
Das Klagelied gegen die bösen Raubmordkopien der Musikbranche klingt dieses Jahr folgendermaßen: Etwa 38 Millionen legal heruntergeladene Songs stehen 312 Millionen illegalen Downloads gegenüber. Dazu würden noch weitere massenhafte Kopien im Freundes- und Familienkreis gehören, zu denen vor allem auch kopierte CDs zählen. Die Schlussfolgerung der Branche kann selbstverständlich nur sein: Die hiesigen Plattenfirmen hätten in den letzten Jahren fast 40 Prozent ihrer Umsätze verloren, die 2007 noch bei 1,65 Milliarden Euro lagen. Man gehe weiter von einem Umsatzrückgang aus.
Für die Branche würde sich auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann ins Zeug legen. Er sagte, dass "Raubkopieren kein Kavaliersdelikt" sei. Selbst kleine Verstöße sollten geahndet werden. Zumindest in diesem Punkt scheint die Musikbranche unisono zu sein, denn auch Dieter Gorny, Chef des Bundesverbandes Musikindustrie, sagte, dass der "Begriff Bagatelle tödlich ist". Mit dabei wieder der beliebte Vergleich zwischen Runterladen und Ladendiebstahl. Die Interpretation, dass man die Zahlen vielleicht andersherum deuten sollte, nämlich das problemloses Runterladen anstatt DRM-Verkrüppelung Zukunft hat, war nicht zu hören. Außerdem würden nach Gorny in Frankreich und Großbritannien 70 bis 90 Prozent der Befragten in einer Umfrage zugeben, dass sie nach der zweiten Verwarnung mit dem Runterladen aufgehört hätten. Das man, zumindest was das Three-Strikes Gesetz angeht, in Europa und Großbritannien mittlerweile ganz anderer Ansicht ist, hat sich vermutlich noch nicht bis zum Bundesverband Musikindustrie rumgesprochen.
Kritisiert wurde statt dessen der Gesetzgeber. Man bedauert, dass man in Deutschland "Privatleute nicht mehr abschrecken kann", sondern nur bei einem gewerbsmäßigen Ausmaß gegen die bösen Raubmordkopierer vorgehen kann. Durch die "zaghafte Umsetzung" des Urheberrechts sieht Gorny selbstverständlich die gesamte Kreativwirtschaft in Gefahr.
Robin Gibb, Mitglied der ehemaligen Band Bee Gees, ist Vorsitzender der Cisac, einem weltweiten Dachverband nationaler Rechteverwerter. Offenbar hat er sich mit der EU angelegt. Die EU will nationale Rechteverwertung liberalisieren, wovon ebenfalls die GEMA betroffen ist. Dagegen möchte Gibb und die Cisac kämpfen und würde zur Not auch "vor den Europäischen Gerichtshof ziehen". Nicht erwähnt wurde, dass aus Sicht der EU die Regelungen der Musikverwerter aus dem letzten Jahrhundert gegen das Kartellrecht verstoßen haben.
Dann gibt es noch andere Stimmen die behaupten, dass die Popkomm in den letzten Jahren bravouröse Weitsicht bewiesen hätte. Tim Renner behauptet in der Berliner Morgenpost, dass die Popkomm früher als die meisten Plattenfirmen ihre Lehren aus dem "digitalen Dilemma" gezogen und auf Stärken gesetzt hätte. Wie das allerdings zu folgender Aussage aus demselben Artikel von Tim Renner passt, muss ein Rätsel bleiben: "Mittlerweile bestens aufgestellt schaute man Jahr für Jahr, Popkomm für Popkomm, gemeinsam in den Abgrund, der die Musikwirtschaft zu verschlucken drohte: Seit den seligen Kölner Tagen von 1999 haben die Plattenlabels um die Hälfte des Volumens verloren. Das betrifft sowohl den Umsatz, als auch die Zahl der bei den sogenannten Majors beschäftigten Mitarbeiter". Wo wurden denn da die Lehren gezogen? Denn nach wie vor gibt es einen großen Nachholbedarf der Industrie an einigermaßen realitätstauglichen Angeboten.
Der Kulturstaatsminister Bernd Neumann forderte Innovationen. Es gäbe Angebote aus anderen Teilen der Welt, die Möglichkeiten schaffen, beispielsweise Musik direkt von MySpace oder Weblogs zu verkaufen. Genau solche Innovationen müssten jetzt auch in Deutschland stattfinden. In diesem Zusammenhang bemerkte der Kulturstaatsminister auch, dass die Künstler anfangen müssten, sich selbst besser im Internet zu vermarkten. Mit anderen Worten sei es an der Zeit, realistische Angebote im Netz zu schaffen.
Auch wenn es möglicherweise unausgesprochen blieb, es gibt doch erste Anzeichen, dass der Downloadmarkt so langsam in die Gänge kommt. Laut einer Studie von Bitkom stieg der Umsatz von Musikdownloads um ganze 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. (020200)
(via Tagesspiegel, heute und weitere tagesaktuelle Quellen, thx!)
(Bildquelle: icanhascheezburger.com, thx!)
News Redaktion am Donnerstag, 09.10.2008 17:38 Uhr
mir gehts auch manchmal schlecht (vor allem am nächsten morgen) und kopiert werd ich auch häufig und reg ich mich auf.. neeee.. :D wat solls wenn die nix anderes zu tun haben als zu weinen laßt sie weinen.. :T ...
mein Gott jeder kopiert sich in irgendeiner Form Musik (...und andere Sachen:D) Man stelle sich nur mal Inet-Radio vor: da kann man alles aufnehmen und es sich auch noch automatisch in Tracks splitten lassen - fertig! ...
Ferbesserungs Vorschlag für die Musikindustrie Einen Automarten zu bauen , wo man sich selbst sich die Lieder aussuchen kann und sich die Cover und und... Wie die Foto Industrie auch schon sich umgerüstet hat und Automaten aufgestelt hat ( ...
Ist dieses Wetterphänomen ein Gewitter? Ich deute das dann einfach mal in eine gewisse politische Richtung und muss leider sagen ---> ZONK! Hör´ auf zu heulen weil du deine Nazimucke nicht überall legal bekommst. Dass die BPJM darüber wacht finde ich gänzlich ok. Es muss ja auch ...
Ferbesserungs Vorschlag für die Musikindustrie Einen Automarten zu bauen , wo man sich selbst sich die Lieder aussuchen kann und sich die Cover und und... Wie die Foto Industrie auch schon sich umgerüstet hat und Automaten aufgestelt hat ( Kloppenburg ) Zb: Preisliste: Der Rohling ( CD Hülle , ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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