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Sniffing-Attacke: Schweizer Forscher erschnüffeln Tastatureingaben aus zwanzig Meter Entfernung

Schweizer Forscher haben eine Möglichkeit entdeckt, selbst aus zwanzig Metern Entfernung über elektromagnetische Impulse Tastatureingaben mitzuloggen. Auf einer Konferenz wurde das Verfahren vorgeführt. Auch haben sie ein Video anfertigt, welches demonstriert, dass man selbst durch eine Wand hindurch die Eingaben mitloggen kann.

Die beiden Wissenschaftler gehören zum Security und Kryptografie Labor der Ecole Polytechnique Federale de Lausanne. Dabei haben sie eine Schwachstelle an Tastaturen entdeckt. Sie fanden insgesamt vier Möglichkeiten, wie man aus der Entfernung die Eingaben der Tastatur per Antenne mitloggen konnte. Über elektromagnetische Impulse, die in der Tastatur entstehen und über die Stromleitungen gesendet werden, ist es möglich, die Keycodes zu dechiffrieren. Sie sagen, dass viele der Tastaturen, die im Handel erhältlich sind, mit dieser Methode ausgeschnüffelt werden können, und sich daher nicht eignen, um sensitive Nachrichten zu versenden. Das grundsätzliche Problem ist jetzt, dass Tastaturen, auch solche in Laptops, nicht mehr als völlig sicher gelten können. Die Experimente fanden unter Laborbedingungen statt. So wurde extra das Netzteil von Rechner entfernt, um keine störenden Signale zu erhalten. In einer Alltagsumgebung sind wesentlich mehr Störsignale vorhanden, die das Verfahren möglicherweise unbrauchbar machen. Dennoch ist dieses kein Zeichen zur grundsätzlichen Entwarnung. Andere Sicherheitsforscher äußerten sich bereits zu der Demonstration. Einige hielten das Vorgehen für möglich und plausibel, auch wenn es "sehr James Bond" sei.

Für das Experiment benutzten die Wissenschaftler relativ günstiges Equipment. Als Antenne zum Empfangen der elektromagnetischen Impulse nutzten sie lediglich ein langes Kabel. Sie schreiben in ihrem kurzen Bericht, dass ihr Verfahren noch wesentlich verbessert werden könnte. Da Tastaturen dazu benutzt werden, Logins und Passwörter einzugeben, ist das keine gute Nachricht. Galten bisher WLAN-Netzwerke als große Schwachstelle in Unternehmen, so könnte durch dieses Experiment die Gefährdung noch viel unmittelbarer werden. Man weiß schließlich nie, welche Apparate sich gerade im Nebenraum befinden. (020200)

(via Register, thx!)

News Redaktion am Dienstag, 21.10.2008 01:33 Uhr

tagsTags: hacking schwachstelle sicherheitslücke schnüffeln usb sniffer tastatur ps2

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16 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • am0kk am 23.10.2008 21:33:37

    Einen kleinen Einwurf hätte ich zu dem Thema noch. Wenn es wirklich möglich ist, die elektromagnetischen Impulse einer Tastatur (Keyboard) zu messen, und die entsprechende Zuweisung zu den gedrückten Tasten zu bestimmen, so wäre das doch auch für Kriminelle ein nettes Spielzeug mit dem sie dann ...

  • Hollii am 22.10.2008 22:18:15

    Ich finde das jetzt ein wenig seltsam und irgendwie auch erschreckend. Soll das wirklich funktionieren? Falls ja, würde das ja ganz neue Möglichkeiten der Überwachung ermöglichen. Davor hab ich Angst Ich hab ne Passwort-Datenbank, welche alle meine Passwörter einhält ...

  • shirker am 22.10.2008 19:46:27

    theoretisch moeglich nichts alltaegliches aber es ist moeglich... ...

  • am 22.10.2008 16:33:12

    Falls ja, würde das ja ganz neue Möglichkeiten der Überwachung ermöglichen. Davor hab ich Angst. Google mal nach Van Eck Phreaking, oder Tempest ;) Du wirst sehen, dass diese Art der Spionage nicht ganz neu ist. Aber angebliche Forscher sind im Zugzwang, irg ...

  • Destiny666 am 22.10.2008 13:42:31

    Ich finde das jetzt ein wenig seltsam und irgendwie auch erschreckend. Soll das wirklich funktionieren? Falls ja, würde das ja ganz neue Möglichkeiten der Überwachung ermöglichen. Davor hab ich Angst. Und wegen der PW: Dann muss man halt schauen, dass man Trojanerfrei bleibt und dann irgendwo a ...

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