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Google: Virtuelle Welt "Lively" bald gar nicht mehr so lebendig

Google zieht die Notbremse: Der Webserviceanbieter und Suchmaschinen-Quasimonopolist erkennt nach nur einem halben Jahr, dass virtuelle Welten doch nicht unbedingt das nächste große Ding sind und kündigt an, zum Jahresende beim "Second Life"-Abklatsch die Stecker zu ziehen.

Noch nicht einmal ein halbes Jahr ist seit der Ankündigung Googles vergangen, dass man auch in den Markt für virtuelle Welten einsteigen wolle (wir berichteten). Der Konzern implementierte diverse eigene Technologien wie GTalk und Google Mail in Lively, um die Kommunikation zwischen den Teilnehmern zu regeln.

Anders als Second Life musste man sich bei Lively nicht über ein eigenständiges Programm einloggen, sondern konnte einen Raum über ein eingebettetes Objekt auf einer Website (ähnlich einem YouTube-Video) betreten. Lively besaß dabei einen eher bunten und comichaften Stil, der ein wenig an den Lucas Arts-Spieleklassiker "Grim Fandango" erinnert. Räume waren voneinander abgetrennt. Auf diese Weise sollten Webseitenbetreiber ihre Community aktiver integrieren und einen Chat mit mehr oder weniger physischer Nutzerrepräsentanz erschaffen können.

Nun kündigt "Big G" im firmeneigenen Blog an, den Service zum 31. Dezember aufzugeben. Zu den Gründen äußert man sich etwas kryptisch:

"Google hat stets Experimente solcher Art unterstützt, denn unserer Meinung nach ist das die beste Herangehensweise, bahnbrechende Produkte zu erschaffen, die das Leben der Menschen verbessern. Aber wir sind uns auch bewusst, dass sich nicht immer alles auszahlt, wenn man solcherlei Risiken eingeht."

Mal ganz abgesehen vom 08/15-PR-Sprech dürfte das Spekulieren über die genauen Hintergründe nicht allzu gewagt sein. Das Plugin, mit dem Lively lauffähig war, funktionierte nur unter Windows, im Firefox und Internet Explorer. Vermutlich dürfte die Engine schwierig auf Mac- und Linux-Systeme zu portieren gewesen sein. Zusätzliche Häme musste Google einstecken, als bekannt wurde, dass Lively nicht mal auf dem firmeneigenen Browser Chrome lief. Und so zeigten auch die Besucherzahlen von lively.com seit einem Peak bei der Einführung steil nach unten - offenbar wurde das Produkt von den Kunden nach einer anfänglichen Periode der Neugier mit immer weniger Interesse und Partizipation bedacht.

Wieder einmal zeigt sich, dass virtuelle Welten ein eher geringes Potential haben, besonders bezogen auf deren Besitzer in finanzieller Hinsicht. Wer den Medienhype um "Second Life" und dessen Ableger und Konkurrenten verfolgt hat, kann den Eindruck gewinnen, dass der Großteil der "Einwohner" dort Redakteure von Lifestylemagazinen in Web, Print und TV sind. Dennoch ist die Kapitulation bei Lively nicht als Niederlage Googles zu werten. Es spricht aus Sicht der Marktlogik eher für den Mutterkonzern Google, wenn ein Produkt, das offensichtlich nicht ankommt, vom Markt genommen wird. Den wenigen treuen Lively-Usern bringt das allerdings wenig - ihnen wird empfohlen, von den Werken, die sie kreiert haben, Backups in Form von Screenshots und Videos zu machen. (fraencko)

Bild: iAlja (cc)

(via TechCrunch and numerous other sources, thx!)

News Redaktion am Donnerstag, 20.11.2008 15:39 Uhr

tagsTags: google einstellung lively virtuelle welt second life

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4 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • fraencko am 20.11.2008 22:19:47

    kann mal jemand bitte den Link über mir löschen..... ??? Weg isser. Danke für den Hinweis. Elende Drecksbrut, die Spammer. ...

  • kamatschka am 20.11.2008 21:48:38

    kann mal jemand bitte den Link über mir löschen..... ??? ...

  • nixeinfallenname am 20.11.2008 15:57:04

    Ist aber schon selten dass Google etwas hat, was nicht gut ankommt... ...

  • Novo am 20.11.2008 15:54:21

    und wieder so viel Geld sinnloserweise in den Sand gesteckt ... ...

  • gullinews am 20.11.2008 15:24:43

    Google zieht die Notbremse: Der Webserviceanbieter und Suchmaschinen-Quasimonopolist erkennt nach nur einem halben Jahr, dass virtuelle Welten doch nicht unbedingt das nächste große Ding sind und kündigt an, zum Jahresende beim "Second Life"-Abklatsch die Stecker zu ziehen. Noch nicht ein ...

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