Meldete gulli noch vor kurzem, dass nun z.B. die Rechte an Popeye frei verfügbar sind, da diese 70 Jahre nach dem Tod des Rechteinhabers frei werden, so trifft das z.B. nur für Europa zu, in den Staaten muss man noch mal 25! Jahre abwarten, wenn man sich den Helden Popeye ungestraft aufs T-Shirt drucken will.
Bei der Klärung von Musikrechten kann man sein blaues Wunder erleben. So waren zum Beispiel im Film "GOOD BYE, LENIN!" die Musikrechte für einen Schnipsel Musik aus dem Ost-Sandmännchen laut dem Produzenten Stefan Arndt die teuersten des ganzen Films.
Der aktuelle Fall: Die unabhängige Filmemacherin Nina Paley animiert ihren ersten Film "Sita Sings The Blues", dieser wird von der Kritik hoch gelobt. Er ist bei einem Dutzend Festivals auf der ganzen Welt zu sehen, auch bei der Berlinale, aber leider wird den Film keiner mehr zu Gesicht bekommen, außer jemand zahlt die 220.000 Dollar, die die Musikverlage fordern, sonst wird es nie eine kommerzielle Auswertung auf DVD geben. Was tut man in so einem Fall?
Paley beschloss darüber in ihrem Blog zu schreiben. Sie beginnt eine Online-Kampagne, um ihren Animationsfilm "Sita Sings The Blues" Film-Liebhabern vorzustellen, um den Kampf gegen die hohen Lizenzgebühren, die höher sind als das Gesamt-Budget des Films, zu dokumentieren. Im Video-Interview berichtet sie über die Details und sie gewinnt schließlich einen starken Verbündeten: Robert Ebert, der bei der ChicagoSunTimes eine Filmkolumne schreibt und Autor vieler Filmbücher ist.
Robert Ebert schreibt, vom Film angetan, einen Bericht über diesen Streifen, der wahrscheinlich nicht zu sehen sein wird! Sita Sings The Blues erzählt eine alte indische Liebesgeschichte unterlegt mit Musik der 1920er Jahre von der Jazz-Sängerin Annette Hanshaw.
"Sita Sings the Blues enthält 11 Songs von Annette Hanshaw aus den Jahren 1927-1929. Die Aufnahmen selbst sind nicht geschützt durch ein Copyright. Die zugrunde liegenden Kompositionen schon. Deshalb haben wir begonnen, die Rechte mit den genannten Musik-Verlegern zu verhandeln. Nach allem forderten sie 500 Dollar pro Song, um den Film auf Festivals zu zeigen und das "schätze" sie, muss ich zahlen, wenn ich den Film auf DVDs verkaufe: 15.000 Dollar bis 26.000 Dollar pro Song", schreibt Nina Paley in ihrem Weblog.
Auf der einen Seite stöhnt die Musikindustrie über jede nicht verkaufte CD, auf der anderen Seite sind die Musikverlage und Rechteinhaber nicht fähig einen angemessenen Deal für solche Projekte vorzuschlagen. Tausende von solchen Filmen werden jährlich produziert. Kleinvieh macht auch Mist. Aber hier soll die Kuh immer von neuem geschlachtet und nicht gemolken werden. Sind die Forderungen ins Blaue geschossene Zahlen, die letztlich auf Abschreckung aus sind? Also kann man allen Filmstudenten und den Independents raten, entweder frühzeitig den Taschenrechner anzuwerfen, bevor sie sich darauf verlassen, die Rechte im Nachhinein auch für uralt erscheinendes Material klären zu können, oder man verwendet gleich Musik unter der Creative Commons Lizenz.
Klar kann man auch ein Budget einplanen und die Songs nachbasteln, aber weder der künstlerische Anspruch der Regisseurin, die mit den ausgewählten Liedern eine "authentische" eben nicht gefakte Stimmung herstellen wollte, wird dadurch befriedigt werden, noch haben die Rechteinhaber etwas davon, wenn sie ihre alten Platten nur mal abstauben, anstatt sie zu spielen. Konfrontiert mit dem Musik-Lizenz-Dilemma schrieb Ebert in seinem Chicago Sun-Times Blog: "Realisieren die Urheberrechtsinhaber nicht, dass sie zum Vergessen ihres Werkes beitragen?" (double screening)
(via newteevee, Danke!)
News Redaktion am Montag, 05.01.2009 15:02 Uhr
die lizenz teurer als der ganze film? jetzt weiß ich warum die meisten filme dazu ihre eigene musik produzieren. erinnert mich etwas an wegwerfprodukte. man kann besser was neues nehmen statt das alte nochmal zu verwenden. müllhalde musikdeponie... schade um die alten songs. vielleicht kommt ja mal ...
Ein Grund mehr auf CC-lizensierte Musik von Indie-Bands und Künstlern umzusteigen, die nicht mit solchen juristischen Fallstricken behaftet ist!!! ...
Der Film lebt doch wahrscheinlich von der Musik, die in ihm verwurstet wird. Sonst wäre der Titel nicht jener, der er ist. Da sollte man die Lorbeeren schon fair verteilen. Wer nicht teilen will, ist ein schlechter Geschäftsmann. Und doof. Die Lizenzgebühr hängt doch eh von der Auflage des Films ab ...
Tschaaa wenn der Film nun ZUFÄLLIG in die Tauschbörsen leakt können ihn doch alle sehen und die Rechteinhaber kriegen GARNIX ... würde ich unverhohlen mit drohen bei den Verhandlungen ... mfg ...
wenn man damit geld verdienen will, muss man nach deren regeln spielen, geht ja nicht um privatgebrauch.. also wenn man auf einmal merkt, dass der film doch anklang findet und man spontan beschließt, ihn groß zu vermarkten, dann soll man sich auch nicht wundern, wenn jemand mitverdienen will.. - ode ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 14.05.2013, 13:52 Uhr
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags steht seit vielen Jahren den Bürgern und Gruppen für ihre Anliegen offen. Wir haben uns kürzlich mit einem der 80 Mitarbeiter des Hauses unterhalten. Da seit der Gründung nur sehr wenige Gesetzesänderungen durch Petitionen entstanden sind, wollen wir den Sinn dieser Institution hinterfragen. Dies ist vorerst der letzte Teil unserer Interview-Serie.
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.