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FSFE und Softwaremonopole: welche Wirkung Patente, ihre Gebühren und Standards auf den Markt haben

Georg Greve, der Präsident der Free Software Foundation Europe (FSFE), versuchte jüngst in seinem Thesenpapier das Zusammenspiel von Patenten und Normen aufzuschlüsseln. Er erläuterte, welche Wirkung diese auf den Softwaremarkt haben.

Um es stark verkürzt und vereinfacht auszudrücken: Ein Patent ist laut Greve im Grunde genommen nichts anderes als ein Monopol, welches einem Unternehmen oder einer Person von einer Regierung für eine begrenzte Zeit verliehen wird. Patente verbieten so jede Offenlegung, Benutzung und Entwicklung einer bereits bestehenden Idee durch Dritte. Laut Greve besitzen Patente und damit Monopole aber durchaus ihre Berechtigung. Die Gesellschaft hat ein berechtigtes Interesse an der Kanalisierung von Macht, die durch das Kartellrecht erreicht wird.

Jegliche Standards wurden dagegen erschaffen, damit die Öffentlichkeit von ihnen profitieren kann. Software wird durch einen Standard untereinander kompatibel, der Wettbewerb wird stark erleichtert. Treten bei der Erschaffung der Normen Probleme auf, so hält der Autor auf Dauer die Bildung eines Monopols für eine logische Folge. Ohne Norm kein Wettbewerb, ohne Konkurrenz folgt also das Monopol. Während Standards der Monopolbildung entgegenwirken, machen Patente diese im Gegensatz erst möglich.

Aufgeworfen wird auch die Frage nach der Wertschätzung. Ist eine Technologie erst dann wertvoll, weil sie patentiert wurde? Oder macht im Gegensatz dazu das fehlende Patent den hohen Wert eines technologischen Fortschritts aus? In jedem Fall ist die Patentierung eine sehr kostspielige Angelegenheit, was wiederum den Kreis der möglichen Investoren stark einschränkt. Wenn sich nur wenige Unternehmen diesen Vorgang leisten können, spricht dies erneut für eine Monopolbildung. Eine Applikation besteht üblicherweise aus zahllosen neuen Komponenten, für deren Patentierung horrende Gebühren anfallen. Schützt man seine Innovationen nicht, so können andere Programmierer diese kopieren, die Kosten der eigenen Entwicklung drohen verloren zu gehen. Die FSFE fordert deswegen weitaus geringere Gebühren für Patente, was der Öffnung des Marktes zugutekommen würde.

Als konkretes Lösungsmodell schlägt man unter anderem vor, dass die Gebühren an die Einnahmen durch Lizenzen gekoppelt werden. Sind die Einnahmen hoch, weil viele andere Firmen das geschützte Gut in ihr Programm integrieren wollen, so wären dementsprechend auch die zu zahlenden Lizenzgebühren hoch. Bei weniger populären Innovationen sinken auch die Gebühren, die so oder so erst im Nachhinein kalkuliert und entrichtet werden. Die Folge wären gerechtere Gebührenstrukturen, die sich alleine am Erfolg einer Erfindung orientieren.

Die hier skizzierten Argumente stellen aber eine sehr stark vereinfachte Zusammenfassung des Thesenpapiers dar. Die komplette Analyse kann auf der Website der FSFE eingesehen oder als PDF heruntergeladen werden. (Ghandy)

News Redaktion am Freitag, 05.12.2008 02:57 Uhr

tagsTags: fsfe georg greve

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2 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Gravenreuth am 05.12.2008 11:28:36

    Um es stark verkürzt und vereinfacht auszudrücken: Ein Patent ist laut Greve im Grunde genommen nichts anderes als ein Monopol, welches einem Unternehmen oder einer Person von einer Regierung für eine begrenzte Zeit verliehen wird. Patente verbieten so jede Offenlegung, Benutzung ...

  • Mr.Harmlos am 05.12.2008 11:24:04

    Sind die Köpfe noch so hohl, aus den Monopolen werden keine DiPolen, da müsst der Teufel erst die Köpfe holen. Mal ehrlich das iss genauso €rfolgsversprechend wie sich ne Scheibe Mondkäse abzuschneiden. Die Leute die Monopolstrukturen aufgebaut haben werden sich doch nicht ihre Spielzeug ...

  • gullinews am 05.12.2008 02:44:55

    Georg Greve, der Präsident der Free Software Foundation Europe (FSFE), versuchte jüngst in seinem Thesenpapier das Zusammenspiel von Patenten und Normen aufzuschlüsseln. Er erläuterte, welche Wirkung diese auf den Softwaremarkt haben. Um es stark verkürzt und vereinfacht auszudrücken: ...

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