
Die Finalspiele in den populärsten Spielen, Counterstrike Source (CSS), Warcraft 3 (WC 3) und Counterstrike 1.6 (CS 1.6) fanden alle am Sonntag statt, während der Freitag und Samstag den Halbfinalspielen und den weniger bekannten Games wie Guild Wars und FIFA-Soccer gewidmet waren.
Die Organisatoren hatten, wie in der EPS mittlerweile schon üblich, für ein ansprechendes Rahmenprogramm gesorgt, das den Besuchern die Zeit zwischen den Wettkämpfen verkürzen sollte. Neben Ständen der ESL-Sponsoren, an denen diese ihre Produkte präsentierten und teilweise auch Aktionen und Gewinnspiele veranstalteten, gab es auch wieder ein attraktives Freegaming-Angebot. Neben dem neuen World of Warcraft-Addon "Wrath of the Lich King" konnte an den bereitgestellten Highend-Laptops auch die Betaversion des von Strategiespiel-Enthusiasten mit Spannung erwarteten Blizzard-Titels Starcraft 2 probegespielt werden. In den Pausen gab es außerdem die bereits aus München und Bochum bekannte, aber für die Finals noch einmal erweiterte bunte Lasershow sowie das mittlerweile schon traditionelle Gewinnspiel, bei dem die Moderatoren Daniel Belala, Andreas "Pre" Lenski und Dennis "Take" Gehlen neben viel ESL-Merchandise auch hochwertige Hardware unter den anwesenden Fans verteilten.
Das alles aber war für richtige eSports-Fans nur Nebensache: Sie kamen primär, um die Profis spielen zu sehen. Angesichts der hochklassigen Begegnungen kamen sie voll auf ihre Kosten. Der Sonntag begann mit Counterstrike Source und dem Match zwischen Mortal Teamwork (mtw.AMD) und Alternate aTTaX, dem Werksteam des bekannten Hardware-Onlineshops aus Linden. aTTaX, das in den vergangenen fünf EPS-Seasons vier Siege und einen zweiten Platz für sich verbuchen konnten, waren leicht favorisiert ins Spiel gegangen, mussten sich aber nach einer hochkarätigen und spannenden Partie mtw geschlagen geben. Bei aTTaX sah man die Ursache für die unerwartete Niederlage des Teams vor allem in Schwächen im Zusammenspiel und kündigte für die nächste Saison ein professionelleres Training mit besonderem Fokus auf die Kooperation der Spieler an. In der Tat glänzte das siegreiche Team von mtw.AMD durch überragendes Teamplay und war somit ein verdienter und sehr sympathischer Sieger. Bei aTTaX allerdings war man trotz des würdigen Gegners enttäuscht über den zweiten Platz und schloss auch personelle Veränderungen nicht aus.
Überhaupt glichen viele der Szenen auf dem Event denjenigen, die man auch aus traditionelleren Sportarten kennt. So berichtete der Moderator, der erfolgsverwöhnte Warcraft 3-Spieler Eric Marten (ebenfalls von mtw.AMD) sei über seine Niederlage gegen mousesports-Spieler Dennis "HasuObs" Schneider im Spiel um Platz drei dermaßen frustriert gewesen, dass er einen Wutanfall "komplett mit Stuhl umtreten und Maus wegschmeißen" bekommen habe - auch derartige Reaktionen kennt man ja aus anderen Sportarten schon seit Jahren, insbesondere wenn, wie hier, teilweise noch sehr junge Athleten gegeneinander antreten.
Mit 17 und 18 Jahren ebenfalls noch sehr jung, aber an diesem Tag zumindest nach außen hin um einiges entspannter, präsentierten sich die beiden WC 3-Finalisten Daniel "XLord" Spenst und Marc "yAwS" Förster. XLord, trotz seines zarten Alters von gerade einmal 17 Jahren der Seriensieger der letzten Seasons, ging als haushoher Favorit ins Spiel; über 90 Prozent der Zuschauer trauten ihm den Sieg eher zu als dem 18-jährigen yAwS. Allerdings hatte dieser schon mit dem überraschenden Sieg gegen Hasu.Obs am letzten regulären Spieltag in Bochum seine derzeit hervorragende Form unter Beweis gestellt. Die beiden aTTaX-Clankollegen verstehen sich hervorragend und alberten vor dem Spiel sehr viel herum; selbst in den ersten Spielminuten schrieben sie sich über den spielinternen Chat noch lustige Nachrichten hin und her. Dann allerdings widmeten sie ihre gesamte Konzentration dem Spiel. Wie in WC 3 üblich traten beide mit ihren Standard-Rassen an: yAwS als Mensch, XLord als Untoter. Schnell zeigte sich, dass die beiden Spieler sehr ebenbürtig waren. Überraschenderweise konnte yAwS gegen den favorisierten XLord zunächst vorlegen. Dann allerdings konterte XLord sehr stark und war in der Lage yAwS die nächsten beiden Maps abzunehmen. Einige Zuschauer rechneten schon damit, dass XLord bereits in Match Nummer vier alles klarmachen würde - der verwendete "Best of Five"-Modus bedeutete, dass ein Spieler drei Matches gewinnen musste, um als Sieger aus der Season hervorzugehen. yAwS allerdings zeigte sich kämpferisch und konnte die vierte Map wieder für sich entscheiden - den Zuschauern war das sehr recht, denn so konnten sie auf noch mehr Spannung hoffen. Diese Hoffnung wurde allerdings etwas enttäuscht: Auf der fünften Map erwischte yAwS eine für seine Rasse so ungünstige Startposition, dass er mit einem handfesten Nachteil ins Spiel startete. Davon erholte er sich dann auch nicht mehr und musste die Runde relativ sang- und klanglos an XLord abgeben. Da dieser die Saison über eine konstant gute Leistung gezeigt hatte, gönnte ihm eigentlich jeder den Sieg, auch wenn bei yAwS natürlich, zumindest im ersten Moment, wie er sagte, die Enttäuschung über die Niederlage die Freude über seine gute Platzierung überwog.
