
Nicht nur die ersten Bilder der abgestürzten 737 in Amsterdam wurden zuerst über Twitter verbreitet, die Liste der Ereignisse wird immer länger. Hier eine Sammlung von Ereignissen, die über Twitter zuerst verbreitet wurden. An Twitter lässt sich die virale Verbreitung von Informationen studieren. Das müsste auch Biologen interessieren. Aber die Gesellschaft spaltet sich in diejenigen, die twittern (kurze auf 140 Zeichen beschränkte Nachrichten absetzen) und die Skeptiker, die immer noch nach einem Sinn von Twitter suchen. Der Sinn dieses Dienstes kann nicht ergründet werden. Die meisten Tweets sind Geblubber, ein "Hintergrundrauschen" (Sascha Lobo), aber diese vielen Nachrichten können sich schlagartig auf ein Thema fixieren und dann erst das wahre Potenzial des Dienstes entfachen. Wenn eine Meldung von vielen Personen aufgegriffen und verbreitet wird, dann kann man vom Twitter-Tsunami sprechen, von dieser Welle, die erstmal jede andere Meldung wie Treibgut mit sich in den Sog reißt. Dann gibt es nur noch die Welle und jeder spricht darüber.
Schlagartig, wenn die Welle am Strand ausläuft und sie die herkömmlichen Medien endlich erfassen und mitgerissen hat, ist es dann wieder vorbei und die Twittergemeinde blubbert weiter vor sich hin, wie die Surfer, die auf die nächste Welle warten. Die Surfer plätschern ein wenig im Wasser und halten Ausschau nach der nächsten Information, die nach Verbreitung schreit.
Hier eine Liste von Großereignissen, die zuerst über Twitter verbreitet wurden:
Das Erdbeben in China Mai, 2008:
Als in China jemand ein Beben beobachtete und einen Tweet hierzu verfasste, schliefen die herkömmlichen Medien noch den Schlaf der Gerechten. "Da ich zufällig n-tv an hatte, glaubte ich zunächst nicht an den Wahrheitsgehalt der Nachricht - sonst wäre ja schließlich im Fernsehen etwas davon zu sehen gewesen. Es dauerte in der Tat noch einige Zeit, bis man die Meldung von einem schweren Erdbeben in China ins Programm nahm. Spätestens das sollte der Zeitpunkt gewesen sein, in dem auch der letzte Twitter-Nutzer verstanden hat, was für einen Informationsvorteil Twitter bieten kann. Aber noch heute lese ich täglich, dass man den Sinn von Twitter nicht verstanden hat, dass man denkt, es bringe einem nichts und dergleichen ", meint Casi auf zweipunktnull noch im November 2008.
Damals im Mai 2008 wurde zwar von einigen Medien (vor allem Blogs und Online-Diensten, z.B. CIO) über die Tatsache berichtet, wie die Information verbreitet wurde, aber gab es eine große Resonanz der Medien? Twitter war noch nicht in der Gesellschaft angekommen, es war ein Unikum, an das nur Enthusiasten glaubten.
Bombay-Terror im Dezember 2008:
"Kaum hatten die Terroristen in Indien die ersten Schüsse abgefeuert, brach im Internet ein wahres Twitter-Gewitter aus. Während Nachrichtenagenturen und Fernsehsender die ersten Eilmeldungen verbreiteten, liefen auf der Website Twitter ("Gezwitscher") ununterbrochen Kurznachrichten aus Bombay ein... ", schrieb man damals auf n24.de.
Der Nachrichtensender machte sich auch Gedanken über Chancen und Gefahren dieser Art von neuem Bürgerjournalismus und stellte fest, "Je länger die Ereignisse zurücklagen, desto chaotischer wurden die Kurznachrichten zum Thema Bombay bei Twitter. Beileidsbekundungen mischten sich mit Hotline-Nummern und Beschimpfungen der Täter. Die meisten Informationen schienen nun von anderen Medien abgeschrieben zu sein - nachprüfbar war das ohnehin nicht." Man geht noch weiter und benennt das größte Problem, dass dem Journalismus zu Grunde liegt: Die Wahrheitsfindung kann durch zu viel Gezwitscher auch erschwert oder unmöglich gemacht werden. "Nur wenige Twitter-Quellen sind wirklich seriös, und viele twittern nur, was sie im Fernsehen sehen", schreibt ein Teilnehmer. N24 stellt sich dieFrage, ob Blogs & Twitter ausgebildete Auslandskorrespondenten ersetzten?
Klar, hat man Angst um seinen Posten, reicht es, wenn die Bildzeitung jedem eine Kamera in die Hand drückt um Journalismus zu machen? Man will noch nicht wahrhaben, dass es Konkurrenz gibt, dass es freiwillige, sich selbst oft ausbeutende Schreiberlinge gibt, die einem Meldungen stehlen und die damit die Landschaft der Information verändern. Der lang recherchierte Hintergrundbericht gerät ins Abseits, die Angst vor dem (vor)schnellen Tweet kursiert.
