
Es stellt einen datenschutzrechtlichen Albtraum dar, welcher auch im P2P-Abmahnungswahnsinn immer wieder laut wurde. Dass es Provider gab, die Klarnamen wirklich ohne polizeiliche Ermittlung herausgaben, ist wohl eher unwahrscheinlich.
Das Anti-Piraterie-Unternehmen Nexicon aus den USA möchte sich nun auf geschickte Weise an die Daten von Urheberrechtsverletzern heranmachen, indem man kurzerhand eine bezahlte Partnerschaft mit den Providern eingeht. Nach der Ankündigung der Recording Industry Association of America (RIAA), man würde zukünftig nicht mehr juristisch gegen Filesharer vorgehen, gab es vorsichtigen Beifall. Dieser verstummte jedoch kurze Zeit später, nachdem klar wurde, wonach man stattdessen gierte. Die Provider sollten selbst auf die Jagd nach Urheberrechtsverletzern gehen, und diese somit vom Filesharing urheberrechtlich geschützter Werke abhalten. Dass diese sich eher ungern in der Position sehen, gegen ihre eigenen Kunden ins Feld zu ziehen, war durchweg verständlich. Jeder Provider betrachtet sich aus gutem Grund als einen Dienstleister, welcher nicht für die Taten seiner Kunden zur Verantwortung gezogen werden kann, geschweige den gegen diese vorgehen sollte. Eine Verfahrensweise, welche praktisch jeder Provider ablehnt, schon allein aus Kostengründen, von der Effektivität und Fehlerrate der hierfür notwendigen Deep-Packet-Inspections einmal ganz abgesehen. Nexicon warb jedoch bereits vor einiger Zeit damit, dass man ein perfektes Verfahren entwickelt habe, mit welchem man vollautomatisch auf die Jagd nach Urheberrechtsverletzern gehen könne. Egal ob P2P, Usenet oder sonstige Umschlagplätze für urheberrechtlich geschützte Files.
Jetzt möchte man sich gerne als Zwischenstelle bei den Providern einkaufen, um dort die Jagd nach Filesharern zu übernehmen, so dass die Kosten des Providers hierfür reduziert werden. Für diesen "Service" möchte man lediglich eine geringe Gebühr haben. Bis zu diesem Punkt mag das Ganze noch interessant klingen, wenngleich man sich fragt, welche Kosten die Provider für die Jagd nach Filesharern haben - abgesehen von einigen Auskunftsverfahren. Der weitere Teil der Vereinbarung sieht jedoch vor, dass die Provider einen fairen Anteil an den Einnahmen enthalten, die Nexicon von ermittelten Urheberrechtsverletzern fordert. Das Prozedere von Nexicon würde wie folgt ablaufen: Ermittelte Filesharer werden per E-Mail kontaktiert und auf ihren Rechtsverstoß hingewiesen. Die E-Mail enthält einen Link zu dem Webportal GetAmnesty, welches von Nexicon betrieben wird. Die Beschuldigten können sich dort dann Absolution von ihren böswilligen Taten erkaufen. Aus gutem Grund jedoch Beschuldigte. Beweise eines Unternehmens zuzulassen, welches auf Gewinnbasis arbeitet und mehr Einnahmen generiert, je mehr Urheberrechtsverletzer es ausfindig macht, führt zu einem sehr merkwürdigen Beigeschmack. Nachdem die Beschuldigten die Gebühren bezahlt haben, wird der Rechteinhaber sowie der Provider mit einem fairen Anteil entschädigt. Ist freie Marktwirtschaft nicht etwas großartiges? Man kauft sich einfach in ein Unternehmen ein, um die Daten von dessen Kunden ungeniert erheben zu können. (Firebird77)
(via slashdot, thx!)
(Bild via nexicon, thx!)
News Redaktion am Sonntag, 18.01.2009 01:29 Uhr
Erstaunlich, was die Massenarbeitslosigkeit in diesen Zeiten an skurrilen Geschäftsideen gebiert. :eek: ...
Wenn man damit dann kein Geld mehr machen kann, nimmt man einfach mal paar unschuldige, Geld ist alles was zählt, so leute sind nicht besser, als die wo sich sachen downloaden ...
naja, auch ein Geschäftsmodell. Frage mich, ob es attraktiv für die Provider ist. Die sind ja schließlich auch nicht blöd und wollen Geld verdienen (mit ihren kunden) ...
Warum erweitern sie das System nicht gleich noch um eine Blacklist von zig-Tausend Pron Seiten. Ich könnte mir vorstellen, dass die Zahlungsmoral und auch -kräftigkeit bei entsprechend exponierten Personen (personelle Recherche für jedes Opfer .. ähh jeden "Kunden" vorausgesetzt) um ein vielfach ...
ja ne, is klar. ich sehs schon kommen. wenn sie mal nicht genug illegale p2p nutzer finden, dann picken sie sich nach dem zufallsprinzip einfach ein paar ander raus, schicken denen die mail und die bezahlen aus angst was falsches gemacht zu haben. so kann man auch geld verdienen.... ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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