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GVU fordert: Wirtschaft soll sich bei Bekämpfung von Internetkriminalität einmischen

Die Beteiligten der 3. Sicherheitsgespräche in Berlin sollen sich allesamt über zu wenig Mittel, einen schlechten Stellenschlüssel und zu unterschiedliche Aufgabenbereiche beklagt haben. Die Teilnehmer kamen aus den Bereichen der Polizei, Staatsanwaltschaften, der Wirtschaft und Politik. Die GVU schlug vor, die Wirtschaft soll sich jetzt aktiv beim Kampf gegen Online-Kriminalität beteiligen.

Die Themen auf dem Kongress waren unter anderem ID-Diebstahl, Man in the Middle-Attacken, Missbrauch von Kindern und Frauen und sonstiger Betrug in Internet. Geladen waren hochrangige Vertreter von INTERPOL, T-Systems, Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Peter Schaar, Staatsanwälte und der Bremer Innensenator. Man soll dabei zum gemeinsamen Ergebnis gekommen sein, die Folge der finanziellen wie personellen Mängelerscheinungen wäre eine zunehmende Reaktionsunfähigkeit des Staates. Nicht mehr die Bekämpfung, lediglich eine Kriminalitätsverwaltung wäre die Folge.

Die Wirtschaft soll Verantwortung übernehmen und die Ermittler gezielt bei ihrer Arbeit unterstützen. Weiterbildungszentren bei Polizei und Justiz sollen aufgebaut und Beamte geschult werden. "Eine wirksame Bekämpfung der Internetkriminalität erfordert die Schaffung von Kompetenzzentren bei Polizei und Justiz sowie die feste Verankerung von Internet-Fachwissen in der dortigen Aus- und Weiterbildung", so Dr. Matthias Leonardy, der Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU).

Getauft wurde das Vorhaben auf den Namen Public Private Partnership. Was die GVU für den Bereich der Urheberrechtsverletzungen darstellt, soll die Wirtschaft jetzt im großen Rahmen für alle anderen Delikte im Web stemmen. Bei den Zuhörern sollen die Vorschläge zumindest auf Interesse gestoßen sein.

gulli meint:

Doch bei allem guten Willen und der berechtigten Forderung nach mehr Mitteln - die alles entscheidende Frage dürfte sich vielen Lesern bereits aufgedrängt haben. Was haben Vertreter der Wirtschaft so auch der GVU bitteschön in diesem Bereich zu suchen? Nichts! Denn im Rahmen der klassischen Gewaltenteilung nach Montesquieu werden die Organe der Privatwirtschaft nicht der Exekutive zugerechnet. Sollte die so genannte vierte Gewalt im Staat künftig nicht mehr die freie Presse sondern beratende Funktionsträger der Wirtschaft und deren gefüllte Geldsäckel darstellen? Es scheint fast so, zumindest wenn es nach den Vorstellungen der GVU gehen sollte. Den Vertretern der Industrie dürften die Pläne indes sehr gefallen, könnte man so den eigenen Einfluss deutlich erweitern. (Ghandy)

(via gvu.de, thx!)

(Bildquelle: bdk.de, thx!)

News Redaktion am Donnerstag, 05.02.2009 00:10 Uhr

Tags: gvu internetkriminalität matthias leonardy 3. sicherheitsgespräche

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14 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • SPMan am 07.02.2009 00:03:35

    Gute Idee. :T Was spräche dagegen? Das fragt ein (nach der heutigen Meldung "noch") Anwalt. Ehrlich Herr Gravenreuth, solch eine Frage sollte von einem Anwalt nicht einmal ironisch gestellt werden. Die Grundprinzipien unseres Rechtssystems sprächen dagegen. Was hat sich ...

  • Karash86 am 05.02.2009 23:26:25

    Gute Idee. :T Was spräche dagegen? Rechtsstaatlichkeit? Nebenbei: Sie sollten ihre Mandanten nicht wissen lassen, dass sie die Selbstjustiz befürworten. Könnte nicht so gut kommen. ...

  • Destiny666 am 05.02.2009 22:03:37

    Lynchjustiz... Hallelujah! ...

  • Chummer am 05.02.2009 20:14:32

    Na Gravenreuth. Schonmal daran gedacht mehr als die Überschrift zu lesen? ...

  • Gravenreuth am 05.02.2009 20:07:31

    Die Beteiligten der 3. Sicherheitsgespräche in Berlin sollen sich allesamt über zu wenig Mittel, einen schlechten Stellenschlüssel und zu unterschiedliche Aufgabenbereiche beklagt haben. Die Teilnehmer kamen aus den Bereichen der Polizei, Staatsanwaltschaften, der Wirtschaft und ...

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