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BND: Der Geheimdienst und die Journalisten

Der BND-Untersuchungsausschuss befasste sich am Donnerstag mit den Verwicklungen zwischen BND und Journalisten - das Ergebnis wirft auf beide kein gutes Licht.

In den 1990er Jahren kam man beim BND zu der Auffassung, dass über den BND zu viel in den Medien berichtet werden würde. Daher beauftragte man den Leiter der Abteilung "Sicherheit und Spionageabwehr", Volker Foertsch, gegen die zahlreichen Lecks vorzugehen. Dazu aktivierte Foertsch seine exzellenten Kontakte zu Journalisten - von denen ihm einige offenbar nur zu bereitwillig halfen.

Die genaue Natur dieser Kooperation war heute Thema des Untersuchungsausschusses - und sorgte dort für einige Kritik. Foertsch bediente sich seiner Kontakte zu Journalisten offenbar sowohl zur Informationsbeschaffung als auch, um unerwünschte Berichterstattung zu vermeiden. Viele der Journalisten kooperierten bei diesem Spiel angeblich nur zu gerne - sei es aus finanziellen Motiven, aus Angst oder einfach, weil die Kontakte zum BND ihrem Ego schmeichelten. So wurde offenbar die Veröffentlichung einiger Nachrichten, die das BND lieber nicht in den Medien sehen wollte, unterbunden. Außerdem wurde teilweise Druck ausgeübt, Informationen über Informanten herauszugeben.

Foertsch betonte vor dem Untersuchungsausschuss, seine Zusammenarbeit mit Journalisten hätte allein den Zweck gehabt, Lecks in der eigenen Behörde zu stopfen, also der sogenannten Eigensicherung gedient. Daran jedoch äußerten einige der Anwesenden Zweifel. So seien die Kontakte des BND beispielsweise zu Focus-Mitarbeiter Josef Hufelschulte - von dem im Ausschuss nur mit seinem von Foertsch verliehenen Decknamen "Jerez" die Rede war - weit umfangreicher gewesen, als Foertsch den Anschein erweckte. Auf die Frage jedoch, ob durch diesen Kontakt jemals ein BND-Mitarbeiter des Geheimnisverrats überführt werden konnte, antwortete Foertsch ausweichend: "Es war hilfreich." Zu einem entsprechenden Verfahren kam es niemals. "Was hat das alles mit Eigensicherung zu tun? Ich habe den Eindruck, dass hier weit über das Ziel hinausgeschossen wurde," fasste der SPD-Abgeordnete Michael Hartmann seine Skepsis zusammen. (Annika Kremer)

(via Süddeutsche Zeitung, thx)

News Redaktion am Freitag, 13.02.2009 00:27 Uhr

tagsTags: journalismus bnd geheimdienst

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15 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Toronto am 14.02.2009 14:59:20

    Du brauchst Dich nicht ändern, schon garnicht Deine AnsichtenDas implizierte ich durch die angebrachte Ironie in meinem vorherigen Post. Vielen Dank, dass du es mir noch einmal sagst. Warum?Weil ich stolz darauf bin? Weil ich soweit gekommen bin, dass ic ...

  • rekcozba am 14.02.2009 04:41:48

    DIe ganzen Terroranschläge nützen nicht den Terroristen sondern den westlichen regierungen die Auswirkungen kennen wir alle... Was am 11.9 passiert ist ist beispiellos, genau sagen was passiert ist kann keiner wurde ja alles beiseite geschafft und die geldgeber dieses anschlags s ...

  • ghostuser am 13.02.2009 18:50:25

    @DaTroubler Du hast es erfasst... es stinkt wirklich zum Himmel!!! Wer steht denn hinter den großen Verlagen, den Fernsehsendern, in den Aufsichts-u. Chefetagen der großen Firmen und Banken??? Richtig... mächtige Leute die im Hintergrund aber nie in der Öffentlichkeit stehen wollen und werden ...

  • DaTroubler am 13.02.2009 18:22:14

    DIe ganzen Terroranschläge nützen nicht den Terroristen sondern den westlichen regierungen die Auswirkungen kennen wir alle... Was am 11.9 passiert ist ist beispiellos, genau sagen was passiert ist kann keiner wurde ja alles beiseite geschafft und die geldgeber dieses anschlags sind anscheinend ni ...

  • WieBehindert am 13.02.2009 18:18:03

    Regierung = Wirtschaft + Propaganda + Politiker ...

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