Der unabhängige IT- und Tech-Kanal!
internet.board.entertainment.games.hardware

Mark Mulligan: Kann es Musik umsonst geben?

In Zeiten der Urheberrechtsnovellen und härteren Gangarten gegen Online-Piraterie scheinen sich zumindest einige Experten noch Gedanken zu machen, wie man die Problematik der illegalen Musikdownloads anderweitig lösen könnte - ohne den juristischen Vorschlaghammer zu Hilfe zu nehmen. Ein Analytiker, der sich mit dieser Problematik befasst hat, kommt dabei zu einem Schluss, welcher nicht nur die Sichtweisen von manchem Filesharer stören könnte, sondern auch das Weltbild der Musikindustrie ordentlich durchschütteln dürfte.

Kann es Musik umsonst geben? Für lau? Diese Frage stellte sich Mark Mulligan bei einer weit reichenden Analyse der gegenwärtigen Lage auf dem Musikmarkt und kam dabei zu einem interessanten, wenngleich nicht unerwarteten Ergebnis.

Die simple Antwort auf diese Frage lautet: Nein. Es kann Musik nicht umsonst geben. Das wunderschöne Wörtchen "Aber" wäre jedoch an keiner Stelle passender, als an dieser. Zum Glück erfüllt Mulligan diesen Wunsch und leitet damit eine Reihe von Feststellungen seiner Analysen ein, die insbesondere der Musikindustrie gar nicht so recht bekommen dürften. Besonders förderlich für seine Forschung war jedoch die Tatsache, dass er dem Ganzen kein abstruses Weltbild mit bösen Filesharern zugrunde legt. Vielmehr ist er der Ansicht, dass Künstler nicht in eine idealistische Ecke geschoben werden dürfen, die so aussieht, dass diese von Stadt zu Stadt gehen, um dort ein paar Cents zu verdienen. Andererseits hält er Filesharing für die eigentliche Lösung - nicht das Problem. Die Industrie solle endlich Wege finde diese technische Möglichkeit auf eine legale Art und Weise zu nutzen, und bis dahin in Dialog mit den so verhassten Filesharern treten, um sie zu überzeugen, dass der Kauf von Musik auch seine guten Seiten hat.

Dabei nimmt er schlussendlich sogar die Labels in Schutz, welche - ob man es nun akzeptiert oder nicht - eine wichtige Rolle spielen: "Viele Künstler brauchen Hilfe, wenn sie ihr Potenzial entwickeln sollen, um zu gedeihen." Dabei könne man keinesfalls davon ausgehen, dass Künstler deshalb weniger Bezahlung erhalten sollen. Es sei ein verkehrtes Bild, dass Lehrer, Musiker, Künstler, Autoren und andere kreative Köpfe weniger Löhne akzeptieren sollten, bloß weil sie in ihrer Arbeitsweise so "frei" sind. "Musiker sowie alle anderen Künstler in der Geschichte hatten um Geld zu kämpfen, bis es eine effektive Anwendung des Urheberrechts gab. Einige möchten sicherlich sagen: Dieses ist nun mal der Preis, den Künstler dafür opfern müssen. Es ist ein zu begleichender Teil für die kreativen Rechte. Ich denke aber dem ist nicht so," hält Mulligan fest.

Die gegenwärtige Lage gefällt dabei mit Sicherheit keinem, doch es gab bereits einige "Unikate" wie Radiohead, die alternative Wege aufzeigten. Die Künstler und Fans spielen dabei die essenzielle Rolle, bei der es darum geht, dass beide mehr zusammenwachsen. Auch die Labels und Musikverbände müssen eine andere Richtung einschlagen. Die pauschale Behauptung man hätte nur noch Verluste und an allem seien böse Filesharer schuld, ist schlicht falsch. Die Menschen lieben Musik, und sie sind bereit dafür zu zahlen - entgegen allen Behauptungen der Musikindustrie. Faktisch wächst der (Online-)Musikmarkt in einem unglaublichen Maße an. Ob die Labels die Zeichen jedoch endlich erkennen, bleibt fraglich. Nichtsdestotrotz möchten wir die Kernfrage von Mulligans Analysen an unsere verehrten Leser weitergeben und hoffen auf eine sachliche und rege Diskussion mit vielen Argumenten. Kann es Musik umsonst geben? (Firebird77)

(via distorted-loop, thx!)

