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MI5: Untersuchung von Folter-Vorwürfen

In Großbritannien sollen Anschuldigungen, dass Mitglieder des Geheimdienstes MI5 sich in Guantanamo an Folterungen Terrorverdächtiger beteiligten, nun gerichtlich untersucht werden.

Dies fordern mittlerweile zahlreiche Mitglieder des Parlaments. Vorausgegangen waren Anschuldigungen des ehemaligen Guantanamo-Insassen Binyam Mohamed. Mohamed, von Geburt aus Äthiopier, lebte lange Zeit in Großbritannien, bevor er im Jahr 2002 aufgrund von ziemlich unklaren Verdachtsmomenten von US-Truppen in Pakistan festgenommen wurde. Danach war er zunächst im afghanischen Kabul inhaftiert und wurde später nach Guantanamo Bay auf Kuba verlegt. Da die Verdachtsmomente gegen Mohamed niemals erhärtet werden konnten, wurde er im Februar diesen Jahres auf freien Fuß gesetzt und lebt seitdem wieder in Großbritannien.

Gegenüber den US-amerikanischen, aber auch den britischen Geheimdiensten erhebt Mohamed ernste Vorwürfe. Er gibt an, während seiner Gefangenschaft gefoltert und mit Psychoterror zum Aussagen gezwungen worden zu sein. Dabei wurde er mit lauter Musik 24 Stunden am Tag beschallt und in einer extrem unbequemen Position tagelang angekettet. An dieser Behandlung sollen sich auch Mitglieder des britischen Geheimdienstes MI5 beteiligt haben.

Nach Angaben Mohameds wurde er in Kabul zwei Wochen lang in kompletter Dunkelheit festgehalten. Anschließend wurde er im Einklang mit der in den USA damals üblichen Praxis der sogenannten "extraordinary renditions" nach Marokko verlegt und dort verhört, teilweise unter dem Einsatz von Foltermethoden.

Mohamed erklärt, es gäbe Memos der britischen Geheimdienste an die CIA, in denen diese Anweisungen geben, was bei den Befragungen in Erfahrung gebracht werden soll. Diese Information soll ihm seine Anwältin, Lieutenant Colonel Yvonne Bradley, in Guantanamo zugänglich gemacht haben. Die Echtheit der entsprechenden Dokumente soll nun als einer der ersten Schritte zur Untersuchung der Anschuldigungen Mohameds überprüft werden.

Zahlreiche Parlamentarier, ebenso wie Vertreter der Bürgerrechtsorganisation Liberty, betonten die Wichtigkeit einer solchen Überprüfung. David Davis, Innenexperte der konservativen Tories und bereits mehrfach durch seinen kompromisslosen Einsatz für die Grund- und Bürgerrechte aufgefallen, warf der Regierung vor, sie habe "weggeschaut" und dadurch die unmenschliche Behandlung Mohameds durch die Geheimdienste ermöglicht. (Annika Kremer)

(via BBC, thx!)

News Redaktion am Sonntag, 08.03.2009 15:14 Uhr

Tags: großbritannien menschenrechte geheimdienst afghanistan folter usa mohamed pakistan mi5 terrorismus terror

 
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2 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Anval am 08.03.2009 16:53:51

    Wird doch eh nichts passieren genau wie bei den Deutschen die sich an der Folter von Herrn Kurnaz beteiligt haben. ...

  • vanished am 08.03.2009 15:27:17

    Bin mal gespannt, wie lange es dauert bis die belastenden Dokumente auf unerklärliche Weise vernichtet werden. :rolleyes: ...

  • gullinews am 08.03.2009 13:51:43

    In Großbritannien sollen Anschuldigungen, dass Mitglieder des Geheimdienstes MI5 sich in Guantanamo an Folterungen Terrorverdächtiger beteiligten, nun gerichtlich untersucht werden. Dies fordern mittlerweile zahlreiche Mitglieder des Parlaments. Vorausgegangen waren Anschuldigungen des ehema ...

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