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IT-Sicherheit: Botnet aus Linux-Servern entdeckt

IT-Sicherheitsforscher entdeckten kürzlich ein Botnet, das nicht aus infizierten PCs, sondern aus Linux-Webservern besteht.

Die meisten Botnets bestehen aus Heim-PCs, die (meist über Trojaner) infiziert werden und anschließend dem Botnet-Master zur Verfügung stehen. Per Fernsteuerung können diese Bots (oft auch "Zombies" genannt) beispielsweise für DDoS-Angriffe und den Versand von Spam-Mails verwendet werden. Viele Botnet-Master vermieten ihre Netze auch, beispielsweise an Firmen, die Konkurrenten aus dem Netz bomben oder ihre Potenzmittel per Massen-Mailing vermarkten wollen, und verdienen damit Geld. Das neu entdeckte Botnet allerdings ist etwas anders.

Das Netz erhielt von Sicherheitsforschern schon den Spitznamen "Special Operations Botnet" und scheint primär der Malware-Verbreitung zu dienen. Jeder der Bots ist ein Linux-Webserver, auf dem legitime Websites gehostet werden. Wie Denis Sinegubko, ein selbständiger IT-Sicherheits-Experte aus Russland, berichtet, läuft auf den betroffenen Servern neben der Webserver-Software Apache noch ein zweiter Webserver mit Namen nginx. Auf diesem wird Malware gehostet.

"Was wir hier sehen ist ein lang erwartetes Botnet aus Zombie-Webservern. Eine Gruppe miteinander vernetzter infizierter Webserver mit einem gemeinsamen Kontrollserver, die dazu dienen, Malware zu verbreiten," schreibt Sinegubko in seinem Blog. Eine weitere Besonderheit: Nach Angaben des Sicherheitsforschers ist das Webserver-Botnet zusätzlich mit einem Botnet infizierter PCs vernetzt.

Der Schadcode wird auf dem nginx-Webserver auf Port 8080 angeboten. Anschließend wird er mit Hilfe dynamischer DNS-Server in legitime Websites injiziert. "Es ist besser, gleichzeitig Zombie-Clients und -Server zu haben. Dieses heterogene System bietet viel mehr Möglichkeiten und macht das ganze System flexibler," schreibt Sinegubko.

Wie die Server infiziert wurden, kann der Sicherheits-Experte noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Er vermutet allerdings, dass sie von unvorsichtigen Administratoren betreut werden, deren Root-Passwörter mitgesnifft werden konnten.

Mit rund 100 Zombies scheint das Botnet bisher eher klein zu sein. Alle kompromittierten Server laufen unter verschiedenen Linux-Distributionen und verwenden die Webserver-Software Apache. Sinegubko vermutet, dass es sich bei dem Botnet entweder um einen reinen Proof of Concept handelt oder dass noch weitere infizierte Maschinen existieren, die bisher nicht entdeckt wurden. (Annika Kremer)

(via The Register, thx!)

(Bildquelle: Ask Bob Rankin, thx!)

News Redaktion am Samstag, 12.09.2009 16:15 Uhr

tagsTags: it-sicherheit cybercrime spam trojanisches pferd malware ddos-angriff linux nginx sinegubko server botnet trojaner apache

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20 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Willmaster1 am 29.09.2009 04:55:42

    mit ca 50-80 solcher bots kann man schon gulli.com,esl.com usw lahmlegen... bla. Schonmal die Gulli Serverliste angeschaut? das sind mindestens 2-3Gbit Dedicated, dazu wohl ne Hardware Firewall (zwangsweise) im Loadbalancer - da reichen mickrige 5Gbit nicht. ALLE Virt ...

  • Annika_Kremer am 15.09.2009 18:20:46

    Ab und zu wird afaik auch Virtuozzo eingesetzt, und da gab es in der Vergangenheit durchaus Berichte über Sicherheitslücken. Wobei es sein kann, dass meine Infos da etwas veraltet sind; die Zeiten, wo ich mich intensiver mit Server-Administration befasst habe, sind schon ein paar Jahre her. ...

  • SkyLiner_360 am 15.09.2009 18:09:36

    ...wenn ein V-server geknackt is kommt man schnell an den ganzen Server. Eigentlich nicht. Für Virtualisierung wird meines Wissens in RZs VMware eingesetzt. Die Business Versionen geben wie ich hörte die Möglichkeit jeden vServer absolut von allen anderen zu trennen. Selbst w ...

  • bushido900 am 15.09.2009 15:04:02

    zu geil hab heut morgen erfahren das unser schulserver auch teil dieses botnetzes war hahahahaha :) einfach nur geil^^ ...

  • DukeMan999 am 14.09.2009 19:36:56

    wer hätte das gedacht -.- ...

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