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Davenport Lyons: Which? ergreift Initiative gegen P2P-Abmahnungen

Wenn nichts mehr helfen kann, hilft nur noch die Presse. So scheint es zumindest gegenwärtig im nicht so fernen Großbritannien zu sein, wenn es um die P2P-Abmahnungen durch die Kanzlei Davenport Lyons geht. Nach der jüngsten Panne, bei der ein schottisches Ehepaar zu Unrecht abgemahnt worden war, läuft das Magazin Which? Sturm gegen die Schikanen der Juristen. Vertreter des Magazins wendeten sich an die Solicitors Regulatory Authority (SRA) um auf die Missstände aufmerksam zu machen.

Die Solicitors Regulatory Authority "überwacht" die Anwaltsaktivitäten in England und Wales und trägt dafür Sorge, dass keine "schwarzen Schafe" in den eigenen Reihen auftreten.

Somit ist diese Institution vergleichbar einer Anwaltskammer und dürfte sich nun etwas intensiver mit der Kanzlei Davenport Lyons befassen, nachdem diese ein unschuldiges Ehepaar abgemahnt hatten. Das Magazin Which? befürchtet nämlich, dass es sich bei dem Ehepaar Murdoch nicht um die einzigen unschuldigen Opfer der Abmahnmaschinerie gehandelt haben könnte. In einem Brief an die SRA übt man jetzt harsche Kritik an der "exzessiven" und unfundierten Belästigung von Internetusern. Die Abmahnungen in England sind vom Prinzip her identisch zu den in Deutschland umgehenden P2P-Abmahnungen. Man fordert einen bestimmten Betrag sowie eine Unterlassungserklärung, sollte die Summe nicht beglichen werden, so droht man mit einem noch kostspieligeren Prozess. Laut Which? wird diese Abmahnschiene exzessiv ausgenutzt und würde oft genug die falschen Leute einer Urheberrechtsverletzung beschuldigen. Hinzu kämen die mangelhaften "Beweise", die für den angeblichen Rechtsverstoß vorgebracht würden. "Wir denken, dass die SRA unverzüglich Schritte gegen Davenport Lyons einleiten muss. Aufgrund des gegenwärtigen finanziellen Klimas erwarten wir einen Anstieg an Firmen, die gegen Einzelpersonen rechtlich vorgehen möchten. Die SRA muss hier all diese Anschuldigungen kontrollieren und endgültige Entscheidungen treffen, falls notwendig." Eine klare Ansage seitens Deborah Prince, Leiterin der Legal Affairs Abteilung bei Which?.

Selbstverständlich äußerte sich auch die Kanzlei zu den spitzen Anschuldigungen des Magazins. Beschuldigungen man würde auf unfaire Art und Weise Menschen dazu zwingen, eine Strafe zu bezahlen, seien einfach falsch. "Wir haben die Anweisungen von unseren Medien-Klienten, die die geistigen Eigentumsrechte an Musik, Filmen und Spielen innehaben, die signifikanten Verluste, die ihnen durch illegale Downloads ihrer Produkte in Filesharing Tauschbörsen entstehen, zu mindern. Diese Maßnahmen dienen lediglich dazu, eine weitere Verbreitung von illegalen Kopien der urheberrechtlich geschützten Werke unserer Klienten zu verhindern."

Wir erwarten gespannt die Ergebnisse der Solicitors Regulatory Authority und hoffen natürlich das Beste. (Firebird77)

(via guardian, thx!)

News Redaktion am Donnerstag, 11.12.2008 23:30 Uhr

tagsTags: filesharing p2p illegal davenport lyons initiative solicitors regulatory authority sra which abmahnung

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2 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • am 12.12.2008 22:31:11

    Berichterstattung gab es ja auch in Deutschland über die Abmahner zuhauf. Nur leider waren das alles Imagekampagnen der Abmahner. Richtig krasse Kritik an den Machenschaften von Dr. Mann, Günni und Konsorten gab es leider wenig. ...

  • Fomra am 12.12.2008 14:25:17

    Any publicity is good publicity. Würd mir wünschen, dass sich auch mal die deutschen Magazine (oder andere Presse) dahinterklemmen würden. ...

  • gullinews am 11.12.2008 23:18:47

    Wenn nichts mehr helfen kann, hilft nur noch die Presse. So scheint es zumindest gegenwärtig im nicht so fernen Großbritannien zu sein, wenn es um die P2P-Abmahnungen durch die Kanzlei Davenport Lyons geht. Nach der jüngsten Panne, bei der ein schottisches Ehepaar zu Unrecht abgemahnt worden w ...

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