
Noch ist nicht ganz klar, wie die Situation einzuschätzen ist. In dem sehr detaillierten Posting auf TechCrunch schilderte Arrington heute den Vorfall, der sich in München ereignete. Er schreibt, dass ihm jemand aus heiterem Himmel ins Gesicht gespuckt hat. Gewissermaßen kam damit ein Fass zum überlaufen. Denn, so schreibt er, sei er es gewohnt, dass hitzig diskutiert wird oder auch mehr oder weniger regelmäßig verbale Attacken auf ihn einprasseln würden. Dieses gehörte nunmal zu seinem Beruf. Er sagt, dass die Reaktionen einiger enttäuschter Leser, beziehungsweise Startup-Gründer, die er auf seinem Blog nicht besprochen hätte, regelmäßig zu Neid und Missgunst neigen. Man könnte an den Reaktionen sogar erkennen, wie erfolgreich TechCrunch liefe, denn je erfolgreicher sein Blog ist, desto negativer fielen in der Regel die Reaktionen aus.
Weiter heißt es in dem Posting, dass vor nicht allzu langer Zeit sogar Morddrohungen bei ihm, seinen Mitarbeitern und seiner Familie eingingen. Es sei damals nicht schwer gewesen, den Urheber dieser Drohungen auszumachen. Jedoch hat das jüngste Ereignis nun zur Folge gehabt, dass Arrington beschlossen hat, eine Auszeit zu nehmen und seine Strategie zu überdenken. Sicherlich auch im Hinblick darauf, um seine eigene Sicherheit nicht zu gefährden.
Jetzt kann man sich fragen, wie es zu so etwas kommt. Bekannt ist, dass TechCrunch eines der größten und wichtigsten Blogs ist, die international aus der Startup-Szene berichtet. Woher aber kommen diese Aggressionen? Sind es tatsächlich enttäuschte Gründer, denen Arrington in seinem Blog keines Blickes gewürdigt hat? Es gibt auch andere Stimmen, die TechCrunch gegenüber weniger wohlwollend gesonnen sind. Computerworld schreibt in einem Beitrag über diesen Vorfall, dass es sicherlich an der Zeit wäre, dass Michael Arrington seine Strategie neu ausrichtet. Sie bezeichneten das Posting zu dem Vorfall (zumindest bis zu den Morddrohungen) als "Rumgeheule eines Agent Provocateur des Web 2.0 Zeitalters, der seinen eigenen Lebensunterhalt damit verdient, anderen digtalen Gründern den Daumen hoch oder Daumen runter zu zeigen." Weiter schreiben sie, dass es eines der ungeschriebenen Gesetze von erfolgreichen Blogs sei, möglichst provokant zu schreiben. Das sei auch gut, jedoch nur, wenn es auch berechtigte Kritik gibt. "Provokation nur deswegen, weil es eine Menge Pageviews gibt, ist nur ein sehr schwacher Grund, um den flammenden Stift auszugraben. Es gibt einen Unterschied, ob man präzise gute Aussagen trifft oder eine Pose einnimmt. Eine Pose mit dem eigenen Blog einzunehmen, kann dazu führen, dass einem ins Gesicht gespuckt wird - oder schlimmeres." Sie wünschen ihm alles Beste bei der Neuausrichtung seines Blogs.
gulli meint:
Dies ist schon ein fragwürdiger Vorfall. Doch fragwürdig ist auch, welche Macht ein einzener Blog in diesem Web 2.0-Startup-Zirkus zu haben scheint. Wenn das "Hop oder Top" einer Person darüber entscheidet, ob Gründer erfolgreich werden oder nicht, ob diese Finanzierungen erhalten oder nicht, dann dürfte klar sein, das über einen längeren Zeitraum Aggressionen aufgebaut werden. Michael Arrington mag schon eine machtvolle Position haben - ein Monarch ist er aber deswegen noch lange nicht. Würden nicht viel zu viele Web 2.0-Unternehmen auf Sand gebaut werden, sollte auch dieses Kommunikationsproblem keines sein. Eine solide Geschäftsidee sollte auch selbstständig denkenden Wesen jenseits des Hypes zugänglich sein. (020200)
(via TechCrunch, thx!)
News Redaktion am Donnerstag, 29.01.2009 15:42 Uhr
"Provokation nur deswegen, weil es eine Menge Pageviews gibt, ist nur ein sehr schwacher Grund, um den flammenden Stift auszugraben. Es gibt einen Unterschied, ob man präzise gute Aussagen trifft oder eine Pose einnimmt. Ich lese seit Jahren techcrunch, und die Aussage von computerw ...
Rumgeheule ist böse :-) ...
Laut eigenen Angaben wird Michael Arrington, Startup-Blogger, der das weltweit führende Startup-Blog TechCrunch betreibt, eine Zwangspause einlegen. Zu diesem Schritt bewog ihn ein Vorfall, welcher sich am Rande einer Technologie-Konferenz in München ereignet hatte: Ein unbekannter Startup-Grü ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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