
McColo war für den Versand von Zweidrittel aller Spam-Mails weltweit verantwortlich. Die beiden wichtigsten Internetprovider von McColo (Global Crossing und Hurricane Electric) drehten am 11. November 2008 dem kalifornischen Hoster das Licht aus, nachdem Sicherheitsexperten auf die illegalen Machenschaften bei McColo aufmerksam gemacht hatten (gulli berichtete).
Einige der 450.000 infizierten Computer, die zum "Zombie" umgewandelt, Teil der Botnets wurden, hinderte man daran, sich mit dem größten, bei McColo gehosteten Netzwerk, zu verbinden. Schlagartig sank der Spamversand weltweit um 75%.
Zusätzlich zu den zwei oben genannten Internetprovidern, die den Stecker zogen, kamen noch DDos-Angriffe hinzu, die McColo letztlich in die Knie zwangen. Viele Internetseitenbetreiber hatten unter diesen Angriffen zu leiden. Betroffene, wie z.B. InternetX, meinten hierzu, dass durch den extrem aggressiven Charakter der DDoS bereits "Carrier in Mitleidenschaft gezogen" und "Backbonestörungen verursacht" wurden.
Die McColo-Abkopplung bewirkte ein Fallen des Spamversands, nach dem Start der DDoS-Angriffe, fiel die Zahl der Spam-Quellen sogar auf ein Jahrestief. Ab Montag stiegen sie jedoch wieder an.
Ein Flow-Chart der Washington Post (Übersicht: Klick für große Darstellung) zeigt McColos Verstrickung in die Botnet-Aktivität, Beziehungen zu Spam- und Pharma-Domains. Die Grafik wurde mit der Mind-Mapping-Software FreeMind erstellt, ein hilfreicher Knecht beim Aufdecken von Quellen.
Industrie-Experten sind sich einig darüber, dass die Zahl der Spam-Mails bald wieder den vorherigen Pegel erreichen wird.
Andere, wie zum Beispiel Joe Stewart, der Direktor der Malware-Forschung für die in Atlanta beheimatete Firma SecureWorks, sagen, dass unter den Internetadressen, die bei McColo gehostet sind, einige der aktivsten und berüchtigsten Spam-Schleudern zu finden sind - z.B. unter anderem Dutzende von gefälschten Apotheken Domains.
In jedem Fall sind die Spamer wieder auf dem Vormarsch.
McColo diente als Hausadresse für eine Reihe von Befehlszentralen ("command and control"-Zentren) für Botnets.
Mit dem zeitweiligen Herunterfahren von McColo wurden diese Botnets unkontrollierbar. Ihre Besitzer sind nun auf der Jagd nach neuen Hosts und Bandbreite. Aber die Bots bleiben mit der Malware infiziert, die sie rekrutiert hat und werden bald neu aktiviert werden.
Das Internet-Security-Unternehmen FireEye hat angedeutet, dass einige der 450.000 infizierten Computer aus dem Botnetz Srizbi, die angeblich verantwortlich sind, für die Hälfte aller Spam-Mails auf der Erde - versuchen, "zu Hause anzurufen", um ihre Kommando- und Kontrollstation zu kontaktieren.
Das Srizbi Netz wurde von Marshal, einer amerikanischen Internet-Sicherheitsfirma, als das größte Botnet der Welt identifiziert.
Der Washington Post zu Folge, die die Abschaltung von McColo durch eigene Untersuchungen und Recherchen aufklären will, sind die Srizbi Bots durch eine mathematischen Formel geschützt worden, die sie nach einer Abschaltung dazu auffordern, eine bestimmte eindeutige Internet-Adresse aufzurufen, auf der sie nach einem Update ihrer Befehlszentrale suchen.
Das deutet darauf hin, dass die Eigentümer von Srizbi nur eine neue Web-Hosting-Firma finden müssen, dort muss eine Website aufgesetzt werden, mit der uniquen IP-Adresse, die die Zombies kontaktieren und schwups sind die Botnets wieder voll funktionsfähig.
MessageLabs berichtet, dass ein anderes großes Botnet, genannt Cutwail, unberührt von McColos Unerreichbarkeit, seine Anstrengungen zeitgleich vergrößert hat, das "Spam-Vakuum" der letzten Wochen zu füllen.
Kommentar: Wer hinter dem Aufspüren von McColo steht, ist bisher ungeklärt, bei heise war zu lesen, dass es sich um eine "privat" angeschobene Aktion handelte, bei Marshal liest man, dass es ein Journalist war, der einen entscheidenden Hinweis lieferte, dass bei McColo ein Botnet aktiv illegal genutzt wurde. Steckt hinter den kriminellen Angriffen der Wechsel der Spam-Chefs? Nur eine Handvoll Botnets (die größten drei davon sind Srizbi, Mega-D and Rustock, alle mit Verbindung zu McColo) sollen für 90% des weltweiten Massenspams verantwortlich sein. Was hier passiert sind Verteilungskämpfe. Der Kuchen muss (neu) aufgeteilt werden. Wer spamt verdient. (double screening)
(via BBC technology Danke!)
(Bildquelle nixspam Danke!)
News Redaktion am Donnerstag, 27.11.2008 16:26 Uhr
Mir ist das Prinzip "Aufwand-Nutzen" irgendwie nicht klar.... Neben dem was schon gesagt wurde - eben der Aufwand ist ungemein klein. Wenn du einmal genügend Zombies hast ists kein Ding, ettliche Millionen(!) Mails in relativ kurzer Zeit rauszublasen, bei genau NULL Kosten. ...
Bei einer Million Spam mails (nur so eine beispielzahl), gibt es 10 dumme die wirklich drauf reinfallen und sich penispumpen / viagra oder sonstwas kaufen. Dafür gibt es dann anteilig geld für die Botnetzbetreiber. Ein wenig böser sind aber die Botnetze die Schadsoftware verteilen oder auf phishi ...
Kann mir (BWL_Dummie) mal kurz und knapp jemand erklären wie man mit BotNet und Spam Geld verdient ? Mir ist das Prinzip "Aufwand-Nutzen" irgendwie nicht klar.... ...
E§s geht um die Vormacht auf dem "spam" markt. Bei solchen illegalen aktivitäten spricht man imho von Mafia. ...
Nein, die Illuminaten... ... und Uri Geller Uri Geller isn ausserirdischer. ...
Lars Sobiraj am 04.02.2012, 11:32 Uhr
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Lars Sobiraj am 09.02.2012, 11:40 Uhr
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