
Das zwischen der Zensur von Websites mit kinderpornografischen oder "unangemessenen" Inhalten nur ein schmaler Grat bleibt, hin zur Zensur regierungskritischer Seiten, drängt die Liberale Partei scheinbar zu neuen Wegen.
Während sich zahlreiche Australier gegen eine Webfilterung aussprechen, ist die allgemeine Resonanz dennoch bislang eher unbedeutend. Keine großen Proteststürme oder flammende Reden über "informationelle Freiheit" überziehen das Land. Eine gewisse Verdrossenheit scheint sich allgemein breitgemacht zu haben, egal wohin man sieht. All dies genügt den Filterungsplänen der australischen Regierung bislang zum Vorteil. Mit der Ansage, man möchte kinderpornografisches Material, sowie "unangemessene" Inhalte sperren, konnte man wenig Gegenwind hervorrufen. Auch als bekannt wurde, dass sich die Internetgeschwindigkeit um bis zu 87 Prozent verlangsamen könnte, blieben viele Australier gelassen. Schwerlich zu erklären, warum dem so ist. Natürlich wuchs der Widerstand, aber noch nicht in einem solchen Ausmaße, dass man die Filterung stoppen könnte.
Die Liberale Partei versucht es nun mit einer eher unterschwelligen Botschaft, die von der Bevölkerung hoffentlich erfasst wird. Senator Minchin äußerte sich, dass eine Webfilterung nur eine Botschaft an Eltern übermitteln würde: "Man könne Eltern nicht vertrauen, ihre Kinder online zu schützen!" Eine harte Nuss, die praktisch jedem Elternteil die Fähigkeit abspricht, seine Sprösslinge anständig zu erziehen. Senator Michin bringt es hierbei auf den Punkt: "Die Erziehung durch Erwachsene sollte die Front und das Zentrum darstellen, wenn es darum geht, die Online-Sicherheit zu erhöhen. Eine Verantwortung, die von vielen Eltern, Großeltern, Lehrern und Sorgetragenden wahrgenommen wird." Der Telekommunikationsminister Stephen Conroy scheint hier jedoch völlig anderer Ansicht zu sein: "Die Filterung von Inhalten vom Provider ist zentraler Standpunkt der Pläne der Regierung, um das Internet zu einem besseren Platz für Kinder zu machen. Es gibt kein technisches Substitut für die Aufsicht durch Erwachsene und es ist unverantwortlich und irreführend etwas anderes anzunehmen. Eine sogenannte "saubere Quelle" hat das Potenzial einen gefährlich fehlerhaften Sinn für Sicherheit zu entwickeln, welcher die Eltern zu dem Glauben führt, dass eine weitere Beaufsichtigung und Wachsamkeit nicht notwendig sind. Kein anständiger Australier würde sich über das allgemeine Ziel aufregen, die Online-Welt so sicher wie möglich zu machen. Die Fixierung der Labor Partei auf diese erzwungene, zentralisierte Filterung - welche Eltern sagt, dass sie unfähig sind, ihre eigenen Kinder zu schützen - ist nicht die Antwort." (Firebird77)
(via zeropaid, thx!)
(Bild via techwiredau, thx!)
News Redaktion am Montag, 26.01.2009 20:41 Uhr
Vielleicht wird ja auch bald bei uns das Internet zu einem "besseren Platz für Kinder". Juhuu :) Gruß robo Frau von der Leyen, Wolfgang Schäuble, die Content-Industrie, die Bezahl-Porno-Anbieter und dieser komische BKA-Ziercke dürften davon jedenfalls begeistert sein. ...
Vielleicht wird ja auch bald bei uns das Internet zu einem "besseren Platz für Kinder". Juhuu :) Gruß robo ...
Wann wird dort die Personenfilterung eingeführt? ...
Nein, da Australien in drei Zeitzonen liegt, wird frühestens um 1:00 alles freigegeben. :p ...
wird das Internet nach 23 Uhr dann wieder Voll Freigegeben? in Anlehnung daran, dass ab 23Uhr Filme ab 18 kommen. ...
Lars Sobiraj am 04.02.2012, 11:32 Uhr
Während Die Linke zur Teilnahme an einem europaweiten Aktionstag gegen ACTA aufruft und Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger die Kritik am internationalen Handelsabkommen zurückweist, führte der Jurist Jens Ferner eine ausführliche Analyse jedes einzelnen Artikels durch. Wir fragten ihn, wie gefährlich ACTA tatsächlich ist. In welchem Rahmen bedroht dieses Abkommen unser aller Freiheit?
Lars Sobiraj am 09.02.2012, 11:40 Uhr
In der südenglischen Grafschaft Sussex ereignete sich letzten Monat ein Fauxpas der besonderen Art. Statt einen Einbrecher zu fassen, jagte ein Polizist mit Hilfe von Kameras für etwa 20 Minuten sich selbst. Sein Kollege an den Monitoren hatte ihn nicht erkannt und fand sein Verhalten sehr auffällig. Der beobachtete Mann habe auf heißen Kohlen gesessen, weswegen er dringend tatverdächtig sei.
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