
Designstudent Alexander Lehmann hat erneut mit spitzer Feder so einiges "herausgefunden" und ans Tageslicht gebracht, was zwar allen Entscheidungsträgern in Berlin, aber offenbar niemand von der Bevölkerung klar war. (Achtung, Ironie!) Nämlich, dass das deutsche Internet von einer Bilderflut an anfixender Kinderpornografie überschwemmt wird. So gilt es die milliardenschwere KiPo-Industrie mit einem einzigen Stoppschild von 100 auf Null auszubremsen. Die Taktik ist die Gleiche, wie sie in unzähligen deutschen Haushalten praktiziert wird. Schreit das Kind des Nachbarn, weil es geschlagen wird: Einfach wegschauen. Bitte nicht nachhaken! Bitte nicht nachdenken, bitte nicht stören. Jeder stolpert tagtäglich über die massive Bilderflut an gefährlicher kinderpornografischer Ware im Internet. Es gilt, vorsichtig zu sein. Ansonsten könnte man als Zuschauer von der überaus bedrohlichen viralen Materie angesteckt werden. Normale Pornos machen heterogen, Schwulenpornos machen ja bekanntlich schwul, Lesbenpornos lesbisch - oder etwa nicht?
Wir von gulli haben Alexander ein wenig von seiner Lebenszeit geklaut und ihn kurz zu seinem Projekt befragt.
Lars Sobiraj: Was hat dich dazu motiviert, diesen Film zu erstellen?
Alexander Lehmann: Motiviert hat mich die gesamte Debatte um die Netzzensur. Wenn man sich alle Argumente und Fakten neutral vor Augen führt, so bleiben sehr wenig übrig die FÜR die Netzsperren sprechen. Dass unsere Politiker sich trotzdem dazu entschieden haben sie einzuführen, lässt nichts Gutes erahnen.
Die Ankündigungen von verschiedenen CDU Politikern, dass man Killerspiele und "Meinungsfreiheit, Demokratie und Menschenwürde" im Netz regulieren will, hat die Befürchtungen nur bestätigt. Man will das Internet offensichtlich mit Zensur kontrollieren.
Ebenso hat es gezeigt, dass es niemals um die Opfer von Missbrauch ging - sie wurden einfach nur ausgenutzt.
Lars Sobiraj: Hast du den Link zum Film ein paar Politikern geschickt? Kam eine Reaktion?
Alexander Lehmann: Ich habe den Link bisher nur ein paar Politikern geschickt. Ich hoffe aber das er "die Runde" machen wird und noch viele andere Leute erreicht. Reaktionen gab es noch keine - das Video ist ja noch frisch.
Lars Sobiraj: Wollen dir die Politiker überhaupt zuhören?
Alexander Lehmann: Ich kann schlecht erahnen, inwieweit sie das Video ernst nehmen werden. Ich denke, dass ein tiefer Graben zwischen denen verläuft, die das Internet täglich nutzen, und um seine Vielfältigkeit und seine positiven Seiten weiß - und denen die es "ausdrucken".
Ich kann mir durchaus vorstellen das gewisse Lobbys das "Netzsperren-Gesetz" mit vorangetrieben haben. Die Musikindustrie hat dies ja schon offen zugegeben.
Lars Sobiraj: Wie wurde der Film technisch gesehen realisiert? Welchen Vorlauf hattet ihr, wie viele Personen waren daran beteiligt?
Alexander Lehmann: Benutzt habe ich 3dsmax und diverse Compositing Programme.
Ich habe das meiste auf einem neuen Computer gemacht, den ich mir quasi extra für das Projekt gekauft habe - sonst hätte es viel länger gedauert. Gerendert habe ich auf 5 Computern. Das Rendering allein hat 7 Tage gedauert.
Ich habe mit dem Film an sich am 31. August 2009 begonnen. Davor habe ich viel mit Gedanken und Ideen gespielt. Außer mir haben noch zwei andere Personen an dem Film mitgearbeitet. Herr Siemon als Sprecher und Herr Thurig, der die Aufnahmen und das Mastering vorgenommen hat. Alles was Bild ist, kommt direkt von mir. Oh, was ich noch sagen wollte zu meinem Ziel:
Wenn auch nur ein Wähler von meinem Video daran gehindert wird CDU oder SPD zu wählen, dann hat sich das Video für mich schon gelohnt.
(Video: RetteDeineFreiheit.de, der Nachfolger von "Du bist Terrorist")
News Redaktion am Montag, 14.09.2009 18:49 Uhr
Gibt ein neues video von ihm: http://www.youtube.com/watch?v=bDKTaqSAuwY ...
Sehr gutes Vid. Hoffe mal das das nich mal alles zu 100% so wird... aber wer weiß... ...
Applaus :T ...
Klasse Video, ich hoffe mein Gefühl das stark übertrieben wurde hat recht ;) Aber das mit der CDU raff ich einfach nicht, warum zur Hölle wird die CDU von so vielen Menschen gewählt, während fast jede andere Partei die schönsten Versprechen macht?:confused: ...
Ich auch nicht. Aber dennoch meine ich, dass es genug CDU-Wähler gibt, die Internet haben. Aber die surfen natürlich nicht auf "Rapidshare" oder auf "Microtorrent-Pages". :D ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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