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Kurz notiert:

Honeywell: Zehntausende Mitarbeiter mit Software bespitzelt

Das US-Unternehmen Honeywell spionierte mittels einer Schnüffelsoftware Zehntausende Bürorechner seiner Mitarbeiter aus.

Das US-Unternehmen Honeywell soll seine 130.000 Mitarbeiter mittels der Analysesoftware EnCase Computer Forensics von Guidance Software überwacht haben. Mit EnCase können Images der Festplatte, des Arbeitsspeichers und aller anderen Datenträger über das Netzwerk auf andere Computer kopiert werden. Die Software kann außerdem gelöschte Dateien wieder sichtbar machen, bestimmte Verschlüsselungen knacken und nach Passwörtern suchen und diese auslesen. Die Software wird unter anderem vom FBI verwendet. Honeywell erklärte dazu, man wolle lediglich die Sicherheit der Informationen und die Mitarbeiter vor "Bedrohungen aus dem Netz" schützen. Die Spionagesoftware soll auf sämtlichen Bürorechnern der Honeywell International Inc installiert sein. Davon sind auch die 6000 Mitarbeiter in Deutschland betroffen. Hierzulande wurde das Programm nach Angaben des Unternehmens jedoch noch nicht aktiviert.

Bekannt geworden ist die Existenz dieser Schnüffel-Software durch den Tipp eines externen EDV-Dienstleisters, dem die Software aufgefallen war. Arbeitnehmerverbände wollen nun im März vor das Offenbacher Arbeitsgericht ziehen. Sie beklagen einen schweren Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiter. Mit einer eigenen Überwachungsaffäre reiht sich Honeywell in die immer länger werdende Reihe der Mitarbeierspitzel ein. Im letzten Jahr gerieten vor allem Lidl und die Deutsche Telekom in den Fokus. 2009 erhielt vor allem die Bahn große Aufmerksamkeit wegen einer Spitzelaffäre. (Malo)

(via Spigel Online, thx!)

News Redaktion am Samstag, 28.02.2009 17:23 Uhr

tagsTags: lidl fbi spitzelaffäre spitzel spionage bahn spitzelskandal encase mitarbeiterüberwachung forensic überwachung honeywell telekom

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8 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • eliveo am 18.03.2009 15:50:20

    Ein guter Leserbrief. Hat der wenigstens was bewirken können? Ich meine, die Aussage ist klar. Aber er ist nicht verletzend oder gar schmähend wie manch andere Leserbriefe, die man im Spiegel lesen muss. Ich denke, so ein Brief, der sachlich erklärt, was "Überwachung von Mitarbeitern ohne Einsch ...

  • Guidance am 17.03.2009 19:24:29

    Bedauerlicherweise ist Guidance Software, der Hersteller der Software EnCase, vor Erscheinen des Artikels seitens des Autors (des Magazins „Der Spiegel“) nicht kontaktiert worden und hat daher einen Leserbrief an den „Spiegel“ gesandt, um klarzustellen, dass es sich bei EnCase nicht um eine ...

  • soricsoon am 01.03.2009 16:22:19

    Honeywell ist doch diese Ventilator-Firma oder? Was haben die denn für tausende Mitarbeiter die am PC sitzen? Geh doch einfach mal auf die Webseite von Honeywell, da siehst Du was die machen und dann weißt Du wozu die tausende Mitarbeiter -weltweit- brauchen. ...

  • am 01.03.2009 15:49:40

    Honeywell ist doch diese Ventilator-Firma oder? Was haben die denn für tausende Mitarbeiter die am PC sitzen? ...

  • soricsoon am 01.03.2009 15:02:02

    Die Software wird unter anderem vom FBI verwendet. Nicht nur das FBI verwendet EnCase, auch deutsche Behörden arbeiten mit dieser Software. Neu ist, daß diese Software mit jedem neuen Firmen-Rechner (bei Honeywell) "mitgeliefert" wird, also nicht mehr erst vor Ort installiert werden ...

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