
Der kalifornische Milliardär Herbert Sandler gründete die in New York ansässige Stiftung mit dem Namen Pro Publica mit dem Ziel, den investigativen Journalismus zu unterstützen. "Nicht nur die Oberfläche zu spiegeln, sondern für längere Geschichten wochen- und monatelang zu recherchieren, das ist für die Redaktion von Pro Publica seit Anfang des Jahres Alltag," heißt es in einem Bericht der Berliner Zeitung zur Arbeit der Stiftung.
Drei Hauptziele definieren die Tätigkeiten von Pro Publica. Das erste ist das Sammeln besonders gut recherchierter politischer Geschichten, die dann auf der eigenen Website der Stiftung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das zweite Ziel ist es, diese Geschichten durch eigene Recherchen und Hintergrundinformationen zu ergänzen und diese ebenfalls zu veröffentlichen. Das dritte und wichtigste Ziel jedoch ist die Recherche und Veröffentlichung eigener Geschichten. Diese sind oft kontroverser Natur. So werden beispielsweise Fälle von Korruption oder Amtsmissbrauch ranghoher Regierungsbeamter, aber auch einflussreicher Wirtschaftsbosse aufgedeckt.
Um möglichst viele Interessenten zu erreichen, beschränkt sich Pro Publica bei der Veröffentlichung der News nicht auf das Internet. "Wir versuchen, mit verschiedenen Medien in den ganzen USA zusammenzuarbeiten. Bislang haben wir Kooperationen mit dem öffentlichen Radio NPR, eine Geschichte erschien bei salon.com. Wir haben auch schon mit dem renommierten Fernsehmagazin ,CBS-60 Minutes' zusammengearbeitet und noch mit einigen anderen," berichtet der Sprecher der Stiftung, Mike Webb.
Zehn Millionen Dollar jährlich lassen sich Herbert Sandler und seine Frau Marion die Stiftung kosten, zunächst für drei Jahre. Ganze 27 Reporter für investigative Recherche beschäftigt die Pro Publica-Redaktion, was über den Zahlen liegt, die auch namhafte Zeitungen momentan zu bieten haben. Die Bezahlung entspricht dem marktüblichen Standard. Um die Unabhängigkeit der Stiftung zu wahren, erfährt auch Stifter Sandler erst nach Abschluss der Recherchen, womit sich die Redaktion in letzter Zeit befasst hat.
Die Zukunft der Stiftung ist momentan noch weitgehend offen. "Wenn eines Tages jemand mit einer zündenden Idee daherkommen sollte, wie man traditionelle journalistische Formen profitabel auch in der Online-Welt anbieten kann, und damit auch der Druck vom gut recherchierten Journalismus weicht, dann braucht uns die Welt vielleicht nicht mehr. Für uns selbst gilt: Wir müssen kein Geld verdienen oder möglichst viele Leser ansprechen, unsere Geschichten sollen aber Veränderungen herbeiführen," umreißt Pro-Publica-Redakteur Richard Tofel die idealistischen Ziele der Stiftung. Momentan sieht es so aus, als würde Pro Publica noch eine ganze Weile gebraucht. (Annika Kremer) (via Berliner Zeitung, thx)
News Redaktion am Mittwoch, 10.12.2008 00:47 Uhr
Wie gesagt, es sieht so aus, als würde Sandler in die Arbeit der Stiftung schon deshalb nicht eingreifen, weil er gar nicht im voraus weiß, wo seine Jungs und Mädels gerade investigativ tätig sind. Das klingt mir, wenn es wirklich so durchgehalten wird, eigentlich nach einer sehr vernünftigen R ...
Dein Wort in Gottes Ohr Libertas... Wenn ein Milliardär ein Stiftung gründet und damit Wirtschaftsbosse ausforschen will denke ich zuallererst mal an die Krähen die sich ja bekanntlich gegenseitig kein Auge aushacken..... Falls ich Herrn Sandler damit Unrecht tue entschuldige ich mich aber ich b ...
Verdammt ist das mal eine gute Nachricht :T Ich hoffe und bin überzeugt davon, dass die Stiftung ihren Sinn erfüllen wird. =) ...
Neben repressiven Sicherheitsgesetzen gehören oft auch wirtschaftliche Gründe zu den Faktoren, die in der westlichen Welt die Pressefreiheit negativ beeinflussen. Oft ist für investigativen Journalismus mittlerweile zu wenig Geld da, so dass das Informationsinteresse der Menschen zurückstehen ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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