Allerdings lernen die alten Medien schnell. CNN baut sich zum Beispiel ein Netzwerk von verlässlichen Bloggern auf, die man im Bedarfsfall vor Ort ha, in jeder Krisenregion der Welt, wenn es sein muss. Das Netz der Informationsfindung wird engmaschiger.
Die Wasserlandung auf dem Hudson-River am 15. Januar 2009:
"Schau dir das an, ein Mann auf der Rettungsfähre machte mit seinem iPhone diese Bilder und postete sie auf seinem Twitter-Account. Ich liebe Twitter. Twitter rockt. Wenn du Twitter (noch) nicht nutzt, musst du jetzt.", meint Scott Welch auf seinem Blog.
Der Twitterer (Janis Krums aus Florida) unterwegs auf einer der Fähren, die den Hudson täglich mehrmals überqueren, handelte geistesgegenwärtig, drückte ab und postete. Der Autor würde ihn gerne fragen, ob er sich die Fotos hat bezahlen lassen? So eine schnelle Veröffentlichung hat auch seine Nachteile, die Lappen für die Aufnahmen sind schnell futsch
Flugzeug-Crash in Amsterdam am 25.Februar 2009:
Twitter war wieder am schnellsten mit dramatischen Absturz-Bildern der Maschine der Turkish Airlines. Diesmal berichten auch die Renomierten wie CNN über das Social-Networking und Twitter und beschweren sich fast darüber, dass man nicht schnell genug war. "Dies ist eine Geschichte, die auf Twitter zuerst erschien und sich von dort weiter ausbreitete. Augenzeugen schickten Kommentare über ihren Schockzustand: sie sahen das Flugzeug 'abtauchen' (dive) und waren erstaunt, als sie die Passagiere zu Fuss aus den Trümmern kamen sahen", sagte iReports International Korrespondent Errol Barnet. Ein Foto, dass von einem Augenzeugen gemacht wurde, der dieses Bild via Twitter veröffentlichte wurde von CNN gesehen und diese vergewisserten sich bei niederländischen Beamten, dass tatsächlich ein Absturz passiert war. Schwups machte das Bild seinen Weg um die Welt und wie man sieht haben die herkömmlichen Medien nun ein Auge auf den Dienst, die meisten veröffentlichen ihre News (so wie gulli) auch auf Twitter. Natürlich sind die Meldungen immer mit Vorsicht zu genießen, da so ein Augenzeuge, eben nur ein Augenzeuge ist. Aber wer sich zum Beispiel die Hilfsaktion ansieht, die von Mitlesern ins Leben gerufen wurde, als es darum ging, dem abgemahnten Blogger von netzpolitik.org zur Seite zu springen, der sieht eine andere Qualität von Twitter: Viele Augen sehen mehr als zwei und viele Gehirne arbeiten effektiver als eines. In Zukunft wird es kein Großereignis mehr geben, dass nicht durch einen Twitterer kommentiert wird. (double_screening) or follow me on twitter
News Redaktion am Donnerstag, 26.02.2009 17:46 Uhr
Die kamen von dem lokalen Sender, soweit ich das gelesen habe, nicht von unabhängigen Zeugen. Umgekehrt wird ein Schuh daraus...lokale Sender bedienten sich schamlos bei twitter...wie man in den FOCUS-Kommentaren zum Artikel auch noch einmal lesen kann. Selbst n24 (wie ich diesen ...
Ich nutze Twitter seit mehr als ein Jahr und bin richtig Abhängig geworden. Zeitung, TV brauche ich nicht mehr, brauchen alle zu lange um News zu verbreiten. Einen Sinn gibt es nicht, aber es macht unheimlich Spaß sich mit Menschen aus der ganzen Welt zu unterhalten. Auf Twitter sind alle irgendw ...
Da bin ich einer davon. Die Seite ist geradezu grausam hässlich. Aber da ZTwitter ja geradezu von allen Seiten gepuscht wird (ein Schelm wer Böses dabei denkt), lässt sich damit ja ...
Die kamen von dem lokalen Sender, soweit ich das gelesen habe, nicht von unabhängigen Zeugen. ...
Zum Flugzeugabsturz sei dieser Text hier erwähnt, der die Twitter-Euphorie widerlegt: http://notes.computernotizen.de/2009/02/25/you-saw-it-first-on-twitter Stimmt so nicht ganz, der [URL="http://www.focus.de/digital/internet/twitter-schneller-als-die-bbc_aid_374692. ...
Julian Wolf am 27.05.2012, 21:08 Uhr
Die amerikanische Fluglinie „American Airlines“ muss sich aktuell gegen Vorwürfe wehren, das Unternehmen benachteilige Kunden mit bestimmten moralischen Ansichten. Weil eine Passagierin auf ihrem T-Shirt den Spruch „If I wanted the government in my womb, I’d f*ck a senator“ trug, konnte sie nicht an Bord ihres Anschlussfliegers.
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