
Noch im Rennen waren, nachdem das polnische Team MeetYourMakers (oder kurz mYm) die Schweden von SK Gaming mit einem vernichtenden 16:3 besiegt hatten, mYm, mTw (Dänemark) und fnatic (Schweden). Von diesen war fnatic als Sieger des Upperbrackets bereits für das Finale gesetzt. Im Lowerbracket dagegen musste um die Finalteilnahme noch gekämpft werden: "Absteiger" mTw, gestern fnatic zum Opfer gefallen, trat gegen mYm an. Der Verlierer sollte Platz 3, der Sieger eine Finalteilnahme und somit die Chance auf den Turniersieg bekommen.
Nachdem dieses in den letzten Tagen kaum gespielt wurde, kam für dieses Match wieder einmal die allseits bekannte Map de_dust2 zum Zuge. mTw konnte die Messerrunde für sich entscheiden und somit auf der etwas stärkeren Terrorseite beginnen. Die Dänen starteten damit ins Match, dass sie die Pistolenrunde verschenkten, was dem Gegner normalerweise zwei bis drei gewonnene Runden in Folge ermöglicht hätte. Dazu jedoch ließ mTw es nicht kommen: Durch eine überraschend starke zweite Runde konnten sie diese trotz unterlegener Waffen beginnen und damit in eine sehr starke Spielphase starten. Die "Wikinger" legten stark vor. Insbesondere die Effizienz, mit der sie jede Runde die Bombe an Ort und Stelle brachten und den Gegner damit unter Zugzwang setzten, erwies sich als großer Vorteil. So konnten 7 Runden in Folge gewonnen werden. Insbesondere Danny "zonic" Sørensen erwies sich in dieser Phase als sehr guter und verlässlicher Fragger, während sich Christoffer "Sunde" Sunde wie üblich als ausgezeichneter AWP-Spieler verdient machte und das ganze Spiel über aus dem Hintergrund wichtige Kills machte. In der 11. Runde traf mYm noch dazu eine sehr kuriose Entscheidung, indem in einer eigentlichen Sparrunde zwar drei Spieler nur mit Pistolen unterwegs waren, die anderen beiden aber teure AWPs kauften. Diese Entscheidung verstand eigentlich niemand so richtig, insbesondere, da sie sich nicht auszahlte und mYm auch diese Runde abgeben musste. Gegen Ende der ersten Halbzeit wurde mYm allerdings noch einmal etwas stärker, so dass der Endstand 5:10 zugunsten von mTw lautete - ein Ergebnis, das zwar etwas zugunsten der Dänen tendierte, aber beiden Teams noch alle Möglichkeiten offen ließ. Immerhin sollte mYm die zweite Halbzeit auf der stärkeren Seite spielen.
In der zweiten Halbzeit jedoch machte mTw genauso weiter, wie das Team einen Großteil der ersten Spielhälfte verbracht hatte: Mit einem Sieg. Zuerst wurde die Pistolenrunde gewonnen, danach aufgrund der besseren Ausrüstung auch die nächsten zwei Runden. Insgesamt schienen die Dänen auch als CTs gut zurechtzukommen. Allerdings kam mYm, ein Team, dem man ohnehin nachsagt, unter Druck besser zu spielen, nach den ersten Runden der zweiten Halbzeit immer besser ins Spiel und konnte nacheinander einige Runden gewinnen. Insbesondere Filip "Neo" Kubski spielte in dieser Phase sehr stark auf und trug viel dazu bei, dass mYm bis zum 12:13 aufholen konnte. Besorgt über das rasche Dahinschmelzen ihres Vorsprungs nahmen die mTw-Spieler anschließend ein Timeout, um noch einmal einige Taktiken