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US-Kriegsberichterstattung: Militär beendet Profilerstellung für Journalisten

Das US-Militär löste sich jüngst von einem Vertrag mit einem Unternehmen für Öffentlichkeitsarbeit bezüglich des Afghanistan-Kriegs. Dieses war für die Einteilung von Journalisten in verschiedene Stufen der Befürwortung oder Ablehnung zuständig.

Ob eine kriegerische Auseinandersetzung bei der Öffentlichkeit gut ankommt, oder nicht, das entscheidet zu einem nicht unerheblichen Teil die Presse. Medien sind es, die das Geschehen aus dem Kriegsgebiet heraustragen, aufbereiten und dann massentauglich an die Öffentlichkeit bringen. Wie der jeweilige Autor einen Konflikt beurteilt und welche Bereiche der Vorkommnisse und Zusammenhänge er benennt, entscheidet mitunter zu einem großen Teil über die Unterstützung der Menschen.

Das US-Militär gab vorige Woche im hauseigenen und vom Pentagon getragenen Magazin Stars and Stripes bekannt, dass man bisher eine Profilerstellung der sogenannten "embedded journalists" in Auftrag gegeben hatte. Das damit betraute Unternehmen The Rendon Group unterteilte in dieser Aufgabe Journalisten und ihre Arbeiten in "positiv", "neutral" und "negativ". 1.5 Millionen US-Dollar war es Washington wert, eine grundlegende Einschätzung von Reportern und Journalisten zu erhalten, die hauptsächlich direkt aus dem Krisengebiet Afghanistan berichteten. Nun stellt laut Militärsprecherin Lieutenant Commander Christine Sidenstricker The Rendom Group die Zusammenarbeit mit dem Bagram Regional Contracting Center ein.

Obgleich man eine Profilerstellung für nötig gehalten hat, habe man diese Informationen niemals dahingehend genutzt, um unliebsame Reporter aus den Truppen und den Brennpunkten der Kämpfe zu entfernen. Es sei dabei niemals die Absicht gewesen, negative Schlagzeilen zu verhindern. Anhand des Beispiels des freiberuflichen Fotografen Zoriah, der wegen Bildern von getöteten US-Soladaten die Truppen verlassen musste, könnte man dies jedoch in Frage stellen. Schon in diesem Fall zeigte sich, dass diese Eindrücke nicht das sind, was man sich wohl an öffentlichkeitswirksamen Darstellungen erhofft hatte. Zweifel an der These der Unbedenklichkeit lässt auch der Umstand zu, dass die Profile gleichzeitig Ratschläge enthalten haben sollen, wie man solche nicht förderlichen Arbeiten und Journalisten wieder los werde.

Kritik gab es unter anderem von der in Brüssel ansässigen International Federation of Journalists. Von dort hieß es, man habe nicht den Eindruck, dass es dem Militär um seriöse Berichterstattung ging, sondern schlichtweg die Propagandazwecke im Vordergrund stünden. (MSX)

(via Reuters)

(Bildquelle: workforceinteractive.com)

News Redaktion am Dienstag, 01.09.2009 00:08 Uhr

tagsTags: afghanistan profilerstellung reporter the rendon group us-militär journalist usa zensur

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5 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Laird_Dave am 01.09.2009 19:21:51

    Schon Otto von Bismarck wusste "Nirgends wird so viel gelogen wie vor der Wahl, während dem Krieg und nach der Jagd" ...

  • Shurayuki am 01.09.2009 17:18:04

    Da soll mal noch einer sagen, die Amies hätten aus ihren Fehlern in Vietnam nix gelernt! :D ...

  • am 01.09.2009 06:23:07

    Propaganda gibt es nicht, nur die eigene Sicht der Dinge;) Wobei warum brauchten sie überhaupt Reporter? Für die Zukunft montieren wir eine Kamera mit Sender an jedem Helm, HD natürlich mit den ganzen Filter die Notwendig sind..zB.IR. Verkaufen das als "Big Brother of War" zu einem, je nach ein ...

  • Todde am 01.09.2009 02:32:21

    es ist im krieg halt wie im normalen leben. man muss die schlechten dinge als ganz besonders gut oder notwendig darstellen, damit das dumme volk es akzeptiert und unterstützt. schließlich will ja hier jeder seine unedlen ziele durchsetzen und da kann es ja nicht sein, das so ein volk sich aus eige ...

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