
Quote Unquote Records ist ein von dem Künstlerkollektiv Bomb the Music Industry! unter Führung des Arrogant Sons of Bitches-Frontmanns Jeff Rosenstock betriebenes Label. Es läuft unter dem Titel "Das erste spendenbasierte Plattenlabel" - und stellt konsequenterweise alle Stücke auf seiner Homepage kostenfrei zum Download zur Verfügung.
Oder würde dies zumindest tun, denn aktuell ist die Seite des Labels genauso down wie die Internetpräsenzen von 'Bomb the Music Industry!' und den 'Arrogant Sons of Bitches'. Schuld daran ist ein Copyright-Verstoß von Labelchef Jeff Rosenstock. Der Haken an der Sache ist, dass es sich um sein eigenes Copyright handelt.
Rosenstock erklärt im MySpace-Blog des Labels, dass er vor etwas mehr als einer Woche eine Nachricht von seinem Webhoster bekommen habe, weil er einige urheberrechtlich geschützte Files auf seiner Website habe. Dabei handelte es sich um fünf Jahre alte 'Arrogant Sons of Bitches'-Songs, die Rosenstock nach eigener Angabe bereits vergessen hatte.
Er wendete sich daraufhin telefonisch an den Webhoster, um zu erklären, dass es sich bei den beanstandeten Files um Songs handle, die er sogar selbst geschrieben habe. Dort bekam er die Zusage, dass dies kein Problem darstelle. Trotzdem entfernte Rosenstock die urheberrechtliche geschützten Dateien von seinem Server - insgesamt vier Alben.
Drei Tage später war die Seite down. Der Grund: Rosenstock habe urheberrechtlich geschützte Files auf seiner Seite, was einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen darstelle. Er solle doch bitte nachweisen, dass ihm das Copyright auf die Stücke gehört, dann würde die Seite wieder freigeschaltet.
Hier beginnt Rosenstocks wirkliches Problem: Da 'Quote Unquote Records' seine Stücke grundsätzlich gegen eine Spende abgibt, stehen viele von ihnen unter einer Creative Commons Lizenz und sind nicht bei der amerikanischen Urheberrechtsbehörde registriert. Üblicherweise wird die Creative Commons Lizenz eines Werkes auf der Seite des Künstler angezeigt. Und die ist im Fall Rosenstocks bekanntlich aktuell nicht am Netz.
Der Musiker sieht in dem Vorgehen des Webhosters nicht nur ein Ärgernis, sondern auch eine ernstzunehmende Gefahr für viele Künstler, die einen laxen Umgang mit ihren Urheberrechten pflegen:
"Ich denke das Schockierende daran ist für mich, dass es aussieht als ob mein Webhoster [...] eine "schuldig bis zum Beweis der Unschuld"-Taktik fährt, was erschreckend für jeden ist, der nicht für jede kleine Idee, die er je in seinem Schlafzimmer gehabt hat, einen Brief an die amerikanischen Copyright-Behörde schickt. Was für ein großartiges neues digitales Zeitalter [...]."
Für Rosenstock kommt noch hinzu, dass der Hoster ihm den Zugang zu seinen auf dem Server gelagerten Daten verweigert. Da zusätzlich ein Festplatten-Crash bei dem offensichtlich nicht allzu Backup-freudigen Künstler zu einem vollständigen Verlust aller Daten des letzten Jahres geführt hat, steht er nun ohne seine eigenen Musikstücke da. Rosenstock bittet die Fans um Hilfe: Wer zufällig auf das eine oder andere Stück von 'Quote Unquote Records' stößt, solle es ihm bitte zukommenlassen.
Die Website wird das Label nun wohl komplett neugestalten lassen, wahrscheinlich erhalte man - wo wir schon bei unglücklichen Koinzidenzen sind - dann auch pünktlich zum Neustart wieder Zugang zum Server. (Simon Columbus)
(via TorrentFreak, thx!)
News Redaktion am Montag, 20.10.2008 01:56 Uhr
Wer sagt denn, dass es ein Paid-Hoster ist? ...
Ich frage mich wo hin uns das Copyright noch führt. Der nächste Webhoster sperrt einem vielleicht weil man eingene Copyright geschützte Fotos oder Texte auf seinen Webspace hat. Dann dürfte man bald gar nichts mehr uploaden, da jede Datei Copyright geschützt sein kann. Zumindest sollte ein Paye ...
[QUOTE='Verstehe ich das richtig, dass man theoretisch jeder Newcomer Band auf MySpace, die ihre eigenen Songs dort hochladen, diese wegnehmen könnte, weil sie nicht registriert bzw. geschützt wurden? Oder hat dieses Label nur Ärger gekriegt, weil sie ihre eigenen -nicht geschützt ...
Quote Unquote Records ist ein von dem Künstlerkollektiv Bomb the Music Industry... Was soll man bei dem Namen auch anderes erwarten.:rolleyes: ...
Da zusätzlich ein Festplatten-Crash bei dem offensichtlich nicht allzu Backup-freudigen Künstler zu einem vollständigen Verlust aller Daten des letzten Jahres geführt hat, steht er nun ohne seine eigenen Musikstücke da. Geiles Label! Festplatten halten ja bekanntlich ein Leben l ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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