Der unabhängige IT- und Tech-Kanal!
internet.board.entertainment.games.hardware

  • gulli
  • Nachrichten
  • Großbritannien: ISPs filtern Wikipedia wegen Kinderporno-Verdacht

Großbritannien: ISPs filtern Wikipedia wegen Kinderporno-Verdacht

Bei der englischsprachigen Wikipedia wird offenbar ein Filter verwendet, der Benutzern aus Großbritannien den Zugriff auf bestimmte Inhalte sperrt. Grund dafür ist ein britisches Gesetz, nach dem sämtlicher Traffic zu Seiten, die vom IWF ("Internet Watch Forum") unter Kinderporno-Verdacht gestellt werden, durch die ISPs gefiltert werden muss. Durch die Filterung müssen die kritisierten Inhalte, also beispielsweise Bilder, unterdrückt werden. Das ist offenbar auch bei Wikipedia der Fall.

Stein des Anstoßes ist in diesem Fall der Eintrag zum 1976 veröffentlichten Scorpions-Album "Virgin Killer". Auf diesem Albumcover ist ein nacktes Mädchen von etwa zwölf Jahren abgebildet. Die Lyrics des betreffenden Songs selbst haben, wie auch im betreffenden Wikipedia-Artikel erwähnt wird, nichts mit sexueller Gewalt gegen Kinder oder Jugendliche zu tun, sondern befassen sich mit dem Erwachsenwerden und dem Verlust der Unschuld im Laufe der Zeit. Trotzdem stufte das IWF zumindest das Bild des Covers auf der Wikipedia als problematisch ein und zwang die Provider damit, Maßnahmen zu ergreifen. Sämtliche oder zumindest die überwältigende Mehrheit der bei Wikipedia eingehenden Verbindungen aus Großbritannien werden über einen Transparent Proxy des betreffenden Providers umgeleitet, um das Blockieren betreffender Inhalte zu realisieren.

Auf dem Proxy wird das beanstandete Bild ausgefiltert - und die IP-Adresse des betreffenden Rechners durch die des Proxys ersetzt. Dadurch fiel die Maßnahme der britischen Provider den Wikipedia-Admins auf. Denn es gab häufig Wikipedia-Vandalismus von betreffenden IPs, die in einer Sperrung der Adresse in "zahlreichen Beschwerden von vollkommen verschiedenen Leuten" resultierte. Daraufhin forschten sie weiter nach und stellten fest, dass Wikipedia zum Ziel von Filtermaßnahmen geworden war.

Neben den technischen Problemen, die sich aus der massenhaften Nutzung weniger gemeinsamer IP-Adressen ergeben, kritisieren viele Internet-Nutzer die vorgenommenen Maßnahmen als "eine moderne Form der Zensur". So haben ja die letzten Wochen bereits gezeigt, dass das selektive Sperren destruktiver Benutzer durch die Maßnahme unmöglich wird, sodass man den Missbrauch entweder zulassen muss oder riskiert, hunderte oder sogar tausende von Internet-Nutzern von der Nutzung oder zumindest dem Editieren von Wikipedia auszuschließen. In jedem Fall aber beweisen diese Geschehnisse die Macht, die unsere Internet-Provider über das haben, was wir im Netz sehen können. (Annika Kremer)

(via hard.blog, thx)

(danke an Marco für den Hinweis!)

News Redaktion am Sonntag, 07.12.2008 02:54 Uhr

tagsTags: großbritannien gb iwf uk zensur scorpions virgin killer wikipedia kinderporno

Bookmark and Share
Rating Rating Rating Rating Rating
 
Weitere interessante News
40 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • thehed am 10.12.2008 22:59:16

    gelöscht, ist eh sinnlos. Macht doch was ihr wollt. ...

  • otto81 am 10.12.2008 21:37:27

    Der Autor war dabei nicht gündlich genug oder in seinem Land ist weniger Strafbar als in anderen oder einige Seiten wurden seither extremer. Wobei die extremsten ja glücklicherweise inzwischen von den Hostern selbst entfernt wurden. Viel ist nicht mehr erreichbar. Mehr an ein ...

  • thehed am 10.12.2008 19:10:10

    Ich verstehe das so, dass die paar Links, die unzweifelhaft sexuelle Handlungen mit Kindern zeigten, aus der Liste entfernt wurden. Der Autor würde sich sonst wohl mit strafbar machen. Der Autor war dabei nicht gündlich genug oder in seinem Land ist weniger Strafbar als in a ...

  • otto81 am 10.12.2008 18:47:33

    Ach, ich dachte die Liste sei zensiert? Man finde da keine KiPo. :rolleyes: Ich verstehe das so, dass die paar Links, die unzweifelhaft sexuelle Handlungen mit Kindern zeigten, aus der Liste entfernt wurden. Der Autor würde sich sonst wohl mit strafbar machen. Das ist auch ei ...

  • thehed am 10.12.2008 18:01:33

    Selbstzensur? Wie glaubhaft ist man wenn man anderen Willkür vorwirft aber selbst das gleiche macht? Ach, ich dachte die Liste sei zensiert? Man finde da keine KiPo. :rolleyes: Hier wird das System in Frage gestellt bei dem einige wenige Personen ohne juristi ...

weitere Kommentare lesen     Nachricht kommentieren

 
News [Kurioses]

Apple filterte den Begriff "Jailbreak" im iTunes Store

Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr

befreit: ipad 3 & iphone 4s

Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.

mehr mehr lesen...

Browsergames
Gondal World

TOPTIPP: Gondal World

Kämpfe als Held in diesem einzigartigen Fantasy Game. Viele Gefahren und Abenteuer erwarten dich! Escaria spielen

Escaria

Escaria

Erschaffe deine eigene Insel und erobere die Welt. Krieg oder Wachstum - deine Strategie entscheidet! Escaria spielen

Artyria

Artyria

Werde Gladiator und kämpfe im antiken Zeitalter um Ruhm und Ehre. Gehe Bündnisse mit anderen Spielern ein und kämpft gemeinsam gegen die schrecklichen Barbaren. Artyria spielen

Gondal

Gondal

Ziehe als einsamer Waldläufer oder an der Seite von Kampfgefährten in einem Fantasy-Spiel von Abenteuer zu Abenteuer. Gondal spielen

Last Emperor

Last Emperor

Tritt gegen legendären Samurai aus Japan des 19. Jahrhundert an und werde der gefürchtetste aller Samurai. Last Emperor spielen

Nightcreeps

Nightcreeps

Tritt in eine epische Schlacht zwischen Werwölfen und Vampiren, in der nur die Stärksten überleben werden, ein. Nightcreeps spielen

gulli:picsArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli RSS NewsPresso Feedsgulli:Newslettergulli twittertgulli bei facebookgulli:news im AppStoreSeitenanfang