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Amazon: Sollte man den Geburtstag des Kindle e-readers feiern?

Wenn es nach den Erfindern des e-readers gehen würde, dann hätte das Bücherregal bald ausgedient. Der Kindle, der dieser Tage seinen 1. Geburtstag feiert, verkauft sich zwar seit einem Jahr prächtig, aber manche Prophezeiungen sind nicht eingetreten: Harry Potter gibt es nicht zum elektronischen Lesen

Immerhin gibt es schon 200 digitale Bücher, Zeitschriften und Magazine, die man mit sich herumschleppen kann, ohne den Leiterwagen bemühen zu müssen.

Der Kindle ist leicht (knapp 300g) und übt eine gewisse Anziehungskraft auf Technik-Begeisterte aus . Mancher vergleicht seine Kurven gar mit denen eines Lamborghini und andere wie Mobileread beobachten aufgeregt jede Neuerung bei den elektronischen e-readern.

Von Amazons elektronischem Lesegerät wurden 250 000 Einheiten verkauft. Kindle soll das Lesen laut Hersteller bequemer und umweltfreundlicher machen. Bisher kann man bei Amazon nur einen winzigen Bruchteil aller erhältlichen Titel in digitaler Form erwerben.

Während die genauen Absatzzahlen schwer zu bekommen sind, gehen jüngste Schätzungen davon aus, dass der Kindle-Umsatz mit anderen mobilen High-Tech-Geräten in ihrem ersten Verkaufsjahr gleichzusetzen ist. Amazon.com sagt, dass der Kindle derzeit aufgrund starker Nachfrage ausverkauft ist.

Man kann also von einem Erfolg für den Kindle sprechen, aber was macht diesen Erfolg aus?

Elektronische Bücher gibt es in geringer Anzahl schon etwa seit einem Jahrzehnt. Auch Jeff Bezo, der Geschäftsführer und Gründer von Amazon hat zugegeben, dass das Buch sich "elegant seinem Zweck anpasst. Es ist schwer es zu verbessern."

Das Marketing hilft, den Kindle anzuschieben. Während andere e-reader vom Verbraucher nahezu unbeachtet blieben, hat der Kindle die Erwartungen übertroffen.

Bezo, der die Öffentlichkeit nicht scheut, hat seinem elektronischen Spielzeug einen Grad an Aufmerksamkeit geschenkt, den man genauer ergründen sollte.

"Jeff Bezo wird dafür geachtet, was er für Amazon getan hat und wenn er in den Medien äußert, dass er der Ansicht ist, dies ist ein Produkt für die Zukunft, dann sind die Menschen bereit, ihm zu vertrauen.", sagt Paul Reynolds von Consumer Reports.

Das Gadget wird auch von Oprah Winfrey unterstützt, deren Einfluss in der Publishing-Welt immens ist. Auch einige prominente Schriftsteller, darunter Nobelpreisträger Toni Morrison und der Autor James Patterson stehen hinter dem Gerät.

Immer mehr Verbraucher sind daran gewöhnt, Text auf ihrem Handy oder BlackBerry oder generell am Bildschirm zu lesen. Bald wird die Welt endlich bereit sein, für flächendekcnede elektronische Versionen von Büchern.

Der Kindle kann rund 200 Bücher speichern. Und während andere E-Leser wie Sony Reader eine USB-Verbindung zum Hochladen von Inhalten brauchen kann der Kindle dank Whispernet (Sprint's High-Speed-Daten-Netzwerk) drahtlos bleiben.

Die Leser können den Online-Shop von Amazon besuchen und von dort direkt neues Lesematerial hochladen. Abonnenten bekommen die neue elektronische Version der New York Times und andere Zeitungen und Zeitschriften automatisch zum Frühstück geliefert.

Der Kindle hat noch ganz andere Vorteile, die man bei diesem Lobgesang auf die Technik gerne außen vor lässt.

Wenn ein Buch nur digital vertrieben wird, dann braucht man keine Druckerei mehr und keinen Versand, dann genügt ein Knopfdruck und das Ding ist auf dem digitalen Lesegerät, der Leser freut sich und die Firma grinst. Man spart Druck-, Personal- und Versandkosten.