zu besprechen und sich neu auf das Spiel einzustellen. Das allerdings schien wenig zu helfen, denn mYm gewann auch die nächsten beiden Runden und konnte so mit 14:13 erstmals seit der allerersten Runde in Führung gehen. Das allerdings wollten sich die Wikinger nicht gefallen lassen und spielten in der nächsten Runde sehr aggressiv. Zwar gelang es mYm, die Bombe auf B zu legen, aber beim Verteidigen wurden sie von mTw überrannt. Allen voran mTw-Captain Alexander "ave" Holdt hatte beim Zurückerobern des Bombspots einige geradezu geniale Momente und letztendlich schaffte mTw in dieser Runde den Ausgleich. In Runde 29 ging es dann wieder um den Bombenplatz B, diesmal jedoch unter anderen Vorzeichen. Inmitten des dichten, von Rauchgranaten verursachten Nebels blieb mYm-Spieler Lukasz "LUq" Wnek unauffällig sitzen, bis mTw die Bombe so gut wie entschärft hatte. Im letzten Moment erschoss er den vor der Bombe stehenden mTw-Spieler seelenruhig aus dem Hintergrund - eine dreiste, aber auch unglaublich clevere und mit bewundernswerter Coolness durchgeführte Aktion, die mYm das 15:14 sicherte. Die letzte Runde erwies sich, wie auf diesem Turnier schon so oft, wieder einmal als die alles entscheidende: Sieg für mYm oder doch noch eine Overtime? Der Vorteil lag eindeutig bei mYm, denn der Gegner aus Dänemark musste aufgrund der zuvor verlorenen Runde mit unterlegenen Waffen an den Start gehen, während die Polen geradezu im Geld schwammen und sich so teure Waffen und volle Ausrüstung kaufen konnten. Außerdem hat die Terrorseite ja auf de_dust2 immer einen leichten Vorteil. Trotzdem war mTw angesichts einiger sehr spektakulärer Leistungen im Laufe der Continental Finals und auch der World Finals durchaus ein Sieg zuzutrauen. mYm jedoch ließ zu diesem späten Zeitpunkt nichts mehr anbrennen, brachte mTw schnell in die Unterzahl und konnte dann, auch angesichts der besseren Waffen, einen nach dem anderen abschießen. Besonders glänzte dabei mYm-Captain Wiktor "taz" Wojtas, der in dieser Runde einen Hattrick, also gleich drei Kills, erzielen konnte. So hieß es am Ende 16:14 für mYm und man konnte die sonst eher etwas abweisend wirkenden polnischen Spieler einmal ausgelassen jubeln sehen. Die geschockten und enttäuschten Dänen dagegen schienen noch nicht so ganz zu wissen, was sie getroffen hatte.
Während mTw sich also diesmal mit dem dritten Platz zufriedengeben musste, hatte mYm nun die Chance, gegen fnatic ganz oben auf's Podest zu steigen. Die Schweden allerdings, die mit einem komplett neuen Lineup zu den Finals kamen, hatten sich im Laufe des Turniers zunehmend gesteigert und die beiden neuen Spieler, Christopher "GeT_RiGhT" Alesund und Rasmus "Gux" Ståhl, mittlerweile sehr gut integriert. So versprach das Finale spannend zu werden. mYm schien hochmotiviert und entschlossen, seinen Gegner zu den vielzitierten "schwedischen Fleischklößchen" zu verarbeiten, aber fnatic hatte seinerseits durch die exzellente Bilanz in den Global Finals eine Menge an Selbstvertrauen getankt und außerdem den Vorteil, nur eine statt zwei Maps gewinnen zu müssen, auf seiner Seite.
