
In Los Angeles wurden letzten Monat der Brite Lee Graham Walker und der deutsche Staatsbürger Axel Gambe wegen des Programmierens der Agobot Malware, und deren Einsatzes (DoS-Angriff) in 2003 angeklagt. (gulli berichtete)
Für das Schreiben des Wurmes und den Denial-of-Service-Angriff drohen beiden 15 Jahre Gefängnis. Nun wurden neue Einzelheiten der Ermittlungen bekannt.
Im September 2003 tauchte der Quellcode für das heiß ersehnte Half Life 2 in File-Sharing-Netzen auf. Der Valve-Geschäftsführer, Gabe Newell, gab bekannt, dass der Server des Unternehmens gehackt wurde. In einem Post im eigenen Web-Forum der Firma, fragte Newell, ob ihm die Gamer nicht bei der Suche nach dem Hacker behilflich sein wollen.
"Wenn Sie Informationen über ... das Eindringen in unser Netzwerk haben, dann teilen Sie uns bitte die Einzelheiten mit", schrieb Newell. "Es gibt ein paar ziemlich offensichtliche Orte im IRC, wenn Sie uns in die richtige Richtung schubsen, dann wäre das toll."
Zwei anonyme Quellen, die den Hack in einem IRC-Channel gesehen haben wollen, meldeten sich und begannen das FBI-Chat-Protokoll mit Informationen zu füttern. Diese FBI-Dokumente, die das unbefugte Eindringen betreffen, wurden vom Südwestrundfunk ausgegrabenen.
Im Februar 2004 erhält Valve eine E-Mail von DaGuy@hushmail.com. Darin behauptet ein Jemand, für das Infiltrieren des Valve-Netzes verantwortlich zu sein. Obwohl der Autor nicht den Quellcode von Half Life 2 gestohlen haben will, gibt er aber an, für sechs Monate Zugang zu Valve's Netzwerk gehabt zu haben und kann dies mit fundierten technischen Details beweisen.
Außerdem sagte er, "dass er zu dem System Zugang hatte, um die Entwicklung der HL2 Valve Software zu beobachten", heißt es in einem FBI-Memo an die deutsche Polizei.
"Er teilte mit, dass er diese Info sorglos in einem IRC-Channel einem Freund offenbarte. Dabei wurde er von Mitgliedern einer Gruppe bekannt als myg0t belauscht. Die Informationen reichten aus, um den Unbefugtem Zutritt zum Valve Software-Netzwerk zu geben. In der Tat, war myg0t verantwortlich für die erste öffentliche Verbreitung der internen Valve Software von E-Mails und dem Source-Code von HL2. "
Koordiniert vom FBI in Seattle begann Valve einen Schriftwechsels mit DaGuy und bekundete sein Interesse, ihm einen Arbeitsplatz im Unternehmen anbieten zu wollen. Das FBI hatte keine Mühe, hinter der E-mail den Deutschen Axel Gembe aus der Schönau in Deutschland zu identifizieren.
Im März inszenierten mehrere Valve Manager ein 40-minütiges "Bewerbungsgespräch" mit DaGuy über das Telefon, in dem der Hacker bestätigt, dass er Gembe sei. Gembe erklärte nun detailiert, wie er das Unternehmens-Netzwerk geknackt hatte. Er hatte sich zunächst über einen Account ohne Passwort Zugriff verschafft und "then ramping up to root access using remote CGI exploits and scanning software."
Nach dem telefonischen Vorstellungsgespräch wurde der damals 21-jährigen Gembe um seinen Lebenslauf gebeten. "Nun, ich hoffe wirklich, dass ihr mich anstellt", schrieb er. "Ich bin kein schlechter Kerl, nur ein wenig falsch geleitet."
Newell gab die Unterlagen an die Offiziellen weiter und forderte Gembe auf eine Reise nach Seattle anzutreten, um ein Follow-up-Interview zu führen. "Wir zahlen alle Kosten, die mit dem Interview verbunden sind (Reise, Hotel, Verpflegung, Spesen etc. ...)."
Das gleiche Seattle FBI-Büro hatte schon 2001 einen erfolgreichen Schachzug gemacht, indem sie eine gefälschte Startup-Firma namens Invita aufbauten, um zwei bekannte russische Hacker in die USA zu locken. Beim Vorstellungsgespräch wurden sie verhaftet. Vielleicht hatte Gembe eine Ahnung, dass man einen Köder für ihn ausgelegt hatte. Er blieb in Deutschland, wo er letztendlich nach unbestätigten Quellen auf Bewährung verurteilt wurde.
Das FBI hat Gembe jedoch nicht vergessen. Im letzten Monat wurde er vom Bundesstaatsanwalt in Los Angeles einem alten Fall zugeordnet. Damals hatte der 41jährige Jay Echouafni, ein Satelliten-TV-Onlinehändler, angeblich einen Mitarbeiter bezahlt um lähmende Denial-of-Service-Angriffe gegen konkurrierende Websites in 2003 zu organisieren. Hierzu weiterführende Links: (Courthousenews, Crime Research, Rabita).
Der Arbeitnehmer Paul Ashley bekannte sich zu den Angriffen schuldig und hat bereits eine zweijährige Gefängnisstrafe hinter sich, während Echouafni auf 750.000 Dollar Kaution auf freien Fuß gesetzt wurde und nun glaubt, sich in seiner Heimat Marokko vor dem FBI verstecken zu können. Axel Gembe wird in der neuen Anklageschrift als der Schöpfer der Agobot Malware angeführt, die er angeblich für den Einsatz bereitgestellt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Staatsanwälte auf die Ausweisung von Gambe drängen, oder ob sie ihn zu einem neuen "Vorstellungsgespräch" einladen werden.
Wer einmal auf der Liste des FBI steht, der wird nur ausgestrichen, wenn man ihn hinter amerikanischen Gittern hat. (double screening)
(via wired blog networks Danke!)
News Redaktion am Donnerstag, 13.11.2008 16:52 Uhr
Also so gesehen, kanns manchmal schon sehr nützlich sein, sich einen echten Kenner zu angeln. Es gibt aber auch Leute, die sich auskennen und sich dabei nicht strafbar gemacht haben. Es ist nämlich schon recht töricht, jemanden der schon negativ aufgefallen ist mit dem ...
1. Wer ist Ströbele.? google? er ist bekannt wie ein bunter hund. ;) 2. Die Festnahme damals, erfolgte mit Wissen und Duldung deutscher Behörden...da nur die Amerikaner wußten wen (der Typ war ja nur auf der Durchreise) sie festnehmen mußten... In Deutschland spricht ma ...
Du hast recht, an dieser Stelle ist eigentlich Genauigkeit angebracht :T , aber es ging mir um etwas anderes: "Weil amerikanische Ermittler in Deutschland keine Hoheitsrechte besitzen und offiziell niemanden festnehmen dürfen, hat Wallasch (Anwalt von Johnny Hell) vergangen ...
Wurde eigentlich schon mal ein Filesharer in die USA zum Vorstellungsgespräch eingeladen? ...
in soweit das es beides straftäter sind. und bitte keine raubmordkopiervergewaltigerdiskussion wenn jemand einen hack macht um auf sicherheitslücken hinzuweisen finde ich nicht, dass es deshalb gleich gesucht werden sollte. und gegen eine einstellung spricht meiner meinung ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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