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Pressefreiheit: Erstmals mehr Online- als Print-Journalisten weltweit inhaftiert

Online-Journalismus, beispielsweise in Form von Blogs, Videos und Podcasts, gewinnt in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung. Das lässt sich im Internet und in unserer Gesellschaft beobachten, hat aber auch negative Effekte: Immer häufiger werden Blogger und andere Online-Journalisten zum Opfer von Repressionsmaßnahmen totalitärer Staaten, die es mit der Pressefreiheit nicht allzu genau nehmen. Teilweise enden sie für ihre Tätigkeit sogar im Gefängnis. Wie das "Committee to Protect Journalists" (CPJ) in seinem Jahresbericht schreibt, machten im Jahr 2008 Online-Journalisten erstmals die Mehrheit der weltweit inhaftierten Journalisten aus.

Insgesamt waren im Jahr 2008 weltweit mindestens 125 Journalisten im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit inhaftiert (das beinhaltet nicht diejenigen, die nach kurzer Zeit wieder aus der Haft entlassen wurden). Diese Zahl entspricht in etwa der des Vorjahres. Erstmals stellten Internet-Journalisten die mit 45 Prozent größte Gruppe, dicht gefolgt von für die Printmedien tätigen Journalisten. Die restlichen 13 Prozent setzen sich zusammen aus Beschäftigten in Radio, Fernsehen und der (Dokumentar-)Film-Sparte.

Die Anzahl inhaftierter Online-Journalisten nahm im Laufe der letzten Jahre stetig zu. (siehe Grafik) Mittlerweile sind weltweit mindestens 56 Online-Journalisten inhaftiert. "Online-Journalismus hat die Medienlandschaft und die Art, wie wir miteinander kommunizieren, verändert. Aber die Macht und der Einfluss dieser neuen Generation von Online-Journalisten hat die Aufmerksamkeit repressiver Regierungen auf der ganzen Welt auf sich gezogen und sie haben ihre Gegenangriffe verstärkt," kommentiert Joel Simon vom CPJ die Ergebnisse der Studie.

China ist, für das zehnte Jahr in Folge, das Land mit den meisten inhaftierten Journalisten, gefolgt von Kuba, Burma, Eritrea und Usbekistan. All diese Länder machten bereits in der Vergangenheit negative Schlagzeilen mit ihrer Tendenz, Journalisten für ihre berufliche Tätigkeit zu verfolgen und einzusperren. Insgesamt inhaftierten 29 Länder Journalisten.

Häufig werden den Journalisten Verbrechen wie Spionage, Geheimnisverrat und andere Handlungen gegen den Staat zur Last gelegt. Das geschieht momentan in etwa 60 Prozent der Fälle. Teilweise allerdings ist der Staat auch kreativer und legt den Reportern beispielsweise Drogenbesitz oder Beleidigung zur Last - oder klagt sie schlicht wegen Verstoßes gegen bestehende Zensurregelungen an. CPJ betont noch einmal, dass kein Journalist für die Ausübung seines Berufs inhaftiert werden sollte, und hat bereits entsprechende Briefe an die Regierungen der betreffenden Länder verschickt. (Annika Kremer)

News Redaktion am Freitag, 05.12.2008 17:53 Uhr

tagsTags: journalismus pressefreiheit cpj

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3 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • frankmeyer am 05.12.2008 23:50:02

    Ich verweise dazu gerne auf das BKA gesetz so kann man die ungeliebten Menschen noch besser bespitzeln, vor allem legal! ...

  • chatnick am 05.12.2008 23:01:07

    ... euch zu inhaftieren und zu foltern! ...

  • re-aktor am 05.12.2008 22:20:33

    ...und ihr könnt uns nicht aufhalten. ...

  • gullinews am 05.12.2008 16:57:01

    Online-Journalismus, beispielsweise in Form von Blogs, Videos und Podcasts, gewinnt in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung. Das lässt sich im Internet und in unserer Gesellschaft beobachten, hat aber auch negative Effekte: Immer häufiger werden Blogger und andere Online-Journalisten zum O ...

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