
Mit Jason Holtmann hat sich Valve scheinbar einen ausgezeichneten Denker an Bord geholt, welcher die Situation nicht einfach akzeptiert, sondern weitläufig die Ursachen für bestimmte Verhaltensweisen hinterfragt.
So geschehen beim Game-Business Treffen an der SMU Dedman School of Law. Holtman stand der Zuhörerschaft dort Rede und Antwort bezüglich des Geschäftsmodelles hinter dem populären Steam-Service. Natürlich sollte man diesen nicht zu großartig loben, erreicht er doch eine gewisse Spur von DRM. Den wirklichen Kern des Gesprächs bildete jedoch die Debatte über Piraterie und wie Valve damit umgehen würde. Holtman, welcher Chef der Geschäfts- und Rechtsabteilung ist, erklärte anfänglich, dass man innerhalb von zehn Jahren 30 Millionen Spiele verkauft hätte. Dabei sei Steam erst 2004 auf den Markt gekommen. Präzise hielt er fest, wo sich Valve gegenwärtig sieht: "Wir sind mehr als nur eine Spieleschmiede - wir sind eine Plattform, Verkäufer, Anbieter ..." Diese Aussage verdeutlichte er mit dem Beispiel, dass man "Day of Defeat" vor einiger Zeit als Demoversion angeboten hat, und nach Ablauf der Demo dem User ein günstiges Angebot zum Erwerb der Vollversion gemacht hatte. Irritierenderweise stiegen jedoch nicht nur die Verkäufe per Steam, sondern auch die physischen - um 28 Prozent an. "Was wir aus den verbundenen Plattformen gelernt haben ist, dass es nicht um Vertrieb vs. Vertrieb geht. Man kann nicht vorhersagen, wo die Leute kaufen." Bezüglich Piraterie sagte er: "Gefühlsmäßig reagieren die Firmen sehr rasch auf Piraterie. Die Wahrheit ist jedoch: Piraten sind unterversorgte Kunden." Eine interessante These, die Holtman im selben Atemzug erklärt: "Wenn man die Thematik auf diese Weise erfasst, denkt man 'Verdammt nochmal, ich könnte einige interessante Sachen probieren und damit verdammt viel Geld verdienen.'"Als Beispiel für diese Gedankengänge versuchte er den globalen Markt als Ursache für Piraterie zu wählen: "Alle unsere Spiele erscheinen am selben Tag in Russland. Der Grund, warum Leute in Russland raubkopiert haben, ist simpel. Und zwar deshalb, weil Russen auch fernsehen und Magazine lesen. Sie sagen 'Man, ich will verdammt nochmal dieses Spiel spielen' aber der Herausgeber sagt 'Du kannst das Spiel in sechs Monaten spielen... vielleicht'. Wir haben herausgefunden, dass die Piraterie erheblich zurückgingen [wenn wir die Spiele weltweit zeitgleich veröffentlichen]." Es gebe "Tonnen von unentdeckten Kunden", bloß weil die Herausgeber der Spiele so engstirnig auf den westlichen Markt blicken.
Natürlich stellt dies allein auch kein Patentrezept zur Eindämmung von Piraterie dar. Man müsse jedoch für ein ansprechendes Angebot, bei zeitgleicher Verfügbarkeit sorgen. (Firebird77)
(via gamedaily, thx!)
(Bild via thatvideogameblog, thx!)
News Redaktion am Sonntag, 18.01.2009 21:51 Uhr
btw, wenn mir ein Film sehr gut gefällt, kauf ich ihn. Einfach aus Prinzip. Word ! Machen bestimmt viele, sollten aber noch mehr machen. ...
Bei dem Artikel ist mir gleich Mirror's Edge eingefallen. Für PC gibts keine Demo, also hab ichs runtergeladen. Mir hats gefallen also hab ichs gekauft. Hätts ne Demo gegeben, hätt ichs nicht runterladen müssen. btw, wenn mir ein Film sehr gut gefällt, kauf ich ihn. Einfach aus Prinzip. ...
... Du meinst du kaufst nur Spiele weil sie in Hamatchi etc keinen Spaß machen. Würden sie da gut sein würdest du sie auch nicht kaufen. Außerdem gibt das keinen Sinn. Es mag sein dass du auf MP Wert legts etc. Gottseidank sind nicht alle so. Man kann seine Zeit nur 1 ...
jaja, mit russen hat valve einige problem xD ...
"wieso Menschen urheberrechtlich geschützte Werke aus dem Netz herunterladen, und sich somit in einen schwierigen rechtlichen Bereich begeben" Der DOWNLOAD ist aber in den meisten Ländern nicht verboten, nur das Verbreiten... ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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