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Australien: Provider will Sinnlosigkeit von Netzfilterung darlegen

Der Gedanke des Three-Strikes Gesetzes und seine Auswüchse fielen in der Vergangenheit auch in Australien auf besonders nahrhaften Boden, zumindest aufseiten der Regierung. Diese sprach sich voller Begeisterung für dieses Konzept aus und hielt sogar eine Filterung bestimmter Inhalte für wünschenswert, um Gefahren abzuwehren. Die Filterung des Internets an sich ist eine theoretisch womöglich realisierbare Handlung, in der Praxis scheiterten entsprechende Software-Entwicklungen jedoch bereits oft genug.

Kein Grund jedoch, das Handtuch zu werfen. Man wünscht sich nichts sehnlicher als die vollständige Kontrolle über jedwede Inhalte, die über die Datenautobahn gejagt werden. Auch wenn dies wohl kaum möglich ist.

Der größte australische ISP, iiNET, möchte der Regierung nun vor Augen führen, "wie dumm es ist" so etwas wie "Internetfilterung" einführen zu wollen. Allein die schwammige Begriffsführung, die von "unangemessenen Inhalten" spricht, die gefiltert werden sollten, lässt einen großen Spielraum für Zensurmaßnahmen, die fernab des eigentlichen "Zieles" liegen, das eigene Volk zu schützen. Ein zweites China in Australien? Gegenwärtig schwer vorstellbar, aber keinesfalls mehr ein dunkler Traum.

"Sie hören nicht auf die Experten, nicht auf die Industrie, nicht auf die Kunden, also können wohl nur noch Zahlen als harte Fakten helfen", so Michael Malone, der Managing Director bei iiNet. "Jedes Mal wenn es ein Kind schafft, diesen Filter zu umgehen, werden wir dies veröffentlichen. Jedes Mal wenn der Filter legale Inhalte blockiert, werden wir dies veröffentlichen."

Eine Kampfansage an Zensur und Kontrolle, welche angeblich dem Bürger dienen soll und ihn vor negativen Einflüssen schützen wird. Vielleicht bedient man hier jedoch bloß einem Industriezweig, der der ungehinderten Verbreitung seiner Produkte nichts anderes als Abmahnungen und Lobbyismus entgegenzusetzen hat.

Die "lächerlichen Filterversuche" werden am 24. Dezember 2008 bei iiNet beginnen. Freiwillige Tester können sich bereits jetzt dazu anmelden.

Währenddessen ist davon die Rede, dass P2P-Traffic nicht von den Filtermaßnahmen betroffen wäre, da man sich dabei auf Web-Protokolle konzentrieren will. Es bleibt jedoch fraglich, wie lange es dauert, bis auch Peer-To-Peer-Traffic gefiltert wird, wenn erst einmal eine Filterung für den "normalen" Webverkehr durchgesetzt wurde. (Firebird77)

(via zeropaid, thx!) (Bildquelle: freedomforum.org, thx!)

News Redaktion am Mittwoch, 12.11.2008 13:00 Uhr

tagsTags: p2p internet china iinet schutz filter zensur bürger filtermaßnahmen volk australien traffic

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2 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Molnitza am 12.11.2008 14:59:50

    Peer to Peer ist kein Protokoll. Es beschreibt nur die Verbindung der einzelnen Clients. Also Punkt zu Punkt ohne eine direkte Verbindung zu/über einem Server, wie es z.B. bei FTP o.ä. der Fall wäre. Der P2P Gedanke wird von Protokollen aufgegriffen. Also Protokollen, die eine Punkt zu Punkt Ver ...

  • Bewa am 12.11.2008 14:14:26

    Nein, P2P wird nicht betroffen sein. Man beschränkt sich ja nur auf Protokolle. Ist P2P nicht ein Protokoll? ...

  • gullinews am 12.11.2008 12:24:58

    Der Gedanke des Three-Strikes Gesetzes und seine Auswüchse fielen in der Vergangenheit auch in Australien auf besonders nahrhaften Boden, zumindest aufseiten der Regierung. Diese sprach sich voller Begeisterung für dieses Konzept aus und hielt sogar eine Filterung bestimmter Inhalte für wünsc ...

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