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Winnenden: Killerspiele statt Waffen waren es

Der Amoklauf ist nun mehr als 24 Stunden her und schon melden sich alle Experten mit ihrem Wissen zu Wort, was das Motiv des Amokläufers war: Killerspiele!

Einer dieser Experten ist unser allseits beliebter Innenminister, Herr Wolfgang Schäuble. Ritter im Kampf gegen den Terrorismus und Vorherseher tötlicher Atombombenangriffe auf Deutschland. Nun meldete er sich wieder zu Wort und lieferte die Begründung des Motivs, nach der Polizei, Fachleute und Betroffene suchen.

Seiner Meinung nach sind nicht die Waffengesetze schuld, da diese ausreichend streng ausgelegt sind. Vielmehr sei die Schuld in der Gewaltdarstellung in den Medien und "wie unsere moderne Gesellschaft kommuniziert", so Schäuble am gestrigen Abend im ARD tagesschau.de-Chat. Bezüglich der Gewaltdarstellungen fragte Schäuble, ob dies sein müsse und ob man nicht darauf verzichten könne. "Wenn durch Killerspiele solche Mechanismen in jungen Menschen aktiviert werden: Machen wir von unserer Freiheit in Zeiten moderner Medien nicht einen zu exzessiven Gebrauch?"

Währenddessen folgt aber auch die Polizei in Winnenden der Auffassung Schäubles und gibt bekannt, dass "das Motiv mit dem Internet zusammen [hängt]". Dies zumindest stellt Polizeisprecher Klaus Hinderer fest. Denn auf dem Computer des 17jährigen Amokschützen war nach Angaben von Klaus Hinderer ein "Kampfspiel" sowie "eine Variante der Counterstrike-Spiele" gefunden worden. Laut ihm sei darin ein Teil des Motivs für den Amoklauf zu sehen.

_Benny_ von gulli meint:

Ich bin froh, dass diese Ermittlung wieder einmal von kompetenten Fachkräften und Experten durchgeführt wird. Ich finde es unsäglich, dass der Amokschütze Killerspiele spielte. Das also ist der Grund! Verbietet Brot! Oder wird dieses Mal daran gedacht, dass man auf (fast) jedem Computer eines 17-Jährigen solche Spiele findet? Dass die Ursache vielmehr an unserer Gesellschaft, der nicht existenten Betreuung von (Mobbing-)Opfern und an dem Verfall und Umgang der Jugend untereinander liegt? Ich tippe mal auf ein Nein und freue mich auf die gleiche Hetzkampagne wie in den Jahren 2002 und 2006/07.

Von damals habe ich schon gelernt, wie viel Spaß das macht - und seit neuesten weiß ich, wie viel Spaß "Left 4 Dead" macht, wenn man mal eine Stunde überbrücken muss. In diesem Fall zwischen zwei Beiträgen, die Gift und Galle gegenüber meinem Hobby spucken. (_Benny_)

(via Tagesschau, thx!)

(Bildquelle: Süddeutsche Zeitung, thx!)

News Redaktion am Donnerstag, 12.03.2009 20:01 Uhr

tagsTags: medien killerspiel hetzkampagne schäuble

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375 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • titus_shg am 03.04.2009 14:08:29

    Außerdem: was willste denn sonst spielen? RENNSPIELE? die sind bestimmt noch sc ...

  • Schnupfen1337 am 03.04.2009 13:42:36

    Hb grad gelesen, irgendso'n Politiker will LERNSPIELE statt KILLERSPIELE rofl Will der jetzt bei allen Leuten, die, wie der Volksmund es so schön sagt, Killerspeiel spielen "Löwenzahn" und "Englischvokabeltrainer 1.6" installieren oder was? Echt, wie tief kann man denn noch sinken... btw, zu d ...

  • Chummer am 03.04.2009 13:17:01

    es kann doch nicht so bleiben, wie es ist. Das Handlungsbedarf ist, dass muss doch auch der letzte Zocky einsehen... Richtig. Das rechtfertigt aber keinen puren Aktionismus. Im Gegenteil. Dieser verhindert (mal wieder), dass etwas WIRKLICH sinvolles getan wird. Die Mitschuld ...

  • John08 am 03.04.2009 13:04:51

    Ach Schummer, es kann doch nicht so bleiben, wie es ist. Das Handlungsbedarf ist, dass muss doch auch der letzte Zocky einsehen... MfG John ...

  • Celticsyke am 03.04.2009 13:05:44

    Aber genau hier wird doch (wiedermal) eine Änderung gefordert. ja und? es wird viel gefordert wenn der tag lang ist.kein grund zur panik. das geld was hinter diesem spiele genere steht ist zu viel um es einfach mal zu verbannen. nur weil sich zwischendurch mal ein politike ...

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