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Börsenverein: Uni Würzburg wegen digitaler Bibliothek verklagt

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels will die Universität Würzburg verklagen. Diese hat nämlich die gefragtesten Werke ihrer Bibliothek digitalisiert. Der Börsenverein sieht darin eine Urheberrechtsverletzung.

In Bayern können Universitäten den Studenten pro Semester 500 Euro an Studiengebühren abnehmen. So tut es auch die Universität Würzburg. Diese hatte aus diesem Topf 70.000 Euro entnommen, um die 500 gefragtesten Bücher, die fast ständig vergriffen waren, zu digitalisieren. Nach Paragraph 52b Urhg sind Bibliotheken dazu berechtigt, Leseterminals einzurichten, an denen die Bibliotheksbesucher die Werke in elektronischer Form lesen können. An der Universitätsbibliothek Würzburg konnte man die Werke jedoch nicht nur an den Terminals lesen, sondern es war auch möglich, die Lehrbücher abzuspeichern oder auszudrucken. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels nahm das zum Anlass, der Universität eine Abmahnung zu schicken. Nun droht sogar eine Klage.

Die Universität zeigte sich dabei keinesfalls kampfeslustig, sondern schränkte den Zugriff auf die digitalisierten Werke technisch weiter ein. Dem Börsenverein reicht das jedoch nicht und er strebt eine Musterklage an. Damit will der Branchenverband gerichtlich klären, ob Bibliotheken überhaupt berechtigt sind, Bücher einzuscannen, um sie dann zugänglich zu machen. Der Börsenverein vertritt da einen anderen Standpunkt: Bücher sollen nur dann als digitale Fassung in Bibliotheken angeboten werden, wenn der Verlag vorher selbst eine digitale Version herausgebracht hat.

Der Börsenverein plant derzeit auch einen vergleichbaren Musterprozess zum Paragraph 52a Urhg. Dieser erlaubt Schulen und Universitäten, Lehrbücher teilweise im Intranet anzubieten. Dadurch können Studenten und Forscher leichter arbeiten, da so nicht jeder das Werk selbst kaufen muss, wenn er einzelne Ausschnitte für seine Arbeiten braucht. Die Buchbranche sieht darin jedoch den Untergang des Verkaufs von wissenschaftlichen Büchern. "Es gibt Anzeichen dafür, dass die Vorschrift zunehmend dazu führt, dass von manchen Hochschulen auf die Empfehlung von Lehrbüchern verzichtet und nur noch mit 52a-Links zu Lehrbuchteilen gearbeitet wird", meint der Justiziar des Börsenvereins Christian Sprang. (Malo)

(via Arbeit 2.0 & Buchreport, thx!)

News Redaktion am Sonntag, 01.03.2009 16:21 Uhr

Tags: universität börsenverein buchbranche buchhandel würzburg urheberrecht bibliothek

 
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7 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • DerBandi am 02.03.2009 15:50:38

    ? WAAARUM GEHT IHR STUDIS NICHT MAL AUF DIE STRAßE ?!?!?! Ihr habt Macht, weil ihr die BASIS seid ! Wunschdenken! Ich war damals auf den Demos, als es darum ging Studiengebühren zu verhindern. Und es waren große Demos. Aber wer demonstriert tut niemandem weh. Verlorene Zeit. ...

  • am 02.03.2009 01:43:52

    Ich wusste es doch schon immer: Johannes Gutenberg war nichts anderes als ein Pioneer der Raubkopierer! Ts...ts...ts... Der Börsenverein, IFPI, Bertelsmann und wie sie alle heißen können doch 'mal wieder bei der Bundesregierung jammern gehen, um so das Urheberrecht auf ca. 500 Jahre zu verlängern. D ...

  • Mr.Harmlos am 01.03.2009 19:59:06

    Wissen ist gefährlich das führt zum noch gefährlicherem Nachdenken ... und wer zuviel denkt und weiss ... kann daran totgemacht werden. ...

  • getyourkicks am 01.03.2009 18:28:35

    Passt alles http://www.heise.de/newsticker/US-Gesetzesentwurf-will-staatliche-Open-Access-Publikationen-streichen--/meldung/133695 ein kommentar: http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Sie-versuchen-mit-allen-Mitteln/forum-153219/msg-16360880/read was die Sache ziemlich gu ...

  • kQnaP am 01.03.2009 18:08:34

    Ich komme auch aus er Nähe von Würzburg und muss sagen, dass die Gebäude wirklich nicht mehr die besten sind und man lieber da das Geld reinstecken sollte. Was die Bücher betrifft ... ok ... der blöde Verein da den niemand kennt aber viel Aufmerksamkeit will ( wahrscheinlich sitzen da 4 Leute drin ...

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