Auch Google arbeitet mit dem fleißigen Einscannen von Weltliteratur und mit seiner globalen Vetriebsstrategie an der Digitalisierung der Literatur kräftig mit. Die Zeit zitierte Paul Aiken vom Schriftstellerverband hierzu. "Millionen Bücher finden nun im Internet ein neues Zuhause und neue Leser." Ein Fünftel der Bücher soll kostenlos einsehbar sein, für jede weitere Seite soll der Leser zahlen. Bisher geht es nur um Bücher, die zwar noch urheberrechtlichen Schutz genießen, aber nicht mehr auf dem Markt sind - doch dieses Modell ist ausbaufähig.

Seit Jahren ist auch die Filmindustrie bemüht einen digitalen Standard durchzusetzen, der das lästige Filmkopienziehen umgeht.

Ein Klick und der Film wird über das Kabel in alle angeschlossenen Kinos zeitgleich auf die Festplatte überspielt.

Kommentar: Einer der Vorreiter, George Lucas, hat auch schon mal vorgemacht, wie einfach es wird, die (Film)geschichte zu fälschen. Mit seiner neuen restaurierten Version der Star-Wars-Filme bastelte er aus dem Haudegen Han Solo einen Gutmenschen - Stichwort "Han Solo hat zuerst geschossen".

Es wird nicht bei diesem Schritt der Digitalisierung von Filmen und Literatur bleiben. Wenn eine Passage eines Buches nicht gefällt, dann muss sie im schlimmsten Fall geschwärzt werden. Bei digitalen Büchern ist das nicht mehr nötig, da wird die Passage herausgenommen und man kann weiterverkaufen. Genauso kann man verschiedene Versionen für Altersgruppen, Länder und Religionen basteln. Die Einheit des Werkes kann aufgelöst werden. Zum Glück ist der Kindle für 359 Dollar noch recht unerschwinglich, aber vielleicht liegt er in Zukunft jeder c't als Gimmick bei, um die Interessen der Industrie voran zu treiben. (double screening)

(via CNN, thx!)

News Redaktion am Donnerstag, 04.12.2008 13:37 Uhr

tagsTags: google kindle consumer reports ereader elektronisches lesegerät james patterson jeff bezo mobilreader oprah winfrey paul aiken paul reynolds toni morrison amazon

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27 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • redpatternpic am 05.12.2008 22:39:28

    Der Kommentar war aber sowas von daneben. Angst vor neuer Technologie erwartet man eher von Buchverlagen, aber das ... Diese Zensurangst ist völlig überzogen und völlig nangebracht. Ich bin gespannt, wenn es endlich ein erschwingliches gerät geben wird, dass nur alle paar tage aufgeladen werd ...

  • splend0r am 05.12.2008 14:29:59

    das mit den augen war auf den pc bezogen, den e-reader würde ich nicht benutzen weil . nenene. so hinbiegen is nich. das war unmissverständlich nicht so formuliert :p "ganze bücher würde ich nicht an so einem teil oder am ...

  • amigaman am 05.12.2008 13:09:10

    Den hab ich jetzt schon ;) Nö, du bezahlst die DSL-Flatrate, und genau darum geht es: Du kannst per Whispernet kostenlos auf Wiki zugreifen. Bei z.B. google dagegen kostet der Zugang. ...

  • Allemo am 05.12.2008 12:43:15

    Wenn eine Passage eines Buches nicht gefällt, dann muss sie im schlimmsten Fall geschwärzt werden. Bei digitalen Büchern ist das nicht mehr nötig, da wird die Passage herausgenommen und man kann weiterverkaufen. Genauso kann man verschiedene Versionen für Altersgruppen, Länder ...

  • dullman am 05.12.2008 11:03:21

    Im Preis inbegriffen ist beim Kindle auch der dauerhaft kostenlose Zugang zur Wikipedia, läuft dann auch über das Whispernet. ...

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