
Artifex Software, das Unternehmen hinter dem open source PDF-Interpreter GhostScript, hat Klage gegen Diebold und die für Wahlcomputer zuständige Tochterfirma Premier Election Solutions eingereicht. Artifex wirft Diebold Verstöße gegen die Lizenzbedingungen seiner Software vor.
Ghostscript wird kostenlos unter einer GNU General Public License (GPL) veröffentlicht. Diese Lizenz erlaubt Entwicklern die Modizifierung, Nutzung und Verbreitung der Software, setzt aber voraus, dass alle Derivate unter den gleichen Bedingungen veröffentlicht werden. Unternehmen, die GhostScript für proprietäre Software-Projekte nutzen wollen, können diese "Copyleft"-Bedingungen durch den Erwerb einer kommerziellen Lizenz von Artifex umgehen. Von dieser Möglichkeit machen einige der wichtigsten Technologie-Anbieter gebrauch, unter anderem HP, IBM, Kodak, Siemens, SGI und Xerox.
Anzeichen dafür, dass Diebold sich nicht an diese Lizenzbedingungen hält, waren erstmals 2007 aufgetaucht. Der Wahlcomputer-Kritiker Jim March stolperte bei der Untersuchung von Unregelmäßigkeiten bei einer Wahl aus dem Jahr 2006 über entsprechende Hinweise und leitete sie über den GhostScript-Entwickler Ralph Giles an Artifex weiter.
"Scheint wahrscheinlich, dass sie sich in diesem Fall nicht an unsere Softwarelizenzen halten. Wir sehen das Bündeln als eine integrierte Komponente, die mit anderer Software zusammen arbeiten soll, nicht als 'bloße Aggregierung' unter der GPL an", schrieb Giles schon vor einem Jahr. Laut den Gerichtsunterlagen haben die angeblichen Verstöße
"zu den Profiten [von Diebold und Premier Election Solutions] beigetragen und wirkt sich ungünstig auf den potentiellen Markt für und Wert von Artifex' copyright-geschützten Werken aus", heißt es in den Gerichtsunterlagung. Artifex klagt daher auf die Zahlung von 150.000 $ Schadenersatz. Außerdem verlangt es von dem Gericht, das Diebold die Nutzung der betroffenen Maschinen untersagt wird.
Die Klage ist ein weiterer Schlag für das immer wieder negativ in der Öffentlichkeit beleuchtete Unternehmen. Die Wahlcomputer-Tochter hatte ihren Namen erst im vergangenen Jahr zu "Premier Election Solutions" geändert - angeblich, damit der übel beleumdete Name Diebold nicht mehr auf den Maschinen erscheint. Die Schlagzeilen waren unter anderem durch interne Anweisungen wie diese während der Präsidentschaftswahl 2004 zustande gekommen: "Gib keine den Ruf unserer Geräte schädigende Erklärungen ab; auch wenn deren Probleme offensichtlich werden sollten."
Die Probleme waren in der Tat offensichtlich, sodass einige Staaten seitdem keine Diebold-Wahlcomputer mehr verwenden. Im August diesen Jahres musste Diebold zugeben, dass aufgrund eines Softwarefehlers Stimmen unterschlagen werden konnten. Der Fehler befand sich bereits seit zehn Jahren in der Software. (Simon Columbus)
(via Fefe, thx!)
News Redaktion am Donnerstag, 06.11.2008 23:19 Uhr
ne, der text ist toll :p Artifex klagt daher auf die Zahlung von 150.000 $ SchadenersatzWie Realitätsnah ist das denn? Ich bin begeistert! :T Wobei wir ja nicht wissen, wieviele Geräte davon betroffen sind... Trotzdem ein sehr sympatisches Unternehmen, Artifex mein ich natür ...
Ja der Clip ist das das Beste ^^ hätte man sich den text auch spaaren können :D mFg ...
der clip ist toll :T ...
Die amerikanischen Wahlen sind vorbei, ohne dass die befürchteten Wahlmanipulationen im großen Stil eingetreten wären. Trotz häufiger Berichte über kaputte oder fehlerhafte Wahlcomputer blieb der große Sturm aus. Auf den immer wieder durch Kontroversen aufgefallen Hersteller Diebold kommt d ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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