
Dabei wählten die Autoren Fedora 9 aus, da diese Distribution auf Red Hat 7.1 basiert. Red Hat 7.1 wurde bereits von David A. Wheeler 2002 auf ähnliche Art untersucht. Somit kann man beide Studien besser miteinander vergleichen. Damit eine willkürliche Paketauswahl das Ergebnis nicht beeinflussen kann, wurden alle 5547 Quellcodepakete von Fedora 9 ausgewertet. Die Auswertung geschah mit dem Programm Sloccount von Wheeler, das die Zahl der Quellcode-Zeilen ohne Leerzeilen und Kommentare erfasst. Der Vorteil bei dieser Methode ist der, dass die Zahl der Zeilen für das COCOMO-Modell ausreicht, um die Entwicklungszeit zu schätzen. Für Fedora 9 wurden 204 Millionen Codezeilen ermittelt, für deren Entwicklung 60.000 Personenjahre erforderlich sind. Man muss jedoch beachten, dass 60.000 Entwickler in einem Jahr nicht in der Lage sind, diese Arbeit zu leisten, da der Entwicklungsprozess mit zunehmender Entwicklerzahl immer ineffizienter wird. Das Programm ermittelte daher eine theoretische Entwicklungszeit von 25 Jahren.
Die Autoren setzten dann ein Jahresgehalt von 75.000 US-Dollar pro Entwickler an. Dieser Wert entspricht dem aktuellen Durchschnitt in den USA. Neben den Gehaltskosten fallen zudem Neben- und Infrastrukturkosten an, die in einer Multiplikation mit 2,4 widergespiegelt werden. Dies führt zu einem Gesamtwert von Fedora 9 von 10,8 Mrd. US-Dollar, wovon alleine 1,4 Mrd. US-Dollar auf den Kernel, welcher 6,77 Millionen Codezeilen aufweist, fallen.
Natürlich enthält diese Rechnung viele Ungenauigkeiten, was den Autoren auch klar ist. So sind beispielsweise die Gehaltskosten in anderen Teilen der Welt wesentlich geringer. Das COCOMO-Modell wurde zudem ursprünglich für proprietäre Software entwickelt und beruht auf der Studie von früheren Projekten. Die Autoren glauben, dass es für freie Software eher weniger geeignet ist. Zudem unterschätze es den Aufwand der OSS-Programmierung. Denn bei freier Software wird viel Code im Lauf der Zeit geändert, während COCOMO lediglich von Hinzufügung von Code ausgeht. Das Modell kann zudem nicht die Anstrengungen messen, die in die Verkleinerung des Codes einfließen, denn kleinerer Code ist nach dem Modell stets schneller und billiger zu erstellen.
Neben diesen Erkenntnissen fand man zudem sehr interessante Zahlen heraus: So wuchs, im Vergleich zu früheren Messungen, Linux enorm an. Aus 30 Millionen Codezeilen wurde in sechs Jahre fast das Siebenfache. Aus 8.000 Personenjahren wurden 60.000. Das Wachstum ist zum Teil jedoch auch dem gestiegenen Lieferumfang von Fedora 9 gegenüber Red Hat 7.1 zuzuschreiben.
Auch wenn die Summe von 10,8 Mrd. US-Dollar eine enorme Zahl darstellt, liegt für die Linux Foundation der wahre Wert von Linux woanders. Linuxanwender erhalten auf einer Distributions-DVD nicht nur den Gegenwert von Milliarden von Dollar kostenlos, sondern auch kurze Entwicklungszeiten und eine unbegrenzte Flexibilität. Umgekehrt wurden die enormen Kosten, die die Entwicklung von Linux und der anderen freien Software in den Distributionen verursacht hat, durch eine große Gemeinschaft getragen und somit auf viele Schultern verteilt. Eine vollständige Neuentwicklung in proprietärer Weise, wie sie Microsoft mit Windows geleistet hat, wäre nach den Autoren heute nicht mehr möglich. (_Benny_)
(via Linux Foundation, thx!)
News Redaktion am Mittwoch, 22.10.2008 17:40 Uhr
Ich erweise denjenigen meinen Respekt und Dankbarkeit die sowas in ihrer Freizeit machen und kein Geld dafür verlangen :T So könnte es bei jedem Programm aussehen, wenn nicht so viele Menschen Geldgeil wären. ...
Geniale Arbeit was all die hunderdtausenden Leute leisten, die an diesen Projekten mitwirken! Einen riesen Respekt sollte man vor ihnen haben, da sie nicht nur nebenbei arbeiten gehen um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren, sondern auch noch einen Teil ihrer Freizeit für die Allgemeinheit opfern u ...
Kann ich das Geld in Bar haben bitte, das OS selber ist für mich nicht relevant. :T ...
Tja dan sag ich mal Danke den Ganzen "Entwicklern" die daran Arbeiten !! mFg ...
Ich halte es für sehr aussagelos, den Wert eines Programms anhand der Größe seines Quelltextes zu messen. Der Fehler ist bestimmt riesig. Vermutlich könnte eine Person, die Ahnung von Linux, Programmieren und Wirtschaft hat, eine bessere Zahl raten. ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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