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Facebook: läßt über Datenschutz abstimmen

Dass der Datenschutz bei Facebook nicht ganz ohne ist, das mag ein alter Hut sein. Um einem erneuten Sturm des Widerstands zu entgehen werden jetzt in einer eigenen Gruppe Ideen für die ganz neuen Nutzungsbedinungen gesammelt.

Nachdem man nun aber neue Nutzungsbedingungen eingeführt hat, brach ein Sturm der Entrüstung los. Es waren heiße Tage bei Facebook. Schließlich rudert Facebook nun zurück und will seine User über zukünftige Nutzungsbedingungen abstimmen lassen. Doch vorerst kehrt man zu den alten Regeln zurück. Schon im Juni 2008  bemängelte die CIPPIC (Canadian Internet Policy and Public Interest Clinic), die Datenschutzbestimungen, die auf Facebook gelten (gulli Artikel). Nun hat Facebook das Wort ergriffen und will, wie es in einer Pressemitteilung heißt, einlenken und den User an der Erstellung der neuen Nutzungsbedingungen beteiligen.

In Palo Alto hat man sich nun dazu durch gerungen "offener und transparenter zu werden", um es mit den Worten des Gründers Mark Zuckerberg zu sagen. Der Vorschlag die neuen Regeln zu diskutieren und so gemeinsam mit dem User eine Lösung zu erarbeiten, trifft ganz den Nerv der Online-Gemeinde, die immer gerne mit einbezogen werden will. Die Frage bleibt allerdings, ob man mit dieser breiten Diskussion wirklich zu einer besseren Grundlage kommt. Die massive Kritik an den Datenschutz-Bestimmungen von Facebook schlug sich zuletzt in einigen Gruppen auch innerhalb des Netzwerkes nieder (z.B. Why not include Creative Commons in Facebook TOS?  oder Meine Daten gehören mir oder People Against the new Terms of Service (TOS)). Über 130.000 Mitglieder zählte allein die letztgenannte Gruppe und an dieser Oposition kommt wohl auch der Riese Facebook (mit 150 Millionen Mitgliedern) nicht vorbei. In der offiziellen Stellungnahme des Pressesprechers Barry Schnitt von Facebook heißt es hierzu.

"Erstens (...). Es war ein langer Tag mit vielen interessanten und konstruktiven Diskussionen. Zweitens möchte ich Ihnen danken für Ihre Fragen und Anliegen. Wie Mark (Mark Zuckerberg - Gründer von Facebook) schon am Montag in seinem Blog-Eintrag schrieb, war es nie unsere Absicht, Menschen zu verwirren oder sie zu verunsichern über ihren Austausch auf Facebook. Ich möchte auch ganz klar sagen, Facebook hat noch nie und wird auch nicht in Zukunft Ansprüche erheben auf ihre Inhalte, Ihre Inhalte gehören Ihnen."

Allerdings schränkt Barry Schnitt dann ein, dass Facebook "bestimmte Lizenzen im Hinblick auf den Austausch der Inhalte durch unseren Service" braucht und hier kommen dann die umstrittenen Nutzungsbedingungen ins Spiel. Natürlich wäre es am einfachsten, sich gegen alles abzusichern und den User unterschreiben zu lassen, dass man mit seinen Daten alles machen kann, doch mit dem Widerstand gegen diesen Freifahrtschein muss man nun an einer neuen Lösung arbeiten.

"In der Tat, haben wir festgestellt, als wir ihre Fragen beantworteten, dass durch die neue Version der Nutzungsbedingungen einige der hypothetischen Situationen, (...) hätten eintreffen können."

Dies ist das eigentliche Eingeständnis darüber, dass mit den neuen Nutzungsbedingungen tatsächlich Dinge möglich gewesen wären, die nicht viel mit einem Sozialen Netzwerk, sondern eher mit einer Gelddruckmaschine gemein haben. Was also wäre eine solche hypothetische Situation? Zum Beispie, dass man mit dem Verkauf der Informationen, die man über die Nutzer von Facebook gesammelt hat, Millionen macht. Gewinnmaximierung nannte man das früher.

"Ich kann Ihnen jedoch versichern, dass wir nicht diese Hypothesen vor Augen hatten, als wir die Nutzungsbedingungen verfassten." Der Pressesprecher geht noch weiter, in dem er schreibt, dass die Plattform Facebook eigentlich nicht dafür gedacht war, um auf ihr zu werben. Ja, das möchte man als gutgläubiger Sozialnetzwerker gerne glauben.

Nun geht es darum zurück zu rudern und Facebook tut einen ersten Schritt, indem man zu den alten Nutzungsbedingungen zurückkehrt und über die neuen abstimmen lässt. Diese neuen Nutzungsbedingungen sollen gewinnbereinigt leicht verständlich sein, so dass jeder User daraus schlau wird.

Die Details findet man im blog zu facebook, außerdem gibt es eine neue Gruppe, "wo Menschen ihren Input abgeben können." (Barry Schnitt)

Barry und Mark (jeder darf sie dutzen) hoffen auf viele Kommentare, damit man zu einer neuen sozial verträglichen Nutzungsbedingung kommt. (double screening)

(via facebook und BBC Danke!)

News Redaktion am Freitag, 27.02.2009 10:58 Uhr

tagsTags: facebook mark zuckerberg nutzungsbedingungen terms of service barry schnitt cippic

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4 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Bewa am 27.02.2009 21:38:47

    indem man vornamen statt "mister xxx" verwendet Ursache für einige hölzerne Dialoge in Filmen... Back2Topic. Ich hätte schon gerne gelesen, für welche Szenarien man die Rechte an den Inhalten gebraucht hätte. ...

  • Green_Mamba am 27.02.2009 13:26:46

    Wie "dutzt" man eigentlich auf englisch? *kopfkratz* indem man vornamen statt "mister xxx" verwendet ...

  • Gurkenhobel am 27.02.2009 12:54:22

    You can say you to me.... ...

  • andrik666 am 27.02.2009 12:36:18

    Wie "dutzt" man eigentlich auf englisch? *kopfkratz* ...

  • gullinews am 27.02.2009 10:26:48

    Dass der Datenschutz bei Facebook nicht ganz ohne ist, das mag ein alter Hut sein. Um einem erneuten Sturm des Widerstands zu entgehen werden jetzt in einer eigenen Gruppe Ideen für die ganz neuen Nutzungsbedinungen gesammelt. Nachdem man nun aber neue Nutzungsbedingungen eingeführt hat, b ...

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