
Gestern vor 25 Jahren gründete der US-amerikanische Aktivist, Programmierer und Hacker Richard M. Stallman das GNU-Projekt mit dem Ziel ein vollständiges und zudem Freies Betriebssystem zu erschaffen. Den Anwendern sollte es ohne den Einsatz von DRM, Anbieter-Lock-in oder jegliche proprietäre Dateiformate oder sonstige Einschränkungen erlaubt werden, es nach Wunsch zu nutzen, zu studieren, zu teilen und zu verbessern.
Die Free Software Foundation mit Sitz in Boston wurde 1985 gegründet, um die Kerngedanken hinter Stallmans GNU-Projekt bekannter zu machen. Stallman ist der Meinung, dass die Freiheit im Umgang mit Software auch für eine gerechte und freie Gesellschaft entscheidend ist. Die getane Arbeit zwischen 1983 und 1991 legte unter anderem den Grundstein für zahlreiche andere Projekte. So wurde 1992 das Betriebssystem mit einer wichtigen Komponente vervollständigt: dem Linux-Kernel.
Der Erfolg des GNU/Linux-Betriebssystems ermutigte Dritte zur Entwicklung weiterer Freie-Software-Projekte wie Firefox, Thunderbird, KDE und OpenOffice.org. Heute existieren weltweit hunderte unterschiedliche GNU/Linux-Distributionen. Sie laufen auf den verschiedensten Geräten, vom Webserver über Küchengeräte bis hin zu Mobiltelefonen und Laptops. Mittlerweile haben auch höchst kommerziell funktionierende Unternehmen wie Google oder Nokia entdeckt, dass quelloffene Betriebssysteme und Programme der Vermarktung der eigenen Geräte sehr dienlich sein können. Während "Big G" (Google) von Beginn an mit Android auf ein offenes Betriebssystem für sein Handy gesetzt hat, ist Konkurrent Nokia erst im Sommer dieses Jahres zur Besinnung gekommen. Man will Symbian OS ebenfalls quelloffen anbieten, um die Vermarktung der eigenen Geräte voranzutreiben. Wie viele Freiheiten das Betriebssystem Android von Google tatsächlich bieten wird, bleibt allerdings abzuwarten. Software kann komplett quelloffen und dennoch sehr unfrei sein. Schon die geplante Beschränkung auf zahlreiche Google-eigene Dienste beim G1 hat die Kritiker aufhorchen lassen.
Der Düsseldorfer FSFE-Fellow Michael Stehmann über den Geburtstag vom GNU-Projekt: "Die Bedeutung des GNU-Projektes kann nicht unterschätzt werden. Wenn heute Freie Software beinahe im Mainsteam angelangt ist, ist dies vor allem der Beharrlichkeit derjenigen zu verdanken, die dieses Projekt gegründet und unterstützt haben. Der Gedanke, dass Software und andere geistige Leistungen nicht der Verfügungsgewalt der Unternehmen unterliegen müssen und dürfen, lebt durch diese Leute fort. Die vier Freiheiten sind von fundamentaler Bedeutung für eine soziale Wirtschaftsordnung und Gesellschaft. Insoweit hat sich das GNU-Projekt auch als Leuchtturmprojekt mit einer Ausstrahlung über den Bereich der Software hinaus erwiesen."
Mitglieder vom FSFE und andere Berliner Fellowships trafen sich gestern am Brandenburger Tor, um die Feierstunde mit Musik und knallenden Sektkorken zu begehen. Wir gratulieren und hoffen darauf, dass sich diese Idee künftig noch weiter verbreitet. Weiterführende Lektüre für interessierte Leser findet sich hier. (Ghandy) (Bildquelle: wikimedia.org, thx!)
Update:
Da hat sich im Newsletter vom FSFE offensichtlich ein kleiner Fehler eingeschlichen. Der Jahrestag der Gründung vom GNU-Projekt war bereits am 27.09, also vor vier Wochen! Hier die original Ankündigung von R. Stallman mit dem Titel "Free Unix!" von damals. Wir finden das ist kein Beinbruch: Eine solch gute Sache darf man ruhig mehrfach feiern!
News Redaktion am Dienstag, 28.10.2008 14:19 Uhr
Happy birthday nachträglich! Bevor die Flamewars anfangen: Bitte das Update des Artikels lesen. ...
Gestern vor 25 Jahren kündigte Richard Stallman erstmals öffentlich das GNU-Projekt an. Die Initiative hatte sich zum Ziel gesetzt zum Wohl aller Anwender ein durch und durch Freies Betriebssystem zu entwickeln. Mit der Bezeichnung GNU wollte man sich vom Betriebssystem Unix absetzen. Bekannt g ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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