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China: Pekinger Internetcafes noch akribischer überwacht

Aus der westlichen Welthälfte gesehen ist China längst ein totalitärer Staat, was in der Novelle 1984 Fiktion ist, wird in China Realität. Viele Chinesen, denen etwas an ihrer Privatsphäre hing, hatten bis vor kurzem noch die Möglichkeit, verschiedene Internetcafés zu nutzen, ohne ihren Seitenbesuchen zugeordnet zu werden. Diese Möglichkeit war dem großen Überwacher ein Dorn im Auge - nun heißt es Lächeln! beim Betreten eines Internetcafes, denn überall dort, wo man sich bis vor Kurzem noch sicher gefühlt hat, hängt nun eine Überwachungskamera.

Dies ist nur eine weitere Stufe des Kontrollwahns Chinas: Schon seit März diesem Jahres reicht es nicht mehr, dem Betreiber eines Internetcafes genügend Geld über die Theke zu reichen - ohne Personalausweis, Foto und einer daraus resultierenden eindeutigen Internetcafe-ID geht schon lange nichts mehr. Wie die regierungsbeeinflußte Xinhua berichtet, werden die Nutzerdaten bei jedem Cafebesuch aufgefrischt und an die Municipal Law Enforcement Agency of Beijing gesendet.Damit wird nicht nur der gesamte Internetbesuch getrackt, sondern auch der Besuch der Cafes der Hauptstadt deutlich eingedämmt. "Mein Internetcafe war wie ein leerer Klassenraum, als die Überwachungskameras installiert wurden." Nach einem Monat habe der Nutzer sich jedoch daran gewöhnt und sei zurückgekommen. Sofern man keinen anderen Zugang zum Internet hat, wird man sich dies wohl schnell anders überlegen. Schließlich surft man doch lieber überwacht als gar nicht.

Die Berfürchtungen vieler Beobachter hatten sich schon während der Olympischen Spiele bestätigt: Versprochene Aufhebungen der Einschränkungen auf den Zugriff des Internets wurden nicht durchgeführt, die Zensur von "bösartigem" Material blieb bestehen.

Letztlich bleibt sich nur zu Fragen, wie es denn dann wirklich aussieht. Wenn die staatlich kontrollierte Zeitung darüber berichtet, wie viele ausgereiftere Überwachungsmöglichkeiten hat sich China dann schon geschaffen?

Kommentar: Und machen wir uns nichts vor, diese Überwachung gibt es nicht nur in China, auch in den USA und Europa ist sie schon da. Nur dass niemand darüber redet. (-rbrueckner)

(via ars.technica, thx!)

(Bildquelle: amnesty.at, thx!)

News Redaktion am Samstag, 18.10.2008 08:55 Uhr

tagsTags: china 1984 orwell censorship zensur beijing totalitär

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14 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • shirker am 20.10.2008 02:05:31

    Kommentar: Und machen wir uns nichts vor, diese Überwachung gibt es nicht nur in China, auch in den USA und Europa ist sie schon da. Nur dass niemand darüber redet. wo, wie in china? beweise? ...

  • BlueLittleFoxy am 19.10.2008 21:37:11

    Es ist natürlich äußerst leicht für die deutschen Medien, irgendetwas Negatives(oder auch Positives, das kommt aber seltener vor) über irgendein Land zu berichten, welches auf der anderen Seite vom Globus liegt. Denn schließlich können wir hier ohne extremen Aufwand (z.B. eine Chinareise) nur ...

  • soricsoon am 18.10.2008 21:40:40

    Ich frag mich schon länger was passiert wenn man seinen kompletten Datenverkehr dort verschlüsselt über nen Proxy im Ausland laufen lässt.. Der Proxy natürlich auch gecryptet. Kommt dann sofort ein erschießungskommando und jagt deine Bude in die Luft? Die Chinesen ...

  • DerLangweiler am 18.10.2008 18:56:37

    Ich frag mich schon länger was passiert wenn man seinen kompletten Datenverkehr dort verschlüsselt über nen Proxy im Ausland laufen lässt.. Der Proxy natürlich auch gecryptet. Kommt dann sofort ein erschießungskommando und jagt deine Bude in die Luft? ...

  • joinbug am 18.10.2008 17:36:00

    Letztendlich gehts doch hier in die selbe Richtung :dozey: In China werden die Leute offensiv bevormundet, hier in Deutschland eben subtiler mit dem alles rechtfertigenden Terrorvorwand :rolleyes: Früher oder später wird in beiden Fällen das Fass überlaufen ...

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