
Dabei kommt es ihnen darauf an, dass die Musik stimmt. Weniger ernst nimmt man es hingegen mit dem Geschäftsmodell ihrer Band. Denn, so könnte man vermuten, es steht momentan ohnehin kein Stein auf dem anderen im Geschäft der Musikverkäufe. Warum sollte man da nicht experimentieren? Gegenüber Arte sagte die Band: "Die Leute sehen das immer so pessimistisch, dieser Zusammenbruch der Musikindustrie usw. Aber eigentlich finde ich es doch eine total chancenreiche Situation, die gerade im Augenblick da ist." Das ganze läuft bei Angelika Express sehr unangestrengt - und ist auch von Erfolg gekrönt. Davon zeugt die neulich abverkaufte "Angelika-Aktie". Ohnehin parodiert die Band aktuelle Geschäftsmodelle von Politik und Wirtschaft. Denn nach der Aktien-Aktion gibt es bei dem ganz frisch veröffentlichtem Album beim Kauf eine "Abwrackprämie" im Form einer EP kostenlos als Beigabe - streng limitiert versteht sich. (Mehr Infos hier.)
Angelika Express kann man als durchaus experimentierfreudig bezeichnen. Noch vor wenigen Monaten versuchte die Band ihr Glück, indem sie jede Woche einen neuen Song online veröffentlichten. Vor wenigen Wochen versuchten sie, eine "Aktie" für ihr neues Album zu verkaufen. Dabei konnte sich jeder ein "Teil" der Produktion an dem Album für bares Geld kaufen. Im Gegenzug bekommen die Fans eine Beteiligung am Gewinn - sofern das Album erfolgreich ist. Genauso also, wie es die Aktionäre bei hiesigen Unternehmen und Konzernen halten. (Alle Details hierzu auf der Angelika Express Webseite) Ein wenig überraschend ist, dass die Aktion extrem erfolgreich lief. Medien berichteten und derzeit werden keine neuen Aktien mehr ausgegeben. Man muss einfach mit der Zeit gehen - könnte man schlussfolgern.
Gestern erschien nun das selbstverlegte Album und als Bonus erhalten die ersten 100 Käufer die EP "Ich bin kein Amerikaner" als "Abwrackprämie", solange der Vorrat reicht, kostenlos hinzu. Möglicherweise ist Angelika Express derzeit dabei, nicht nur die eigene Band zu vermarkten, sondern das Musikgeschäft im 21. Jahrhundert neu zu erfinden. Mit spielerischem Ernst erobern sie die Herzen der Fans - und erfinden fast beiläufig neue Verwertungsmodelle. Inspiriert durch Politik und Wirtschaft, anstatt alter Strukturen aus der "guten alten Zeit". (020200)
(via Angelika Express, thx!)
News Redaktion am Samstag, 14.02.2009 20:27 Uhr
Wahnsinn, und klingt sogar gut. Gleich Ohrwurm. Und deutsche Band. Tja, und was muss man sich im Radio oder Fernsehen antuen?! Ich verstehs nicht. ...
Die Kölner Band Angelika Express meint es mit dem Musikmachen erst - und spielt mit Geschäftsmodellen. Mit Erfolg. Dabei kommt es ihnen darauf an, dass die Musik stimmt. Weniger ernst nimmt man es hingegen mit dem Geschäftsmodell ihrer Band. Denn, so könnte man vermuten, es steht momenta ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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