
Viele Themen waren diese Woche wichtig, es müssen also Schwerpunkte gesetzt werden. Es gab vier sehr große Themenkomplexe, die einfach notwendig sind, erwähnt zu werden. Die großen Themen der Woche sozusagen, die auch entsprechende Aufmerksamkeit erhalten haben. Kurz gesagt waren dies: Der Prozess gegen The Pirate Bay, Internetzensur, GIGA-TV und der Leak von U2s neuem Album "No Line on the Horizon".
Der Prozess gegen The Pirate Bay ist in jeglicher Hinsicht ungewöhnlich. Es ist nicht nur das hohe Medienaufgebot und die Aufmerksamkeit, die diesen wichtigen Prozess begleitet. Nein, ungewöhnlich ist auch, dass es ganz so aussieht, dass die Medienindustrie, anders als sie es sonst gewohnt ist, dieses Mal vor Gericht regelrecht demontiert wird. Schon am zweiten Tag der Verhandlung wurde ersichtlich, dass die Hälfte der Anklagepunkte nicht haltbar ist. Auch die weiteren Verhandlungstage gingen punktemäßig an die Piratenbucht. Allerdings ist dies eine Gerichtsverhandlung und kein Boxkampf - denn am Ende wird nicht nach Punktesieg entschieden, sondern nach geltendem Recht. Es dürfte also weiterhin spannend werden. Die gesammelte bisherige Dokumentation des Prozesses auf Gulli:
Heute Prozessbeginn, Hat Carl Lundström Steuern hinterzogen?, Tag 1 der Verhandlung, Piratenpartei: Daumen hoch für TPB!, Tag 2: Hälfte der Anklagepunkte fallen gelassen, Tag 3 des Gerichtsverfahrens gegen TPB, Geschrei am 4. Tag der Verhandlungen, Der 5. Tag mit einem verärgerten Richter, Anakata erklärt der IFPI die Warez-Szene.
Die andere große Geschichte dieser Woche war der Entschluss von Premiere, GIGA-TV aufzugeben. Daraufhin startete ein Aufruf der Community, die ARD solle sich doch des Spartensenders annehmen. Getreu dem Motto "Wir sind viele und wird sind hier" machte das Thema innerhalb kurzer Zeit die Runde durch das Internet und einigen Radiostationen. Genaue Hintergründe zur Motivation, sowie dem Vorgehen der GIGA-Fans findet man ausführlich im Gulli-Interview mit dem Initiator der Rettungsaktion.
Das Album "No Line on the Horizon" von U2 ist trotz erheblicher Sicherheitsmaßnahmen geleakt worden und erfreut sich unglaublicher Beliebtheit, obwohl es offiziell erst am 27. Februar 2009 zu haben ist. Tja, das kommt davon, wenn man es zu sehr darauf ankommen lässt. Denn der Bandmanager hielt von Radioheads Vorstoß, das Album "In Rainbows" zum von Kunden selbst gewählten Preis zur Verfügung zu stellen, schon seinerzeit gar nicht so toll. Auch wenn Bono widersprach - nun haben sie den Salat, und müssen schauen, wie sie da wieder rauskommen. Derweil macht das Thema die Runde und aktuell behauptet TechCrunch, aus "Insiderkreisen" wüsste man, dass Last.fm persönliche Daten von U2-Fans, welche das neue Album bereits jetzt mehr als fleißig hörten, an die RIAA weiterreichen würde. Last.fm dementiert die Vorwürfe.
Man sollte es endlich einsehen: Geheimniskrämerei und stoisch einzuhaltende Veröffentlichungstermine - das war einmal im 20. Jahrhundert. Als Printmagazine noch Drucklegungstermine hatten und Alben ausschließlich unter der Ladentheke "leaken" konnten. Dinge entstehen heute auf andere Weise - das stellte auch der Elektrische Reporter diese Woche fest. Es wird Zeit, mit der Zeit zu gehen - es sei denn, man steht gerne auf verlorenem Posten und kämpft den Kampf gegen Windmühlen. Die RIAA indes wie immer unbeeindruckt, verklagte eine Studentin auf 8.100 Dollar. Dass man, anstatt Verfahren zu bemühen, auch anders kann, zeigte die Band Officer Roseland. Sie bezahlen sogar für das Runterladen!
Leider wenig neues gibt es zur geplanten Internetzensur. Stück für Stück wird weiterhin der Grundrechtsabbau durch die Internetzensur nicht nur geplant, sondern auch vorangetrieben. Gegner dieser Maßnahme sind natürlich "unterirdisch" und "verantwortungslos". Auch in Australien wird das Thema kontrovers diskutiert. Was soll eine Zensur des Internets denn überhaupt bringen, wenn ohnehin terabyteweise Daten geleakt, getauscht oder auf andere Art zur Verfügung gestellt werden? Logfiles aus vier Jahren (!) des Online-Spiels Everquest2 wurden an Forscher gegeben. Wie es scheint, sei man daraufhin auch noch stolz - handelt es sich schließlich um das bisher größte Vorhaben dieser Art. Die Sicherheitspolitik bleibt nach wie vor fragwürdig, wenn trotz allgegenwärtiger Kameraüberwachung in Großbritannien Fotografen durch das Fotografierverbot in der Ausübung ihres Berufes gehindert werden. Sie protestieren zu Recht. In Berlin werden Schüler nun doch in einer zentralen Datenbank gespeichert. Was Deutschland, oder Europa braucht, sind nicht Überwachung, Erfassung und Zensur (im Grunde ein Widerspruch), sondern schlichtweg eine nachhaltige Datenschutzpolitik. Und nicht nur Lippenbekenntnisse. Das forderte auch Constanze Kurz (CCC) gegenüber der Tagesschau. Wer Arbeitnehmerschutz ernst nimmt, setzt sich gegen Überwachung und gegen Speichern ein. (020200)
News Redaktion am Sonntag, 22.02.2009 23:54 Uhr
Gefällt mir wesentlich besser als die letzten Glossen die ich gelesen habe... Nicht zu reisserisch und BILD-mässig wie die von Firebird77. Zwar tendenziös, aber das ist ja gewollt in der Glosse, und ausserdem endlich ohne grobe Schnitzer die man besser hätte recherchieren sollen, und ohne hal ...
User1: I got sued by the Riaa .. User2: U2 ? Gute Zusammenfassung der Woche ... könnte für meinen Geschmack etwas mehr Schärfe auf der Zunge liegen haben aber da kann man sich auch den Geschmack verderben :D Sooo mein chilli köchelt ... ich muss weg :D mfg ...
Eine ereignisreiche Woche mit großen Höhepunkten liegt hinter uns. Allen voran der Prozess gegen The Pirate Bay, der momentan sehr zu Lasten der Musikindustrie zu gehen scheint. Viele Themen waren diese Woche wichtig, es müssen also Schwerpunkte gesetzt werden. Es gab vier sehr große The ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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