
Es waren einige skurrile Schlagzeilen im Bezug auf die Verwendung des UDP-Protokolls von BitTorrent zu lesen. Ein namenhaftes britisches IT-Magazin fand die Worte "BitTorrent sagt VoIP-Nutzern und Spielern den Krieg an" passend für das Vorhaben. Angeblich arbeiten die Entwickler derzeit mit Hochdruck an einem Umzug in Sachen der Protokollverwendung des beliebten Clients uTorrent. Dieser soll künftig für seine Datenverbindungen anstelle des Transmission Control Protocol (TCP) das User Datagram Protocol (UDP) verwenden.
Die wesentlichen Vor- und Nachteile der Verwendung des UDP-Protokolls im Gegensatz zu TCP lassen sich kurz und knapp schildern. Ohne technisch zu tief in die Materie einsteigen zu wollen, kann man mit Gewissheit sagen, dass eine Datenverbindung mittels UDP einen deutlichen Vorteil hinsichtlich der Geschwindigkeit, die in Torrent-Kreisen ohne Frage eine bedeutende Rolle spielt, bietet. Die Kehrseite des Protokolls ist jedoch, dass in keinster Weise eine sichere Übertragung der Pakete gewährleistet wird. Dies soll jedoch nicht heißen, dass eine Übertragung mittels UDP nicht verlässlich sei. Es wird schlicht und ergreifend nicht geprüft, ob der andere Host das Paket empfangen hat. Entgegengesetzt gestalten sich die Pro und Contras des TCP-Protokolls.
Einer offiziellen Einschätzung zufolge verursachen die momentan herrschenden Peer-to-Peer-Verbindungen bereits 50 Prozent des Internet-Traffics. Daraus lässt sich schließen, dass ohne die durch TCP verwendeten Traffic-Kontrollen eine erhebliche Mehrbelastung entstehen würde. Mit einer Umstellung auf das UDP-Protokoll von uTorrent könnte sich dieser Prozentanteil um ein Vielfaches steigern. Letztlich könnte für andere Internet-Anwendungen nur noch die Hälfte der bisherigen Bandbreite zur Verfügung stehen. Wäre dies der Fall, so kann man davon ausgehen, dass die Internetanbieter die Ersten wären, die eine UDP-Port-Drosselung veranlassen würden. Daraus würde aber auch für alle anderen Nutzer der UDP-Dienste und Programme erhebliche Nachteile entstehen. Unter anderem wären die Benutzer von VoIP-Diensten erheblich davon betroffen.
Das US-amerikanische Magazin Slyck wollte es genau wissen und hat darauf hin direkt beim Vice President of Product Management für die BitTorrent Inc., Simon Morris, nachgefragt. Morris bezeichnete diese Anschuldigungen als absoluten Blödsinn. Im Weiteren entspreche dies nicht der Intention der Entwickler. Schon gar nicht wolle man andere Anwender ausbremsen oder gar das Internet in die Knie zwängen. "Wir entwickeln an einem Protokoll, welches wir auf die Bezeichnung uTP getauft haben. Dieses basiert zwar auf UDP, hat aber einige andere Eigenschaften. Unsere Version ist latenzsensitiv und performanceneutral und alles andere als gierig", äußerte Morris. Derzeit befindet sich das uTP-Protokoll noch in einer frühen Alpha-Test-Phase und ist noch weit davon entfernt, für den alltäglichen Gebrauch verwendbar zu sein. (gS-)
(via slyck)
News Redaktion am Dienstag, 02.12.2008 21:55 Uhr
reale Router sind zwangsweise alle auch in der Lage mit der Transportebene zu arbeiten - das braucht man ja schon wenn man eine Regel wie "Port 80 auf 3128 umleiten" verwenden will. Glaubst du wirklich Internet (BGP) Router machen das? Linux ...
Kugelfisch hat recht. Ihr habt beide Recht, bloß nicht beim Thema, denn TCP/IP ist mitnichten OSI-transparent. Und natürlich arbeitet ein "klassischer" Router nur auf IP-Ebene, abe ...
Dann will ich dir mal nahelegen, wie man da in der Quelle gerechnet hat. Der Ausgangswert ist eine Netzbelastung von (theoretischen) 50 %. Ok, dann lass das Protokoll kommen, dann geht das vllt. um 25 % hoch. Ergibt 75 % komplette Auslastung. Und schwupps, nur noch die Hälfte (25%) der ...
Weil UDP weniger Overhead hat wie TCP, soll UDP eine Mehrbelastung sein? Exakt das selbe hab ich mich auch gefragt :D Und wenn der gesamte Internet-Traffic dadurch enorm steigen würde, was solls? Neue Leitungen legen? Meine mal irgendwo gelesen z ...
Kugelfisch hat recht. ...
Julian Wolf am 27.05.2012, 21:08 Uhr
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