggressiv und introvertiert. Wir neigen den Kopf angesichts dieser bahnbrechenden und universellen Erkenntnis und erwägen, derart gefährlichen Hobbies in Zukunft fernzubleiben - schließlich sehen die Jungs links im Bild genauso aus wie in der Studie beschrieben, oder?
Ebenfalls wissenschaftlich fundiert sind wohl die 7 guten Gründe für Windows 7 der Website Wired. Auch hier allerdings ist die Praxisrelevanz zu bezweifeln - es ist wohl kaum wahrscheinlich, dass es angesichts dieser Publikation nun großräumig zu rituellen Pinguin-Verbrennungen kommen wird. Auch Schneeleoparden werden sich wohl so bald nicht unter den bedrohten Tierarten wiederfinden. Weniger begeistert von Windows 7 ist jedenfalls die Free Software Foundation, die zwar wichtige Punkte anspricht, dem normalen User, der mit dem PC eigentlich nur arbeiten will, aber allzu dogmatisch daherkommt - manchmal ist auch ein Betriebssystem einfach nur ein Betriebssystem und nicht primär eine philosophische oder politische Aussage. Wahrscheinlich bleibt alles wie gehabt und jede(r) nutzt das Betriebssystem, das ihm oder ihr am besten gefällt, sei es nun Pinguin, Apfel oder buntes Fenster. Eigentlich ein Grund zur Freude - auch für die Popcorn-Verkäufer, die wahrscheinlich reich werden mit den ritualisierten und hitzigen Diskussionen, die immer wieder ausbrechen, wenn es um das Thema Betriebssysteme geht. Passend hierzu noch ein kleines Musikvideo zum Wochenende.
Manchmal ist die Wissenschaft, in diesem Fall genauer gesagt die Medizin, dagegen etwas, das auch die Behörden nur allzu gerne ignorieren. Diese Erfahrung machte der britische "NASA-Hacker" Gary McKinnon, der nun schon seit Jahren gegen eine Auslieferung an die USA kämpft (und mal ehrlich, verstehen kann man es angesichts der schon sprichwörtlichen Gastlichkeit amerikanischer Folterknäste, Verzeihung, mit den Menschenrechten völlig konformer Haftanstalten). McKinnon, so seine Ärzte, leidet am Asperger-Syndrom, einer Form des Autismus. Das verändert nicht nur die Bewertung seiner Straftaten (denn mal im Ernst: Wie viele von euch würden bekifft das Pentagon hacken, um Beweise für die Existenz von UFOs zu suchen? Genau!) sondern bedeutet auch, dass eine Auslieferung für ihn eine erhebliche psychische Belastung bedeuten würde, da sie ihn komplett von vertrauten Menschen und Orten entfernen würde. Das muss doch eine Rolle spielen im Prozess? Leider nein. Darum wurden nun mehrere Kampagnen zur Unterstützung McKinnons gestartet, unter anderem eine von Liberty, bei der bunte Papierflugzeuge mit der Aufschrift "Don't Let Gary Go!" eine tragende Rolle spielen. Erinnert ein wenig an die Memos im Zaubereiministerium, die viele von uns aus den Harry Potter-Büchern kennen. Und auch da sind viele Politiker genauso ignorant, machtgeil und am Wohlergehen ihrer Bürger nicht wirklich interessiert, wie es im Fall McKinnon der Fall zu sein scheint. Zufall? Oder dürfen wir im Fall McKinnon noch auf eine magische Erleuchtung hoffen?
Eine solche wünscht man sich auch bei den Verfechtern der Video-Überwachung. Denn diese, wo wir gerade bei wissenschaftlichen Studien sind, ist derartig ineffektiv, dass pro 1000 Kameras lediglich eine Straftat aufgeklärt wird. Da muss man sich doch fragen, ob ein solches Preis-Leistungs-Verhältnis (beziehungsweise Überwachungs-Sicherheits-Verhältnis) nicht ein ganz kleines bisschen unbefriedigend ist. Gleiches gilt natürlich seit jeher für Dinge wie behördliche Skype-Trojaner - aber der ist jetzt wenigstens, ganz im Sinne der Free Software Foundation, Open Source.
Ebenfalls für Aufsehen sorgte der Grünen-Politiker Spitz. Dieser will unbedingt die Vorratsdaten seines Handys wissen. Da ist es doch gut, dass sein Provider diese Daten gespeichert hat, oder? Nun ja, ganz so ist es natürlich nicht - vielmehr will Spitz im Rahmen der informationellen Selbstbestimmung wissen, welche Daten der Staat über ihn gespeichert hat. Ein lobenswertes Anliegen auch im Sinne anderer Betroffener - leider versaut das Timing, kurz vor der Bundestagswahl, ein bisschen den aktivistischen Stil der Aktion. Aber man kann halt nicht alles haben.
Noch etwas, was man als normaler Mensch nicht haben darf: Die technische Richtlinie zur Umsetzung der deutschen Netzsperren. Diese nämlich wird, ganz im Sinne der Demokratie und Transparenz, nur den mitwirkenden Providern zur Verfügung gestellt, wobei die Vertreter zur Geheimhaltung verpflichtet werden. Sehr vertrauenerweckend. Da fragt man sich doch: Hat da jemand was zu verbergen? Sind die Sperren womöglich doch etwas weniger dilettantisch, als man den Menschen zuvor weisgemacht hat? Will uns die Bundesregierung, fürsorglich wie sie ist, nur vor den Gefahren von zuviel Freiheit schützen? Aliens werden es nicht sein, die unsere Regierung da versteckt. Aber sonst... das kann man nur raten. Mehr gibt es hoffentlich nach der Werbung bei Wikileaks.
Mehr von der gulli-Glosse dagegen, vielleicht mit noch mehr neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, gibt es erst wieder in einer Woche. Bis dahin bleibt dem Leser nur, selbst nachzuforschen und Dingen auf den Grund zu gehen - im Sinne der Risikominimierung empfiehlt es sich dabei allerdings, UFO-Akten und Netzsperren-Pläne außen vor zu lassen. Nicht, dass auch bei gulli demnächst Papierflugzeuge gefaltet werden müssen. (Annika Kremer)
News Redaktion am Sonntag, 30.08.2009 20:27 Uhr
Wie meine Vorredner finde ich auch das die Glosse sehr schön geschrieben ist. Nach einem Arbeitstag genau das richtige :T Da stimme ich mit ein. :T ...
Wie meine Vorredner finde ich auch das die Glosse sehr schön geschrieben ist. Nach einem Arbeitstag genau das richtige :T ...
Jupp ... eine schöne Glosse! ... schaun mer mal, was die nächsten Wochen so bringen ... Ich kann ja mal Orakeln: Nach der Wahl laufen die Entlassungswellen an und die Banken ziehen ordentlich am Rettungsschirm und fressen die 800 Mille auf bzw. transferieren es in die sicheren Steueroasen dieser Wel ...
Wie ich finde die beste Glosse. Weiter so Frau Kremer. :) ...
in der Kürze liegt die würze ^^ Die Glosse wurde nicht komplett angezeigt. Das sollte nun behoben sein. ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 14.05.2013, 13:52 Uhr
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags steht seit vielen Jahren den Bürgern und Gruppen für ihre Anliegen offen. Wir haben uns kürzlich mit einem der 80 Mitarbeiter des Hauses unterhalten. Da seit der Gründung nur sehr wenige Gesetzesänderungen durch Petitionen entstanden sind, wollen wir den Sinn dieser Institution hinterfragen. Dies ist vorerst der letzte Teil unserer Interview-Serie.
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.