
McKinnon hatte sich in Großbritannien schuldig bekannt, um dort vor Gericht gestellt zu werden. So hoffte der unter dem Asperger-Syndrom (einer Variante des Autismus) leidende Hacker, einer Auslieferung an die USA, die von amerikanischen Autoritäten mehrfach gefordert worden war, zu entgehen. In den USA könnte McKinnon für seine Einbrüche in knapp 100 Rechner von Regierungsbehörden eine wesentlich höhere Strafe erwarten als in Großbritannien, insbesondere, wenn er unter der Antiterrorgesetzgebung verurteilt würde, ein Szenario, dass zahlreiche Rechtsexperten für durchaus denkbar halten.
Zuletzt hatte es eigentlich recht positiv für McKinnon ausgesehen. Sein Anliegen fand in der britischen Öffentlichkeit zunehmend Unterstützung und durch sein Schuldeingeständnis hoffte er, eine Verurteilung in seinem Heimatland erreichen zu können. Am Donnerstag jedoch machte ihm die britische Staatsanwaltschaft einen Strich durch die Rechnung: Sie kamen zu dem Schluss, es sei besser, McKinnon in den USA den Prozess zu machen. "Ein Großteil der Beweise befindet sich in den Vereinigten Staaten, die Aktivitäten waren gegen die militärische Infrastruktur der Vereinigten Staaten gerichtet, die Untersuchungen begannen in den Vereinigten Staaten, und es gibt eine große Anzahl von Zeugen, von denen die meisten sich in den Vereinigten Staaten befinden", sagte Alison Saunders, Staatsanwältin und Expertin für organisierte Kriminalität.
Außerdem, so Saunders, entspreche das Delikt, dessen sich McKinnon schuldig bekannte (unerlaubter Zugriff auf Rechnersysteme) nicht der Schwere seiner Taten. "Das waren keine zufälligen Experimente im Hacken, sondern ein gezielter Versuch, die Verteidigungssysteme der USA zu einem kritischen Zeitpunkt zu überwinden, der gut dokumentierte Schäden angerichtet hat", sagte sie.
McKinnons Anwälte geben noch nicht auf. Sie haben Berufung gegen die Entscheidung von Innenministerin Jacqui Smith, McKinnons im letzten Jahr an sie gerichteten Widerspruch gegen eine Auslieferung abzulehnen, eingelegt. Darüber wird demnächst der britische High Court entscheiden. Aufgrund seiner Asperger-Erkrankung halten McKinnons Verteidiger eine Auslieferung des Hackers nicht für zumutbar. Sie befürchten, dass McKinnon sehr darunter leiden würde, von seiner Familie und seinem gewohnten Umfeld getrennt zu sein, und möglicherweise Selbstmordgedanken entwickeln würde. Die Staatsanwaltschaft hatte selbst angegeben, McKinnons Krankheit nicht bei ihrer Entscheidung berücksichtigt zu haben.
McKinnons Mutter, Janis Sharp, zeigte sich entsetzt über die Entscheidung der Staatsanwaltschaft: "Ich bin sehr unglücklich über den Mangel an Mitgefühl gegenüber meinem zutiefst verletzbaren Sohn. Gary ist ein sanfter Mann mit Asperger-Syndrom, kein gefährlicher Terrorist. Seine Besessenheit brachte ihn dazu, die Computersysteme der USA zu durchsuchen. Falsch? Ja. Aber ihn auszuliefern und in ein Hochsicherheitsgefängnis zu sperren, in dem Wissen, dass er das nicht überleben wird - sicherlich kann niemand ernsthaft glauben, dass diese Strafe der Tat angemessen ist?" (Annika Kremer)
(via Technology News, CNET News, thx!)
(Bildquelle: Wikipedia, thx!)
News Redaktion am Donnerstag, 26.02.2009 21:48 Uhr
@BlackColt Da wäre ich mir aber nicht 100%ig sicher... Wenn wir schon Flugdaten freiwillig an die Ami's schicken, dann möchte ich bei einem solchen Fall hier nicht die Hand für ins Feuer legen das wir nicht ausliefern würden! Gruß ghostuser ...
ich finde es schlimm, dass GB seine Staatsbürger ausliefern kann in deutschland wäre das ja nicht der fall und darüber bin ich froh;) ...
@Mrb2408 Was bist Du denn für einer... 3 Beiträge = vielleicht erst überlegen bevor man was schreibt! Möchte Dich mal sehn... würdest Dir einschei..., aber hier solches Gelaber abliefern... no comment! ------------------------ Die Ami's fühlen sich doch bloß angepisst weil es jemand gesch ...
Cooler Typ. Schade dass der ausgeliefert wird. Würd als Hackspezialist bestimmt der NASA helfen, Schwachstellen in ihren Systemen zu finden. ...
GB ist doch mittlerweile längst eine Kolonie der USA... ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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