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NS-Zeitungen: Neues vom Projekt Zeitungszeugen

Das Projekt "Zeitungszeugen", in dessen Rahmen Nachdrucke von Zeitungen aus der Zeit des Nationalsozialismus veröffentlicht wurden, ist momentan in aller Munde. Nachdem das Land Bayern, das die Rechte an einigen der damaligen Zeitungen hält, eine Veröffentlichung untersagte und zahlreiche Zeitungen beschlagnahmt wurden, fragen sich viele Interessierte, wie es nun weitergeht. Sandra Paweronschitz, Chefredakteurin der "Zeitungszeugen", gab nun ein Interview, in dem sie unter anderen über die Zukunft des Projekts spricht.

Konzipiert war das Projekt als informative, aufklärerische Maßnahme. Den Lesern sollte ermöglicht werden, sich in die damalige Zeit hineinzuversetzen und sie so besser zu verstehen. Namhafte Regierungsmitglieder des Freistaats Bayern, allen voran Justizministerin Beate Merk, befürchteten nach eigenen Angaben, das Projekt könnte den Rechtsextremismus fördern. Deswegen machten sie ihre Urheberrechte an einigen der vom Projekt veröffentlichten Zeitungen, unter anderem dem "Völkischen Beobachter", geltend. Das Amtsgericht München ordnete daraufhin ein Verkaufsverbot und eine Beschlagnahmung der "Zeitungszeugen"-Hefte an (gulli:news berichtete).

Bei der nächsten Ausgabe plant man nun, auf Nummer sicher zu gehen, wie Paweronschitz in besagtem Interview preisgab. Man plane, die nächsten "Zeitungszeugen" ohne sogenanntes "verfängliches Material" zu veröffentlichen, um einem erneuten Verbot zuvorzukommen. Über die mittlerweile verbotene zweite Auflage sagt Paweronschitz: "Von der Auflage der Ausgabe zum Reichstagsbrand mit 150 000 Exemplaren wurden - so die offizielle Auskunft - bisher 2500 beschlagnahmt. Diese wird auf der einen Seite wild nachgefragt, auf der anderen beschlagnahmt, hier aussagekräftige Zahlen zu bekommen, ist noch sehr schwierig."

Grundsätzlich steht Paweronschitz aber nach wie vor hinter dem vom Projekt verfolgten Konzept und hofft, dass auch die Gerichte dem Leser die von ihr gewünschte Eigenverantwortung mit dem Material zutrauen. "Es sollte grundsätzlich geklärt werden, ob man den Lesern die Einordnung dieser Inhalte zutraut oder nicht. Ich traue ihnen dies zu," ist sie sich sicher. Auch sei nur ein Bruchteil ihrer Leser dem rechten Spektrum zuzuordnen. Die meisten Leser seien einfach Neugierige, "unterschiedlichste soziale Schichten, Schüler, Studenten, alte Leute, Lehrer," von denen das Projekt in den vergangenen Tagen viel Unterstützung erhalten habe. (Annika Kremer)

(via Die Zeit, thx)

News Redaktion am Mittwoch, 28.01.2009 09:49 Uhr

tagsTags: journalismus medien merk bayern zeitung zensur nationalsozialismus urheberrecht

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32 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • godlike am 10.02.2009 10:17:35

    Entschuldige die Frage, aber wie meinst Du das? Ich glaub' ich hab' den Faden verloren. Nunja mich wundert es nicht das man solch prekäre Informationen dem gemeinen Volk enthält und diese mal wieder bevormundet. Das mit dem "Brot und Spiele" war nur als Ergänzung we ...

  • urmel_aus_dem_e am 09.02.2009 19:13:22

    Das erinnert mich mehr an einen Ochsenkopf, wird doch hoffentlich nicht unimatrix's Passbild sein? Was hat das mit dem Thema zu tun? Sind wir hier bei http://www.hohle-köpfe.de? ...

  • tama am 09.02.2009 17:56:35

    Vielleicht haben die das auch verboten damit keiner darüber nachdenkt warum wir nur ein 1) Grundgesetzt und keine Verfassung haben 2) einen Personal... und kein Personenausweis 3) Es so so viele Wappenzeichen gibt und kein einheitliches. 4) der Reichsadler auf dem Reisepass eigen ...

  • urmel_aus_dem_e am 09.02.2009 17:25:45

    Hmm, das wundert mich ehrlich gesagt nicht mal und das finde ich fast noch schlimmer. Naja, Brot und Spiele fürs Volk und bloß nicht zu viel nachdenken *kopfschüttel* Entschuldige die Frage, aber wie meinst Du das? Ich glaub' ich hab' den Faden verloren. ...

  • godlike am 09.02.2009 16:19:55

    Hmm, das wundert mich ehrlich gesagt nicht mal und das finde ich fast noch schlimmer. Naja, Brot und Spiele fürs Volk und bloß nicht zu viel nachdenken *kopfschüttel* ...

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