
Dabei plant man, die internationale Koordination und Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Spam-Problems in Zukunft zu verbessern. Die Vorträge und Gespräche auf dem Kongress "bringen zum Ausdruck, dass nur die weltweite internationale Zusammenarbeit zwischen zuständigen Behörden, Strafverfolgungsbehörden, Internet Service Providern und der gesamten Internetwirtschaft dem Problem wirklich Herr werden kann," schätzte Sven Karge, Fachbereichsleiter Content bei eco und Organisator des Kongresses, die aktuelle Situation ein.
Bei der geographischen Verteilung der von Spammern (meist in Form von Botnets) kontrollierten Rechner und Server gibt es ein starkes Ungleichgewicht. Die größte Gefahrenquelle stellen momentan Russland und andere Bereiche Osteuropas, China und weite Teile Brasiliens dar. "Die Täter wissen, dass es nicht ratsam ist, in den Ländern zu leben, die für sie die Hauptangriffsziele sind. Außerdem sind in diesen Staaten die Aktivitäten der Legislative und Exekutive noch nicht so ausgeprägt wie etwa in der Europäischen Union, so dass das Risiko, von diesen Standorten aus zu agieren, wesentlich geringer ist," so Karge. Will man Spammer effektiv bekämpfen, muss man diese Abwanderung in für sie sichere Gebiete unterbinden.
Die Opfer dieser Angriffe finden sich, im Gegensatz zu den Operationsbasen der Täter, überall. Auch Deutschland ist massiv betroffen. In den vergangenen fünf Jahren wuchs die Anzahl der empfangenen Spam-Mails um über 10.000 Prozent. Der Zuwachs im Jahr 2008 gegenüber dem Vorjahr betrug noch immer über 100 Prozent; die Spam-Rate hat sich also mehr als verdoppelt. Ein Ende des Trends scheint sich nicht abzuzeichnen. Antispam-Experten berichten, dass mittlerweile mehr als 98 Prozent der Mails als Spam einzustufen sind.
Sehr aktiv sind die Spammer auch bei der Schaffung neuer Botnets oder dem Infizieren neuer Rechner für ihre vorhandenen Botnets. Die Verbreitung der entsprechenden Schadsoftware geht momentan per Email, verseuchten Downloads oder Browser-Exploits besonders schnell. Einige Experten schätzen, dass bereits ein Viertel aller Computer weltweit mit diesen Schädlingen infiziert und damit ein wehrloser Zombie zur freien Verfügung der Spammer ist. Zunehmend posieren die Kriminellen dabei als Vertreter vertrauenswürdiger Unternehmen oder infizieren deren Websites, so dass sie das Vertrauen der Surfer in diese Unternehmen schamlos ausnutzen können, um diesen ihre Trojaner auf den Rechner zu schmuggeln. Auch Social Networks werden, insbesondere, wenn Nutzer allzu freigiebig ihre Daten im Netz veröffentlichen, zunehmend Schauplatz von Angriffen.
Die Spammer und Cyberkriminellen werden dabei immer professioneller und gewinnorientierter. "Die Zeiten, in denen wir es mit pubertierenden jungen Männern zu tun hatten, die aufgrund mangelnden Einsatzes oder mangelnder Intelligenz ihren Hochschulabschluss nicht schaffen, sind vorbei. Die Vorgehensweise ist mittlerweile sehr professionell und deshalb umso gefährlicher," beobachtet Antispam-Experte Pat Peterson. Auf die Antispam-Branche warten also wohl auch im nächsten Jahr weitere Herausforderungen. (Annika Kremer)
(via ITSecCity, thx)
News Redaktion am Sonntag, 02.11.2008 21:23 Uhr
Klingt sehr interessant, vielleicht sollte ich nächstes mal live berichterstatten ;) ...
Ich war selbst persönlich anwesend und muss sagen das die Jungs wirklich nicht auf den Kopf gefallen sind - Da kann sich das normale E-Mail Marketing bald warm anziehen wenn "wir" da noch irgendwie vorbeiwollen an dem ganzen Pharma-krempel ;) Auf jeden Fall Hut ab vor Herr Karge, Herr Ackermann un ...
Vom 27. bis zum 30. Oktober fand in Wiesbaden der 6. Antispam-Kongress des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft eco statt. Rund 200 Teilnehmer aus 46 Ländern diskutierten Trends und Bedrohungsszenarien und entwickelten Strategien für den Umgang mit einer der größten Herausforderungen fà ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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