Gespielt wurde auf der in diesem Turnier immer wieder gern genommenen Map de_nuke. fnatic konnte die Messerrunde für sich entscheiden, begann aber freiwillig auf der eigentlich als schwieriger geltenden Seite der Terroristen. Kenner des Teams waren darüber weniger überrascht, da das Team gerade in dieser Position auf de_nuke als besonders stark gilt. Das konnte fnatic in diesem Fall nahtlos bestätigen und so eine Runde nach der anderen für sich entscheiden. Das Team überzeugte durch gutes Zusammenspiel und eine exzellente, von Taktik-Experte Patrik "cArn2" Sattermon vorgegebene Positionierung der Spieler. Beim Stand von 1:6 zugunsten von fnatic wurde es mYm zuviel und man nahm erstmal einen Timeout, um seine Taktik neu abzustimmen. Das jedoch erwies sich als wirkungslos; fnatic gewann auch nach der Pause Runde um Runde. mYm schien seinem Gegner zu diesem Zeitpunkt weder taktisch noch beim individuellen Skill gewachsen zu sein. Zwar spielte mYm-Captain Wiktor "taz" Wojtas das ganze Spiel auf Weltklasse-Niveau und konnte in den unmöglichsten Situationen noch Gegner umschießen, aber ein exzellenter Spieler reicht eben gegen eine derart starke Konkurrenz nicht aus, um ein Spiel zu gewinnen, und bei den anderen vier mYm-Spielern schien es in diesem Moment einfach nicht zu reichen, um fnatic Paroli zu bieten. Die Schweden bewiesen in der ersten Halbzeit Klasse und Spielspaß im Übermaß. Insbesondere muss man hier den Newcomer Gux lobend erwähnen, der auf seinem ersten wirklich wichtigen Turnier bereits hervorragende Nerven bewies und immer für die wichtigen Frags zur Stelle war. Zwar musste man die letzte Runde der ersten Halbzeit, wie auch die erste, noch an mYm abgeben, aber insgesamt erreichte man mit 2:13 ein sehr deutliches Ergebnis.
Die anwesenden Moderatoren und Experten waren beeindruckt über die Art, in der fnatic mit mYm in der ersten Halbzeit kurzen Prozess gemacht hatte. Einer schlug gar vor, man solle die Polizei rufen, es sei ganz offensichtlich jemand abgeschlachtet worden. Viele Beobachter hatten mYm zu diesem Zeitpunkt schon abgeschrieben. Allerdings galten die Polen schon lange als ein Team, das (ähnlich wie bis zum Ausscheiden das deutsche Team ALTERNATE) unter Druck besser spielt und immer für ein Comeback gut ist.
Bereits in der Pistolenrunde bewies mYm seine eher noch gestiegene Aggressivität durch einen sehr schnellen und entschlossenen Rush bis zum oberen Bombenplatz, wo besagter Sprengkörper dann in Rekordzeit und ohne dass fnatic etwas dagegen unternehmen konnte deponiert wurde. Der deutsche EPS-Zweite n!faculty hätte sich nun wohl in den Keller geschlichen und die Bombe von unten durch die Hallendecke entschärft und somit sein Credo "Du sollst nicht Standard legen" noch einmal bewiesen. Dieser Move aber war fnatic entweder unbekannt oder doch zu abgedreht. Man entschied sich für die konventionellere Variante und stürmte geschlossen die Halle. Anschließend zeigte sich, dass fnatic wieder einmal wesentlich besser schoss. Allerdings gelang es mYm, den Gegner so lange aufzuhalten, dass das Entschärfen der Bombe misslang und die Überlegenheit beim Pistolenduell den Schweden allenfalls noch Stilpunkte und ein paar virtuelle Extra-Dollars einbrachte. Konsequenterweise konnte fnatic nun keine Waffen kaufen und musste die zweite und dritte Runde relativ kampflos abgeben. Somit stand es 5:13 und die Polen hatten sich zumindest noch eine Chance gelassen, das Spiel noch herumzureißen. Ihre Entschlossenheit dazu sollte sich in den nächsten Runden erweisen. Es war nicht klar, was genau bei fnatic zu diesem Zeitpunkt nicht richtig lief, mYm jedenfalls war hochmotiviert und aufs letzte konzentriert und konnte jetzt eine Runde nach der anderen für sich entscheiden. Es dauerte bis Runde 22, bis fnatic wieder einmal einen dringend benötigten Erfolg erzielte. Der Stand war somit 8:14 und fnatic noch einen