Nachdem die drei besten WC 3-Spieler gekürt waren, folgte das trotz der deutlich veralteten Grafik noch immer beliebteste Spiel der ESL und auch der EPS: Counterstrike 1.6. Hier gab es im Finale eine etwas überraschende Paarung. Bereits am Samstag hatte Mitfavorit Alternate aTTaX seine Finalteilnahme mit einer mäßigen Leistung gegen die nach einer eher schwachen Saison unerwartet stark aufspielenden Kölner Lokalmatadoren vom Team n!faculty.Tagan verspielt. Dabei hatte n!faculty mit einer besonders dreisten Aktion für Aufsehen gesorgt und auf der Map de_nuke die Bombe (die das Terror-Team zur Explosion bringen muss, um die Runde zu gewinnen) durch die Hallendecke entschärft, indem man sich zu fünft aufeinander stellte und dann seelenruhig aus der unteren Etage zu Werke ging, während die Spieler von aTTaX oben zunehmend verwirrt warteten. Counterstrike-Spieler werden wissen, wie frech und unkonventionell eine solche Aktion ist - insbesondere gegen ein Weltklasse-Team wie aTTaX hätte sich das wohl kaum jemand getraut. Möglicherweise demoralisierte diese Aktion die ohnehin etwas planlos wirkenden aTTaX-Spieler auch noch zusätzlich - diese jedenfalls fanden nicht mehr ins Spiel und verpassten so verdient die Finalteilnahme. Das "kleine Finale" um Platz drei gegen das Münchner Team "The Bavarian Heaven" (TBH.MSI) konnte aTTaX dann für sich entscheiden. Trotzdem war man beim erfolgsverwöhnten Team enttäuscht und wird wohl für die kommende Saison entweder Spieler austauschen oder zumindest das Trainingsprogramm modifizieren.
So oder so, der Finalgegner für Seriensieger mousesports aus Berlin hieß dieses Mal, wie in der vergangenen Season, wieder n!faculty. Nach der eher mäßigen Saison der Kölner kam das wohl für viele Beobachter überraschend. Das Team von n!faculty sorgte bereits vor dem Spiel vor Aufsehen, da die fünf Spieler allesamt mit einem "Crewcut" aufliefen - offenbar hatte man gewettet, im Falle eines Sieges über aTTaX geschlossen die Haare abzurasieren; man kennt dergleichen ja auch aus anderen Sportarten von Fußball bis Wintersport. Leider war die neue Frisur auch so ziemlich das Spektakulärste, was das Team um Captain Christoph "chrizzo" Krämer an diesem Nachmittag zu bieten hatte. Wer auf eine spannende und ausgeglichene Partie hoffte, wurde enttäuscht. Wie bereits eine Saison zuvor konnte n!faculty in keiner Weise an die gute Leistung vom Vortag anknüpfen. Gegen die überlegene Taktik und Cleverness von mousesports fanden die Kölner einfach kein Mittel, sodass relativ schnell und ohne allzu spektakuläre Fights alles vorbei war. Mit mousesports gewann zweifellos das momentan beste Team - ein bisschen mehr Spannung hätten sich die anwesenden Counterstrike-Fans wohl trotzdem gewünscht. Trotzdem war die Stimmung allgemein gut an jenem Sonntag.
