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Telekom: Dieses Mal konnte man in 30 Millionen Datensätzen online navigieren und diese ändern

Erneut ein Datenschutzskandal bei der Telekom. Dieses Mal ist es möglich gewesen, über ein Webinterface, Zugriff auf 30 Millionen Datensätze der T-Mobile zuzugreifen. Nicht nur Name, Nummer und Anschrift konnte man einsehen und ändern, sondern auch Bankdaten. Die T-Mobile versprach einen TAN-Schutz für den Onlinezugriff, der Mitarbeitern zur Fernwartung diente.

Über ein normales Webinterface konnte man sich mit entsprechenden Login-Daten Zugriff auf den Datenbestand verschaffen. Selbst Tarifänderungen oder das Anlegen neuer Einzugsermächtigungen sollen möglich gewesen sein. Da diese Zugangsdaten an Vertriebsmitarbeiter gegeben wurden, war es fast nur noch eine Frage der Zeit, bis es zu einem Missbrauch des Zugangs kommt. Laut Angaben des Magazins "Spiegel" hätten einige Journalisten und "Hacker" Zugriff auf die Daten. Der Spiegel deckte die Sicherheitslücke auf und konfrontierte die Telekom mit den Vorkommnissen. Man versprach, und befolgte das Versprechen offenbar, dass die Sicherheitslücke in 24 Stunden behoben werden sollte. Nun hätte man ein TAN-Verfahren, anstatt einem einfachen Login, um die Daten zu sichern.

Zu den Sicherheitsstandards erklärte die Telekom, dass mit dem neuen Verfahren Vertriebsmitarbeiter jetzt nur noch auf die Daten mit Hilfe einer TAN-Nummer zugreifen können. Diese wird per SMS an den Kunden geschickt, sodass Änderungen nur in Anwesenheit des Kunden möglich sein sollen. Auch hätte man in allen Telekom-Filialen die Passwörter ändern lassen. Auf einer Pressekonferenz wurde außerdem gesagt, dass die Telekom zukünftig auf einer extra Webseite über Vorfälle solcher Art berichten möchte. Ob man diesen freiwilligen Eingeständnissen nachgeben wird, bleibt abzuwarten.

Die mögliche positive Begleiterscheinung dieses Vorfalls ist, dass sich nun auch im Lager der Politik und der Medien die Stimmen für verbesserte Vorkehrungen zum Datenschutz, und auch gesetzlichen Regelungen, lauter werden. Laut Angaben der Netzzeitung hat sich Gisela Piltz von der FDP für ein Eingreifen der Bundesnetzagentur ausgesprochen. Silke Stokar von den Grünen sprach sich dafür aus, dass eine freiwillige Verpflichtung zum öffentlichen Verkünden von Datenmissbrauchsfällen nicht genügen würde. Nötig wäre eine gesetzliche Meldepflicht und Schadenersatzansprüche der Kunden. Volker Beck, ebenfalls von den Grünen, forderte aufgrund der Unsicherheit großer Datenbestände einen Stopp der Vorratsdatenspeicherung. Auch an der Maßnahme der Telekom, einen neuen Vorstandsbereich für Datenschutz einzurichten, wird gezweifelt. Der T-Mobile Aufsichtsrat Ado Wilhelm sagte hierzu: "Ich bezweifle, ob das der Sache dient und die Probleme löst." (020200)

(via DW-World, Netzzeitung)

News Redaktion am Sonntag, 12.10.2008 00:49 Uhr

tagsTags: missbrauch datenklau datenpanne telekom

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55 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • soricsoon am 17.10.2008 19:29:12

    @elChupaCabra Beim Datenschutz bemerkt zuerst keiner was das bedeutet Stimmt... ...

  • elChupaCabra am 17.10.2008 07:15:07

    Sehe ich anders! Wenn es direkt um das Geld geht, am besten gleich noch durch einen Griff in die Brieftasche, gehen die Stammtischbrüder gleich alle an die Decke und planen am Stammtisch die Palastrevolution. Beim Datenschutz bemerkt zuerst keiner was das bedeutet, denn es griffelt ja keiner direkt ...

  • soricsoon am 16.10.2008 20:00:52

    Die Regierung hat doch, bedingt durch die Bankenkriese, derzeit eine tolle Ablenkung vom Thema Datenschutz! Vieleicht muss sich erst die nächste Generation Lobbyisten nach den Wahlen darum kümmern. Aber eines stört mich daran wirklich: Keine echten Reaktionen auf diese Verlet ...

  • elChupaCabra am 16.10.2008 07:16:19

    Die Regierung hat doch, bedingt durch die Bankenkriese, derzeit eine tolle Ablenkung vom Thema Datenschutz! Vieleicht muss sich erst die nächste Generation Lobbyisten nach den Wahlen darum kümmern. Aber eines stört mich daran wirklich: Keine echten Reaktionen auf diese Verletzung des Datenschutz ...

  • Schattenspieler am 15.10.2008 23:57:07

    Das Beispiel betrifft zwar eine komplett andere Baustelle, zeigt aber das die Regierung handeln kann wenn sie dazu gezwungen wird. Und Zwang scheint mir -um mal wieder zum Thema zu kommen- bei der Telekom und bei der Regierung zum Thema Datenschutz angebracht...Stimmt, viel ...

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