Punkt vom Matchpoint, also dem sicheren Erreichen der Overtime und der Chance, mit einer gewonnenen Runde alles klar zu machen, entfernt. Dann jedoch schlug wieder die Stunde von mYm und nach kurzer Zeit war der Spielstand schon 11:14. Besonders aufregend war eine Runde, in der mYm-Spieler Jakub "kuben" Gurczynski als letzter noch lebender Spieler seines Teams nacheinander zwei fnatic-Spieler beim Versuch, die tickende Bombe zu entschärfen, erschoss. Zwar konnte Gux als dritter fnatic-Spieler mit "kuben" kurzen Prozess machen, das Entschärfen der Bombe jedoch gelang dem 19-Jährigen nicht mehr. fnatic, noch immer in Führung, aber eindeutig in den letzten Runden ins Hintertreffen geraten, tat das aus Sicht des Teams wohl einzig logische und nahm einen Timeout. Diesmal waren die Mienen der Schweden bei weitem ernster als zuvor. Engagiert redete "cArn" auf sein Team ein, wahrscheinlich, um noch einige taktische Tipps an den Mann zu bringen. Die Runde danach wurde zumindest sehr knapp und spannend. Team-Captain Harley "dsn" Örwall hatte sich scheinbar vorgenommen, sein Team notfalls alleine zum Sieg zu schießen, jedenfalls machte er drei Kills in Folge. Leider klappte es aber mit dem Zusammenspiel nicht ganz so, wie es sollte, und die Runde wurde ganz knapp an mYm verloren. Mangels Geld musste man dann auch die nächste Runde abgeben, womit mYm mit 13:14 nur noch einen Punkt zurücklag. Alles schien wieder offen - ein leichter Punktevorsprung lag zwar noch immer bei fnatic, aber mYm hatte eindeutig das von den Moderatoren so oft erwähnte "momentum", also einen Lauf gewonnener Runden und entsprechend viel Selbstvertrauen, und fnatic schien als Counterterrorist nicht so recht klarzukommen. Dann jedoch wachte man noch einmal auf und spielte sich durch eine exzellente taktische Leistung das 13:15 heraus. Wieder einmal wurde es also knapp - ein passender Abschluss für ein Turnier, in dem knappe, extrem spannende Spiele eher die Ausnahme als die Regel waren. Geld hatten beide Teams genug und so wurde es ein Duell mit gleichen Waffen - das fnatic, wenn auch knapp, für sich entschied. 13:16 lautete somit der Endstand und der verdiente, wenn auch etwas überraschende Sieger hieß fnatic.
Kein einziges Spiel hatte das neu zusammengestellte schwedische Team in den Global Finals verloren, eine angesichts des komplett neuen Lineups um so beeindruckendere Leistung. Die beiden Neuzugänge werden ihr erstes großes Turnier wohl so schnell nicht vergessen und die Fans wohl in der neuen Saison noch viel Spaß an ihrem Team haben. Man kann fnatic nur zu dieser Leistung gratulieren. Auch der Zweitplatzierte mYm schlug sich exzellent, auch wenn es am Ende nicht ganz für den obersten Platz auf dem Treppchen reichte. Insgesamt waren die Begegnungen größtenteils sehr ausgeglichen und spannend, Beweis für das konstant hohe Niveau der teilnehmenden Clans. Den Fans wurde so einiges geboten. Nun jedoch wird für alle, die unglücklichen Verlierer wie die stolzen Sieger, erst einmal wieder der Liga-Alltag einkehren. (Annika Kremer)
News Redaktion am Sonntag, 08.03.2009 22:29 Uhr
kommerzielle inhalte in der signatur. ...
wieder ein scheiß artikel! find es voll scheiße, dass sich gulli etwas mehr dem gaming-bereich widmet. auch weil gaming hier nicht zu den primär-themen gehört, lese ich die artikel nimmer wieder gerne :rolleyes: ...
wieder ein super artikel! find es richtig klasse, dass sich gulli etwas mehr dem gaming-bereich widmet. auch wenn gaming hier nicht zu den primär-themen gehört, lese ich die artikel immer wieder gerne :T ...
Das muss jemand nachträglich geändert haben, wahrscheinlich aus rechtlichen Gründen. Ich habe das Video jetzt erst einmal heraus genommen. ...
Das Video ist nur für Freundes des Uploaders ansehbar bitte korrigieren! ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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