Die eSports-Szene ist eine größtenteils noch sehr junge Szene; die meisten Spieler sind unter 25, kaum ein Teamchef oder Organisator über 40, und so ist zwischen Technik und Sport (und der wohl leider unvermeidbaren Kommerzialisierung, die durch Werbeeinblendungen teilweise etwas unangenehm auffiel, aber wohl unvermeidbar ist, um die Finanzierung der Events zu sichern - immerhin betragen auch die Preisgelder mittlerweile je nach Spiel mehrere 1000 Euro) auch immer Partystimmung angesagt. Freegaming und Livemusik erfreuten sich ebenso wie die Lasershow und andere Gimmicks großer Beliebtheit. Im Gegensatz zu anderen Sportarten, die bereits etablierter sind, ist die Szene hier noch sehr "familiär" - es ist absolut nichts Ungewöhnliches, dass die besten Spieler Deutschlands sich einfach ins Publikum setzen und mit den Fans unterhalten. Eine Abschirmung der Teams gibt es außerhalb der eigentlichen Spiele praktisch nicht, was möglicherweise für viele Fans einen Teil des Reizes dieser Veranstaltungen ausmacht. Leider noch durchaus ungewöhnlich ist es, in dieser Szene Frauen anzutreffen. So war diesmal in den wichtigsten Disziplinen keine weibliche Spielerin in den Finals vertreten, was wohl daran liegen dürfte, dass Frauen im Teilnehmerfeld insgesamt noch sehr stark unterrepräsentiert wird. Und während unter den Organisatoren und Helfern durchaus auch Frauen tatkräftig mithalfen, gehörten einige (wenn auch natürlich nicht alle) der ohnehin wenigen im Publikum anwesenden Damen sehr deutlich in die Kategorie "Freundin von" und kamen wohl weniger aus eigenem Interesse an der Materie. Ob sich Frauen wirklich soviel weniger für Computer und eSports interessieren oder ob hier möglicherweise auch die teilweise negative Presse (man denke an Killerspielverbote und ähnliche Ideen einiger Politiker) eine zusätzliche Hemmschwelle aufbaut, ist fraglich.
Die Organisation verlief bis auf einige kleinere Pannen, die wohl in der Live-Situation unvermeidbar sind, reibungslos. Helfer und Security waren weit freundlicher und hilfsbereiter als auf vergleichbaren Events, wo es diesbezüglich schon ab und zu Grund zur Kritik gab, und trugen so zum Gelingen der Veranstaltung bei. Insgesamt kamen nach offiziellen Angaben am Samstag und Sonntag rund 4000 Zuschauer auf die Finals. Hinzu kamen diejenigen, die das Event zu Hause über den ESL-eigenen Livestream verfolgten. Das kann sich noch bei weitem nicht mit traditionelleren Events messen, ist aber eine deutliche Steigerung gegenüber dem, was noch vor einigen Jahren in Deutschland zu beobachten war. Es sieht so aus, als würde die Popularität von eSports, der in anderen Ländern, insbesondere in Asien, ja bereits eine weit größere Rolle als in Deutschland spielt, auch hier noch steigen. (Annika Kremer)
News Redaktion am Montag, 08.12.2008 02:45 Uhr
Ich glaube man braucht ein super dickes Fell wenn man in dem Bereich als Frau unterwegs sein will. Entweder sie trauen dir nichts zu oder du wirst ständig angebaggert. Ich kann das recht gut nachvollziehen, dass dort so wenig Frauen rumturnen. Als absolute Minderheit ist das auf Dauer ...
eSports ist eine tolle sache und ich hoffe das es sich in deutschland weiterhin sogut entwickelt wie im moment. ich denke TE und ganze esl gedönst haben da einen sehr großen anteil dran das der esports in DE momentan dort ist wo er ist. ich meine es ist ja nichts verwerfliches an dem ganzen, ein h ...
Ich glaube man braucht ein super dickes Fell wenn man in dem Bereich als Frau unterwegs sein will. Entweder sie trauen dir nichts zu oder du wirst ständig angebaggert. Ich kann das recht gut nachvollziehen, dass dort so wenig Frauen rumturnen. Als absolute Minderheit ist das auf Dauer kein Spaß. ...
was für E-sports? Sind doch nur LEUTE die im echten in kein verein spielen und sich vor ihren pc setzen und für barca spielen.. wovon träumt man nachts? wieso bauen sie sich nichts in der realität auf und machen sowas im internet? Genau genommen sind es Menschen ...
muss mich den gratz an den autor anschließen, bericht ist wirklich nice, likeaniceberg kann ich schon fast ein ymmd geben für diesen beitrag... ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
Kämpfe als Held in diesem einzigartigen Fantasy Game. Viele Gefahren und Abenteuer erwarten dich!
spielen
Erschaffe deine eigene Insel und erobere die Welt. Krieg oder Wachstum - deine Strategie entscheidet!
spielen
Werde Gladiator und kämpfe im antiken Zeitalter um Ruhm und Ehre. Gehe Bündnisse mit anderen Spielern ein und kämpft gemeinsam gegen die schrecklichen Barbaren.
spielen
Ziehe als einsamer Waldläufer oder an der Seite von Kampfgefährten in einem Fantasy-Spiel von Abenteuer zu Abenteuer.
spielen
Tritt gegen legendären Samurai aus Japan des 19. Jahrhundert an und werde der gefürchtetste aller Samurai.
spielen
Tritt in eine epische Schlacht zwischen Werwölfen und Vampiren, in der nur die Stärksten überleben werden, ein.
spielen