
Der australische Minister für Breitband, Kommunikation und Digitale Wirtschaft, Stephen Conroy, gerät immer mehr in Bedrängnis. Seine "freiwillig verpflichtenden" Internetfilterungspläne haben bisher nämlich alles produziert, aber keine greifbaren Erfolge. Den Minister und die Regierung mag dies vielleicht verwundern, sieht man in einer Filterung von kinderpornografischen Seiten doch die einzig richtige Tat. Dass der Zensurliste aber auch ganz gewöhnliche Websites zum Opfer fallen, deren Inhalte von der Regierung schlicht als "unangemessen" eingestuft werden, scheint man nicht wirklich zu realisieren.
Bereit vor etwa zwei Monaten berichteten wir über einen Test der Filterung. Neun Provider erklärten sich dazu bereit, am diesem Feldversuch teilzunehmen. Es mussten lediglich Kunden gefunden werden, die ebenfalls bereit waren, daran mitzuwirken. Der Provider Nelson Bay Online konnte besonders viele User anlocken, die sich freiwillig einer Zensur unterziehen wollten. Ganze 15 Stück. Die Filterung habe nur wenige Probleme hervorgebracht, erklärten die Provider. Bei einer so üppigen Teilnehmerzahl, die sich noch dazu freiwillig (!) gemeldet hatte, auch wenig verwunderlich. Einige Beschwerden gab es trotzdem, da die Pornoseite "Redtube" ebenfalls blockiert wurde. Darüber hinaus konnte man jedoch keine wirklich nennenswerten Ergebnisse erzielen.
Der australische Senator und Oppositionsführer Nick Minchin hat Regierung und insbesondere Senator Conroy dazu aufgefordert, dieser Internetfilterungs-Farce endlich ein Ende zu bereiten. Conroy habe hier einen Fehler gemacht, aber er sei zu stolz, diesen auch zuzugeben. "Beinahe zwei Jahre, nachdem sein Amt mit Zensurplänen für das Internet aufgekreuzt ist, hat Senator Conroy es noch nicht einmal geschafft Ergebnisse der lange überfälligen Filterungs-Versuche vorzulegen, ganz zu schweigen von der tatsächlichen Umsetzung dieser höchst umstrittenen Richtlinie", so Minchin in einer Presseerklärung.
Der drittgrößte Provider des Landes, iiNet, hatte sich zwar bereiterklärt an den "lächerlichen" Versuchen teilzunehmen, jedoch nur um zu zeigen, "wie dumm diese sind." Man stieg jedoch später aus, als bekannt wurde, dass neben kinderpornografischen auch Seiten mit "unangemessenen Inhalten" blockiert werden sollen. Die verbleibenden neun Provider konnten verständlicherweise keine ernstzunehmenden Aussagen treffen.
"Senator Conroy hat es außerdem versäumt zu erklären, mit welchen Messungen er den Erfolg oder den Fehlschlag der Versuche festlegen will, was deren Seriosität nur weiter untergräbt. Vorhergehende Versuche solcher Filtertechnologien haben zahlreiche Probleme ans Tageslicht gebracht, wie die übertriebene oder nachlässige Blockierung von Inhalten. Auch bleiben Bedenken, welchen nachteiligen Einfluss ein nationales Filterprogramm auf die Internetgeschwindigkeit haben könnte", so Minchin. Die Bedenken gegenüber solchen Netzsperren sind mehr als verständlich, wenn man deren tiefere Auswirkung bedenkt. Nach wie vor sind viele Details der Pläne im Dunkeln. Die Zweifel hingegen wachsen mit jedem Tag mehr.
"Es ist an der Zeit für Senator Conroy, dieser Farce ein Ende zu bereiten und die Ergebnisse seiner lang überfälligen Versuche von unabhängigen Instituten beleuchten zu lassen. Es sieht immer mehr danach aus, als ob der Minister wüsste, dass sein verpflichtender Internetzensur-Plan einfach nicht funktionsfähig ist. Er ist aber zu stolz, sich dies einzugestehen." (Firebird77)
(via zeropaid, thx!)
(Bild via nickminchin, thx!)
News Redaktion am Samstag, 05.09.2009 16:03 Uhr
Also ich würde gerne Internetzensur freiwillig testen :T gibt doch nichts besseres als einen Informationsvorsprung darüber, wie das aussieht und wie man es umgehen kann. Leider hat mich noch keiner gefragt ;) In etwas verschärfter Form kannst du es doch schon ausprob ...
Man kann doch Zensur ganz einfach durch Proxyserver umgehen, oder? Und da liegt auch schon die Lösung der technischen Realisierung: Keiner darf mehr seinen eigenen Computer mit Adminrechten betreiben. Es gibt für jedes Dorf einen, für jedes Stadtviertel zwei staatliche Adm ...
Man kann doch Zensur ganz einfach durch Proxyserver umgehen, oder? Und da liegt auch schon die Lösung der technischen Realisierung: Keiner darf mehr seinen eigenen Computer mit Adminrechten betreiben. Es gibt für jedes Dorf einen, für jedes Stadtviertel zwei staatliche Admins, die auf einen sec ...
Volksverarschung auf australisch, da kann ich nicht anders und muß noch mal mein Lieblings-YouTube-Video zu diesem Thema posten. :p The AngryAussie spricht Klartext. :T Klick mfg ...
Na je nach dem wo du lebst, kann es passieren das dein nächster Nachbar mit einer "Tochter" ein paar tage Entfernung lebt. Da bleibt nicht mehr viel als sich Porn anzuschauen :D ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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