(Bild via distorted-loop, thx!)

News Redaktion am Samstag, 22.11.2008 17:31 Uhr

tagsTags: musik filesharing p2p illegal künstler rechte label urheberrecht kann es musik umsonst geben? mark mulligan

Bookmark and Share
 
Weitere interessante News
12 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Flaschengeist am 24.11.2008 17:32:10

    Ist denn hier kein Mod zur Stelle, der diesen Penner sperren und seinen Mist löschen kann? ...

  • csLestard am 23.11.2008 13:49:48

    Wenn Firstload ohne Beteiligung der Musiker schon 10 Euro kostet, was wird es dann wohl kosten, wenn die Musiker und Labels auch ihren Teil abbekommen? Auf jeden Fall ne Menge mehr. Damit steht man wieder vor dem Gleichen Problem wie aktuell. Wieso sollte ein heutiger FileSharer auf ein Angebot ums ...

  • rexxxx am 23.11.2008 10:41:01

    Hallo, jetzt meld ich mich auch mal dazu ;) Ich kann jetzt in erster Line nur von mir ausgehen und ich bin der Meinung, dass Musik nicht Kostenlos sein dürft, da jeder (auch die Künstler) in erster Line etwas machen, weil sie mit ihren Talente Geld verdienen möchten um sich ihr Träume zu erfüll ...

  • xzeNji am 23.11.2008 08:34:14

    Ich kaufe mir auch eigentlich fast nur CD's... Also jedenfalls bei Sachen, wo ich mir sicher bin, dass ich auch 'Qualität' erhalte. Bei anderen, wo ich mir unsicher bin, ob es sich für einen Preis von 15-20€ lohnt dass Album zu kaufen, da hör ich bei Myspace rein. Das geht aber nicht immer s ...

  • ikja am 23.11.2008 00:46:37

    war das ernst gemeint? konnte nämlich keine ironie erkennen... die telekom hat im übrigen den farbcode als geschmacksmuster geschützt... genauso wie milka und zig andere hersteller. der schutz geht dabei aber nur insoweit, wie er verwechslungsgefahr abdeckt. (z.B. darf kein anderer telefonanbiete ...

weitere Kommentare lesen     Nachricht kommentieren

 
Fotostrecke
News [Kurioses]

Apple filterte den Begriff "Jailbreak" im iTunes Store

Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr

befreit: ipad 3 & iphone 4s

Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.

mehr mehr lesen...

Browsergames
Gondal World

TOPTIPP: Gondal World

Kämpfe als Held in diesem einzigartigen Fantasy Game. Viele Gefahren und Abenteuer erwarten dich! Escaria spielen

Escaria

Escaria

Erschaffe deine eigene Insel und erobere die Welt. Krieg oder Wachstum - deine Strategie entscheidet! Escaria spielen

Artyria

Artyria

Werde Gladiator und kämpfe im antiken Zeitalter um Ruhm und Ehre. Gehe Bündnisse mit anderen Spielern ein und kämpft gemeinsam gegen die schrecklichen Barbaren. Artyria spielen

Gondal

Gondal

Ziehe als einsamer Waldläufer oder an der Seite von Kampfgefährten in einem Fantasy-Spiel von Abenteuer zu Abenteuer. Gondal spielen

Last Emperor

Last Emperor

Tritt gegen legendären Samurai aus Japan des 19. Jahrhundert an und werde der gefürchtetste aller Samurai. Last Emperor spielen

Nightcreeps

Nightcreeps

Tritt in eine epische Schlacht zwischen Werwölfen und Vampiren, in der nur die Stärksten überleben werden, ein. Nightcreeps spielen

gulli:picsArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli RSS NewsPresso Feedsgulli:Newslettergulli twittertgulli bei facebookgulli:news im AppStoreSeitenanfang