
Im Fall von Chrome nutzten die findigen Trendelburger offenbar eine juristische Lücke beziehungsweise Unklarheit aus. Die von Google an die Nutzer ausgegebene Version des Browsers stellt an sich keine Freie Software dar. Der Inhalt des Programms darf dementsprechend normalerweise nicht verändert oder von Dritten vertrieben werden. Gleichzeitig stellte die Google Inc. den Sourcecode ihres Programms unter dem Namen "Chromium" frei ins Netz.
Dieser steht unter der BSD-Lizenz (Berkeley Software Distribution), die die Befugnisse der Programmierer sehr stark erweitert. Software, die unter BSD-Lizenz veröffentlicht wurde, darf verändert und auch in jeglicher Form verbreitet werden. In groben Zügen ähnelt dieses Lizenzmodell der GNU General Public License (GPL). Allerdings wurde hierbei die BSD-Lizenz im Vergleich zur GPL noch liberaler formuliert. Und auf diesem frei verfügbaren Quellcode baut das hessische Unternehmen nun den Browser Iron auf. Dementsprechend wäre deren Software also ein legaler Klon, auch wenn Chrome selbst nicht quelloffen ist. Ist Google etwa Opfer der eigenen und höchst verwirrenden Nutzungsbedingungen geworden? Wurde das Reverse-Engineering hier durch die Hintertür doch noch ungewollt legalisiert?
Wir befragten Stefan Ries bezüglich seiner Gründe, warum er Iron veröffentlicht hat. "Hauptmotivation war zunächst einmal die, dass ich zwar von Chrome aufgrund der Innovationen in Sachen Geschwindigkeit und Stabilität usw. durchaus begeistert war, mich aber die Berichte über die Probleme beim Datenschutz dann doch zu sehr abgeschreckt haben, als das ich den Browser für tägliches Surfen benutzt hätte. Es lag also nahe, aufgrund der Verfügbarkeit des Chromium-Quelltextes, die bemängelten Punkte selbst auszukorrigieren. Ebenso nahe lag es natürlich, da ich schon einige Jahre eine Seite mit Software- und Onlinedienstleistungen betreibe, diese Modifikation der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, die wie man sieht, hieran auch ein sehr großes Interesse hat."
Auf all die Fußangeln und Handschellen wie die Client-ID, Timestamp, Suggest, Alternate Error Pages, Error Reporting, RLZ-Tracking, Google Update und den URL-Tracker hat man bei Iron verzichtet. Von den Freeware-Tools, die im Web verfügbar sind, um Chrome das Telefonieren abzugewöhnen, rät die Firma ab. Diese verändern den Quelltext nicht und bieten somit nur eine begrenzte Kontrolle über den Datenhunger des Browsers. Manche Funktionen wie den URL-Tracker kann man bislang auch mit zusätzlichen Tools noch nicht deaktivieren.
Im Test machte der Browser einen sehr flotten Eindruck. Die Engine, die im Browser für den Aufbau der Webseiten zuständig ist, kann sich wirklich sehen lassen. Allerdings hat Iron ähnlich wie viele seiner Konkurrenten so seine Problemchen im Umgang mit der Blogger-Software WordPress. Einem unverbindlichen Test ohne das E.T., der Außerirdische, seinen leuchtenden Finger gen Himmel richtet, steht trotzdem nichts im Weg. Wer ohne Lauschposten im Internet Surfen will: Der Installer für XP und Vista und auch der komplette Quellcode steht auf der Website des Herstellers zum Download bereit. Benutzer von Linux oder Apples Mac OS X schauen indes momentan noch in die unbeleuchtete Röhre. Dafür verzichten diese auch auf Chromes Sicherheitslücken, die im Verlauf der letzten Tage bekannt wurden.
(Danke an fluchen_net für den Tipp!)
Update: Der Hersteller bietet ab sofort für die aktuelle Version des Browsers einen Adblocker an. Mithilfe einer Filterliste kann so praktisch jede bekannte Onlinewerbung blockiert werden. Eine funktionierende Filterliste findet sich hier und muss nach Auskunft des Programmierers lediglich ins Iron-Stammverzeichnis (z.B: C:ProgrammeSRWare Iron) kopiert werden. Der Adblocker funktioniert aber nur mit der neuesten Iron-Version, der damit noch zusätzlich an Attraktivität gewinnen dürfte. (Ghandy)
News Redaktion am Sonntag, 12.10.2008 20:09 Uhr
Ich teste den Iron nun seit mehreren Wochen und bin sehr zufrieden. Geschwindigkeitseinbußen konnte ich keine feststellen, ich war eher positiv überrascht. Auch schön ist die Funktion Tabs von einem zum anderen Fenster zu verschieben. (+ die tolle animation :D) Sanharib: Ich denke auch, ...
Ist ja klasse. Jetzt kann ich Google's Browser endlich testen. ...
Bitte lasst die Beleidigungen bleiben. Beim nächsten Mal gibt es gratis Urlaub! ...
Den integrierten AdBlocker kann man meiner Meinung vergessen. Die Werbung auf meinen Webseiten sind zu 90% noch da. Es wurden nur eine Werbefläche von 10 entfernt! Daher absoluter mist. Da die URL der Werbung eindeutig darauf hinweist. Dann machst du bei deinen Einstellungen eindeut ...
Problematisch sind Googles Browse-Profile vor allem im gewerblichen Bereich. Da es eine der Hauptaufgaben der Auslandsgeheimdienste der USA ist, den einheimischen Wirtschaftsbetrieben durch Industriespionage zuzuarbeiten, sind Googles Daten eine hervorragende Quelle für Informationen womit sich Ind ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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