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Weißes Haus: Setzt auf Microsoft, YouTube, Twitter

Die Politikmaschine rollt los und nun muss Barack Obama seinen eingesetzten Spezialisten vertrauen, damit die Maschine nicht ins Stocken gerät. Derzeit hat man viele Baustellen aufgemacht im Weißen Haus und man fragt sich, ob Obama bzw. seine Vertreter auf die richtigen Pferde gesetzt haben beziehungsweise setzen werden.

Janet Napolitano will einen Verantwortlichen aus der Microsoft-Riege zum nationalen Sicherheitswärter berufen. Twitter gilt als neuester Schrei unter Abgeordneten und auf der Internetseite des Weißen Hauses setzt man wieder auf YouTube, welchem man vor ein paar Wochen wegen Sicherheitsrisiken noch den Rücken gekehrt hatte.

MICROSOFT:

Die US-Sicherheitsexpertin Janet Napolitano musste schnell einen neuen Mann aus dem Ärmel ziehen, nachdem der Vorgänger für den Posten der nationalen Cyber-Sicherheit vorzeitig ging. Rod Beckström rasselte immer wieder mit den Beamten in Washington zusammen. Er hatte mit jedem Ministerium Streit und wollte als ein erfolgreicher Start-up-Unternehmer eben durchstarten und nicht dauernd ausgebremst werden. Anfang März ging er. In seinem Kündigungsschreiben heißt es, "die NSA dominiert de facto alle nationalen Cyberaktivitäten". Die NSA (National Security Agency) steht über der NCC (National Cyber Center) und macht diese relativ machtlos. Es geht also um ein Gerangel der Zuständigkeiten; es geht darum, sich dem Washingtoner Rhythmus der Beamten zu unterwerfen. Der neue Mann für diesen Posten Philip Reitinger soll also vor allem mit den anderen zusammen funktionieren und die Sicherheitspläne in Absprache mit den anderen Ministerien durchkauen, ohne aber eigentlich die Macht zu haben, die Pläne auch umzusetzen. Es wird ein steiniger Weg, er wird lange werden und die Sicherheit des Landes wird wohl nur im Schneckentempo auf den Stand kommen, den man sich wünscht.

Napolitano hat sich einen Microsoft-Mann geholt, der diesen Posten in der NCC als stellvertretender Staatssekretär bekleiden soll. Er trägt zukünftig die Verantwortung für den Schutz der Bundes-Systeme vor in- und ausländischen Cyber-Bedrohungen. Bei Microsoft ist er verantwortlich für den Schutz der IT-Infrastruktur, wobei Reitinger eng mit staatlichen Stellen und anderen privaten Partnern über Cyber-Schutz-Programme zusammengearbeitet hat.

Was sich wie ein gutes Zeugnis für diesen Posten anhört, versteckt doch die Tatsache, dass der Mann für ein Unternehmen arbeitet, dass Software herstellt und diese aus einem ganz speziellen Winkel betrachtet. Hoffentlich gibt es keine Betriebsblindheit gegenüber den vielen Sicherheitslücken in der Microsoft-Software (z.B. beim Browser Internet Explorer) und hoffentlich steht in seinem Vertrag nicht, dass man mit ihm auch die Verpflichtung auf seine "Lieblingssoftware" mit einkauft. Reitinger kommt nicht direkt von Microsoft. Er war zuvor schon in einer Abteilung des Justizministeriums beschäftigt.

YOUTUBE:

Das Weiße Haus beendet sein "Experiment" mit dem Hauseigenen-Video-Hoster (gulli berichtete) und kehrt zu YouTube zurück. Eigentlich wollte man bei slight paranoia das Weiße Haus loben, nachdem es einen Wechsel weg von YouTube in Richtung eigenem Flash-basiertem-Video-Player  gab, aber ein paar Wochen später scheint alles wieder beim Alten.

Ein Autor von CNET hatte bemerkt, dass man von der Site des Weißen Hauses ein "Flash-Cookie-Paket" geschickt bekam, auch wenn man die Videos nicht anschaute. Nachdem man darauf hingewiesen hatte, wurde vorrübergehend ein anderer hauseigener Versuch ausprobiert, aber dies war nur ein Versuch, die eigenen Möglichkeiten auszutesten, mehr nicht.

Man kann hier nur festhalten, die Tests laufen und diese als ein gutes Zeichen werten. Es bleibt zu hoffen, dass man die bessere Option weiterentwickelt und auch einsetzt.

