Die gegenwärtig in Kanada stattfindenden Diskussionen zur Schaffung eines neuen und besseren Urheberrechts sind mitunter interessant zu beobachten. Die wahren "Knüller" blieben bis auf einige Ausnahmen bislang aus. Dafür glänzte man aber bereits mit ersten Eklats, als zahlreichen Studenten der Zutritt zu der öffentlichen Veranstaltung verwehrt wurde. Darüber hinaus durfte sich die NDP, die sozialdemokratische Partei Kanadas, von der amerikanischen Musikindustrie harsch attackieren lassen. Nachdem die NDP von einem "fairen Urheberrecht" für alle Beteiligten gesprochen hatte, erklärte die "American Federation of Musicians", dass ein faires Urheberrecht "ekelerregend" sei.
Inzwischen ist man wieder zur Tagesordnung übergegangen. In den zahlreichen Diskussionen hat sich nun auch die Songwriters Association of Canada (SAC) zu Wort gemeldet. Diese brachten den bereits angesprochen Vorschlag einer "freiwilligen Filesharing-Steuer" erneut ins Gespräch. Ob man es nun Kulturflatrate oder Filesharing-Steuer nennt, ist hierbei nicht von Relevanz. Die Kernidee dahinter ist und bleibt dieselbe: Für eine monatliche Gebühr, die vom kanadischen Urheberrechtsausschuss festgelegt wird, können die Anschlussinhaber soviel Musik herunterladen, wie sie wollen, solange diese dann nicht mit Gewinnabsicht weiter veräußert wird. So zumindest das theoretische Modell. Die freiwillige Bezahlung beruht auf dem Faktor, dass nicht alle Personen mit Internetzugang automatisch Filesharing betreiben.
Jedoch müssten "Abonnenten" dieser Flatrate einen weiteren Vertrag unterschreiben. Dieser hat den Charakter einer Unterlassungserklärung. Sie verpflichten sich nämlich, die heruntergeladenen Werke nicht via Tauschbörse weiter zu verbreiten. Scheinbar sollen die Downloads zentralisiert von einer Stelle ausgehen, vielleicht in Verknüpfung mit einem eigens entwickelten P2P-Netz. Ob dies funktionieren kann, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht feststellen. Der Vizepräsident von SAC, Bill Henderson, legt jedoch große Hoffnungen in dieses Konzept: "Die Songwriters Association of Canade glaubt - und Internetexperten stimmen hier zu - dass illegales Filesharing nicht gestoppt werden kann, ohne das gesamte Internet abzuschalten. Ansätze es wegzuklagen sind sinnlos. Man verstimmt unsere Kunden und wir verdienen kein Geld. Kanadische Songwriter wollen Filesharer nicht verklagen.
Tatsache ist, wir mögen Filesharing. Es ist eine der effizientesten Vertriebsmethoden für das größte Repertoire an Musik, welches je zusammengestellt wurde und virtuell jedem zur Verfügung gestellt wird. Was kann man daran nicht mögen? Wir wollen es nicht aufhalten, wir möchten nur für die Nutzung unserer Werke bezahlt werden. Wir sind der Ansicht, dass viele Musikfans mit unserer Ansicht übereinstimmen und Millionen Kanadier einen legalen Weg zum Tausch der gesamten Musik begrüßen würden."
Mit diesem Standpunkt liegt Henderson mitunter sicherlich richtig. Die Kernproblematik, wie solch ein Konzept umgesetzt werden kann, wer daran teilnimmt und viele weitere Fragen müssen jedoch ebenfalls geklärt werden. Dass die Jagd nach der eigenen Kundschaft das Geschäft nicht fördert, hat man hier deutlich erkannt.
Zur "Monetarisierung des Filesharings von Musik" hat man bereits seit Oktober 2007 tiefgreifende Entwürfe entwickelt und dabei drei Kernpunkte herausgearbeitet.
1. Internet- und WLAN-Kunden müssen nicht daran teilnehmen
2. Die Teilnahme ist für Künstler und Rechteinhaber freiwillig
3. Die Lizenzgebühr wird von einer Behörde oder durch einen rechtlichen Prozess festgelegt
Auch darüber hinaus hat sich die SAC umfangreiche Gedanken gemacht, welche Vorteile ein solches System für Künstler, Rechteinhaber, Provider und Konsumenten bringen würde. Dass das grundlegende Konzept sicherlich akzeptabel wäre, steht außer Frage. Wie es jedoch im Detail umgesetzt werden soll, ist der kritische Punkt. Denn gegenwärtig spricht der Entwurf nur von Musik. Es gibt aber viele weitere urheberrechtlich geschützte Werke, wie Filme, Spiele oder Bücher. Sobald deren Rechteinhaber in den "Deal" einsteigen, dürfte aus der kleinen Monatsgebühr rasch eine unglaublich hohe Abgabe werden. Ein gutes Konzept, flankiert von vielen Fragen. (Firebird77)
(via zeropaid, thx!)
(Bild via songwriters, thx!)
News Redaktion am Mittwoch, 02.09.2009 13:18 Uhr
super Idee jeder darf jeden File nur einmal downloaden die Musik usw. muss min.6 Monate alt sein geile Sache 5€ sollten aber reichen man braucht ja trotzdem noch ne Flatrate ...
Hmm wäre cool, zahlst vllt 10-15 euro im Monat und darfst dann von einer Website die Musik runterladen wie man will. Genügend Portale gibt es ja schon.. zB lastfm.. nur das diese wenn sie musik haben diese oft nur 30 sekunden abspielen dürfen.. manchmal aber auch das volle lied (rede vom gezielte ...
2. Die Teilnahme ist für Künstler und Rechteinhaber freiwillig dieser punkt führt gezwungenermassen dazu, dass dies ein kontrolliertes netz ist, aus dem man dann legal ziehen kann. auch dass das ganze nicht wieder angeboten werden darf, schliesst schon mal öffentliche torre ...
erklärte die "American Federation of Musicians", dass ein faires Urheberrecht "ekelerregend" sei.Aber die Filesharer sind Schuld daran, dass ihr "weniger" einnehmt? Das Gehirn brutzelt doch noch, so krass wie euch das gebraten werden musste. Scheinbar sollen die Downloads zent ...
Canada on Strike http://api.ning.com/files/D1HbqCRhcs6n92b5twqjjtnunh8meOnqHZBN2njodZyAKrl2M-hWYHrcQVqZKjuWiRKGIdWDofZa7YUIqntOUxFxaBQ2svqz/kraphtuos12041.jpg Gebt den Künstlern ihr Internetgeld. ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Sener Dincer am 14.06.2013, 11:47 Uhr
Bezugnehmend auf die anhaltende Protestbewegung gegen Ministerpräsident Erdogan hat nun auch der StudiVZ-Gründer Ehssan Dariani seine Ansichten offenbart. Via Facebook-Mitteilung teilt er mit, dass möglicherweise die Zeit für einen bewaffneten Kampf gegen die türkische Regierung gekommen sei – und zwar „Stauffenberg-like“.