Dem aus Saudi-Arabien stammenden Mohammed al-Qahtani wird vorgeworfen, dass er geplant habe, an den Terroranschlägen des 11. September 2001 teilzunehmen - er soll der sogenannte "20. Flugzeugentführer" sein. Allerdings wurde ihm einen Monat vor den Anschlägen die Einreise in die USA verweigert. Gegen ihn sollen gleich eine Reihe verschiedener Foltertechniken angewendet worden sein. Zu diesem Schluss kommt die republikanische Juristin Susan J. Crawford, verantwortlich dafür, zu untersuchen, welchen der Gefangenen in Guantanamo der Prozess gemacht werden soll.
Al-Qahtani sei andauernder Isolation, Schlafentzug, erzwungener Nacktheit und stundenlanger Kälte ausgesetzt worden. Andere Quellen berichten auch vom Einsatz eines Wachhundes als Drohung, von lauter Musik und Beleidigungen und Demütigungen. Am Ende sei sein Zustand so schlecht gewesen, dass er sich in Lebensgefahr befunden habe, so Crawford. Sie kommt zu dem Schluss: "Wir haben Mohammed al-Qahtani gefoltert. Seine Behandlung fällt unter die juristische Definition von Folter." Deswegen habe sie auch keine Anklage gegen al-Qahtani angestrebt. Mit dieser Aussage ist die mittlerweile pensionierte Richterin, die bereits in der Reagan-Regierung als Beraterin tätig war, die erste Angehörige der Bush-Regierung, die offiziell von Folter in Guantanamo spricht.
Die Art der verwendeten Verhörtechniken, deren Dauer sowie ihre Auswirkungen auf die Gesundheit des Gefangenen, hätten sie zu diesem Schluss gebracht, gab Crawford in einem Interview an. "Die Techniken, die benutzt wurden, waren alle autorisiert, aber die Art und Weise, in der sie angewendet wurden, war übertrieben aggressiv und dauerte zu lange an... Wenn man an Folter denkt, denkt man an einen schrecklichen Akt physischer Gewalt, der einem Menschen angetan wird. Das hier war nicht irgendein spezieller Akt; es war einfach eine Kombination von Dingen, die medizinische Auswirkungen auf ihn hatten, die seiner Gesundheit geschadet haben. Es war brutal und unangemessen. Und eine Zwangsmaßnahme. Eindeutig eine Zwangsmaßnahme. Es waren die medizinischen Folgen, die den Ausschlag gaben, es Folter zu nennen", erklärte die Juristin. Al-Qahtani wurde während der Verhöre zweimal mit ernsthaften Herzproblemen in die Krankenabteilung gebracht worden. Einmal fiel sein Herzschlag bis auf 35 Schläge pro Minute anstatt der üblichen ungefähr 80.
Gitanjali S. Gutierrez, al-Qahtanis zivile Verteidigerin, gab an, ihr Mandant leide nach wie vor unter der Behandlung in Guantanamo. Er würde unter Konzentrations- und Gedächtnisstörungen und Paranoia leiden. Es gebe "keinen Zweifel, dass er gefoltert wurde". Ihr Mandant bestreite die gegen ihn erhobenen Vorwürfe außerdem nach wie vor, er habe keinerlei Verbindungen zu den Flugzeugentführern und hätte keine Terroranschläge geplant.
Was nun mit dem mutmaßlichen Terroristen zu geschehen habe, sei die Entscheidung Barack Obamas und seiner Regierung, meinte Crawford, die al-Qahtani für "einen sehr gefährlichen Mann" hält. Für diejenigen, die den Verdächtigen in Guantanamo folterten, zeigte sie zwar ein gewisses Verständnis, verurteilte ihre Taten aber deutlich: "Ich habe Mitgefühl mit den Geheimagenten, die in diesen Tagen, kurz nach dem 11. September, versuchten, an Informationen zu gelangen, ohne zu wissen, was als nächstes kommen würde, um die Sicherheit von uns allen zu gewährleisten. Aber es muss immer noch eine Linie geben, die wir nicht überschreiten sollten. Und leider hat das, was passiert ist, denke ich, alles andere, was geschehen ist, vergiftet." Sie fürchtet insbesondere um den Ruf der USA in der Welt, den sie durch die Vorgänge in Guantanamo stark beschädigt sieht. Auch, wenn nur in Einzelfällen gefoltert worden sei, sei die öffentliche Wahrnehmung eher so, als sei Folter im Gefangenenlager der Normalfall gewesen.
Sprecher der Bush-Regierung dementieren nach wie vor, dass es in Guantanamo Folter gegeben habe. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino, verteidigte die Antiterror-Politik der Bush-Regierung, ohne explizit auf die Aussagen Crawfords Stellung zu nehmen. "Lassen Sie mich das klarstellen - und ich sage es noch einmal ganz offiziell - dass es niemals die Vorgehensweise dieses Präsidenten oder dieser Regierung war, zu foltern", sagte Perino in einer offiziellen Stellungnahme.
Sollten weitere Untersuchungen ergeben, dass Gefangene in Guantanamo gefoltert wurden, wären die so erlangten Informationen in den USA nicht gerichtsverwertbar. Dies könnte die Situation für Barack Obama, der sich ohnehin bei seinen geplanten Reformen der Sicherheitspolitik großen Herausforderungen gegenüber sieht, weiter verkomplizieren. Er ließ bereits verlautbaren, er gehe nicht davon aus, dass Guantanamo schnell geschlossen werde. Dazu seien die damit verbundenen Schwierigkeiten zu umfangreich. (Annika Kremer)
(via Washington Post, AP, thx)
News Redaktion am Donnerstag, 15.01.2009 02:42 Uhr
Jetzt bekommt Bush's Mannschaft Herzrasen. :mad: Die Taten in Guantamo Bay mit Bush als Oberkommandierendem, der den Folterladen abseits von Recht und Gesetz ermöglicht hat, sind noch nicht verjährt. Und sie fallen auf ihn zurück. Insbesondere die Morde an den eigenen Soldaten, die Bush in bösart ...
@ stax es heißt waterboarding nicht wakeboarding, das zweite ist eine sportart ;) ...
Das was die gegen den angewendet haben ist das schlimmste was es gibt... stellt euch vor ihr habt eine nacht nicht geschlafen weil die ganze zeit laute musik war dann schlaft ihr endlihc ein und werdet gewekt bevor ihr in die Tiefschlafphase(da erholt man sich erst) kommt und das tagelang das ist da ...
Wie lang wird die Dame noch leben? Bitte persönliche Nachricht an mich, falls sie einem "Unfall" zum Opfer fallen sollte .. Übrigens, erinnert sich einer an die Konzentrationslager? (die, beiläufig gesagt, von den Spaniern "erfunden" wurden & auch von den Engländern während der Apartheid in Südafri ...
Hmmm... also das Wakeboarding is ja ziemlich hart... im Selbstversuch hat das ganze 20 sekunden gedauert, dann war der "Testmensch" derart am ende, dass es abgebrochen werden musste! Siehe HIER ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 14.05.2013, 13:52 Uhr
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags steht seit vielen Jahren den Bürgern und Gruppen für ihre Anliegen offen. Wir haben uns kürzlich mit einem der 80 Mitarbeiter des Hauses unterhalten. Da seit der Gründung nur sehr wenige Gesetzesänderungen durch Petitionen entstanden sind, wollen wir den Sinn dieser Institution hinterfragen. Dies ist vorerst der letzte Teil unserer Interview-Serie.
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.