Was passiert, solange man keine Alternative hat? Wandern auch die Nutzerdaten von der Seite des Weißen Hauses in die Datenbank von Google und sorgen bei einem späteren Besuch von anderen Seiten für die richtige Werbung am Rande?

TWITTER:

Die amerikanischen Abgeordneten haben einen neuen Trend entdeckt und springen auf den Twitter-Zug auf. In Ausschüssen wird darüber diskutiert, ob Twitter das geeigntee Instrument ist für Transparenz zwischen Regierung und Öffentlichkeit zu sorgen.  Das "Publikum der Politiker" (bei uns noch Wähler genannt) soll die Regierungsarbeit direkt nachvollziehen können. "Ich glaube, Regierung funktioniert am besten, wenn sie transparent ist und Informationen für alle zugänglich sind...." sagte ein Ausschussvorsitzender.

Wer das Gezwitscher von deutschen Parteien und Politikern verfolgen will, der kann das 24 Stunden am Tag tun. "Ich finde es gut, wenn Politiker Technologien nutzen, um mit uns zu kommunizieren, aber Twitter ist eine Werkzeug zur Veröffentlichung und keins für Transparenz", meint Ed Felten bei freedom to tinker. Twitter mit seinen 140-Zeichen-Nachrichten kann sinnvoll sein, für die Öffentlichkeit, aber es wird dadurch noch nichts transparenter. "Vielen Dank für das Gezwitscher, aber bitte vergessen Sie die Transparenz nicht", meint Felten.

Das  Obama-Team ist also mit einigen Umstellungen beschäftigt und kämpft sich durch Schwierigkeiten aller Art. Jose Antonio Vargas schrieb in der Washington Post einen Artikel über diese Schwierigkeiten.

Die Seite Whitehouse.gov war  geplant als das primäre Instrument für Präsident Obama für die Kommunikation mit den Online-Massen. Die Mitarbeiter wurden von Herausforderungen überrollt und kämpfen  mit unvorhergesehenen technologischen Problemen.

Obama möchte zum Beispiel Massen-E-Mails mit Informationen über Updates zu Präsidentschafts-Initiativen versenden, aber das Weiße Haus verfügt nicht über die dafür notwendigen Technologien. Das gleiche gilt für den Versand von SMS-Nachrichten, ein "weiteres Grundnahrungsmittel für Kampagnen".

Es bleibt also viel zu tun für den neuen Mr. Präsident um seine Visionen (auch die im kommunikativen Bereich umzusetzen), aber einen Saurier kann man eben nicht an einem Tag zähmen. (double_screening)

(Via CNN, freedom to tinker, slight paranoia Danke!)

News Redaktion am Freitag, 13.03.2009 12:22 Uhr

tagsTags: microsoft twitter technologie nsa weißes haus barack obama ed felten akama janet napolitano national cyber center national security agency ncc philip reitinger rod beckström youtube

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4 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • FlyDragon am 13.03.2009 18:15:21

    Bald gibts ein Zähler am weißen Haus wie viel Bluescreens pro Tag Produziert werden. Hoffen wir nur das die Zahl nicht höher wird als die Verschuldung. ...

  • setamagiga am 13.03.2009 18:10:40

    wer kam eigentlich auf die schnappsidee, dieses land als das mächtigste auf diesem planeten zu bezeichnen?? ;) :D Lol gute frage, dafür Sprechen tut ja eigentlich nichts mehr (ausser das die Amerikaner irgentwie keinen Gesetze kennen, und alle andren sich noch recht Br ...

  • Iron_Monkey am 13.03.2009 15:55:24

    lol das weiße haus verfügt also nicht über die technologie massen-emails und sms zu verschicken?? wer kam eigentlich auf die schnappsidee, dieses land als das mächtigste auf diesem planeten zu bezeichnen?? ;) :D ...

  • The | Commander am 13.03.2009 15:43:12

    Und richtig hart wirds bei Obamas Versorgung: Stilles, oder sprudelndes Wasser?! Youporn oder Pornhub? Burger oder Hotdog? PSP oder DS Wo kämpfen wir für den Weltfrieden? Irak oder Afganistan - ähhhm heute mal wieder Afganistan! Ein Toller Präsident! So will ich auch werden! ...

  • gullinews am 13.03.2009 11:29:34

    Die Politikmaschine rollt los und nun muss Barack Obama seinen eingesetzten Spezialisten vertrauen, damit die Maschine nicht ins Stocken gerät. Derzeit hat man viele Baustellen aufgemacht im Weißen Haus und man fragt sich, ob Obama bzw. seine Vertreter auf die richtigen Pferde gesetzt haben bez ...

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